Der Mensch muss philosophieren, unter allen Umständen! Was soll das bedeuten? Eine Reflexion hinsichtlich der Bedeutung der Philosophie, also das Nachdenken über den ganz grundlegenden Sinn der Philosophie, also darüber, warum der Mensch überhaupt philosophiert, ist immer schon selbst philosophischer Natur. Diese zirkuläre Selbstbezüglichkeit des Philosophischen beinhaltet eine gewisse Ausweglosigkeit bei der Frage nach dem Sinn der Philosophie. Philosophie lässt sich also nur schwer feststellen, unmöglich von Außen betrachten, weil sie entgrenzt ist. Das Denken, das nötig ist, um zu verstehen, ist nicht nur Teil des Verstehensprozesses, nicht nur Ausgang, Startpunkt oder Methode dieses Prozesses, sondern der Prozess selbst.

Dennoch haben immer wieder Menschen dieses Problem einstweilen ausgeblendet und sich Gedanken gemacht über das, was ich hier an dieses Stelle tun möchte, über das Philosophieren. Ein Startpunkt war dabei immer der Mensch und seine Daseinsvollzüge in der Welt. D. h., wir können auf eine lange Reihe an Selbstvergewisserungen der philosophischen Zunft zurückgreifen, in der eines immer wieder hervorsticht: Philosophie, so heißt es, sei am besten als Selbstverständigung des Menschen begründbar, als systematische Suche nach einer Lebensform, die dem Menschen angemessen ist, wobei sich die Suche sowohl auf den Einzelnen, als auch auf die Gemeinschaft erstrecken kann. Hinzu tritt übereinstimmend der Gedanke, dass ihr Vor- und Zurückschreiten methodisch gegenüber Mythos und Religion emanzipiert geschieht: die Vernunft soll das Denken leiten, der Gebrauch des eigenen Verstandes tritt an die Stelle der kritiklosen Übernahme alter Erzählungen und Dogmen. Dass hiermit nicht gemeint sein kann, eine „reine Vernunft“ jenseits des Glaubens – wie immer diese aussähe – zur Basis des menschlichen Verstehens und Erfahrens seiner Selbst, der Anderen und der Welt, die ihn umgibt, zu machen, soll in diesem Blog erläutert werden: christliche Existenzphilosophie – insbesondere in Anlehnung an Peter Wust (1884-1940).

(Josef Bordat)

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