Bevor Joachim Löw seinen Kapitän für das heutige EM-Finale aufstellt, wird er ihm die für den Sportler alles entscheidende Frage stellen: „Bist du fit?“ Das kann nur jeder Sportler selbst wissen, trotz intensiver medizinischer Begutachtung. Er kann in sich hineinhorchen und spürt Blockaden und Bewegungseinschränkungen, die zur Hemmung auf dem Weg zum Erfolg werden. Wer spielen will, obwohl er sich nicht fit fühlt, tut sich und der Mannschaft keinen Gefallen.

Als Jesus den Petrus zu seinem Kapitän macht (Joh 21, 15-19), stellt er ihm eine andere Frage, eine Frage, die für den Menschen alles entscheidet: „Liebst du mich?“ Jesus stellt diese Frage dreimal. Er gibt Petrus Zeit, er gibt ihm Gelegenheit, die Antwort gut zu bedenken. Denn voreilige Lippenbekenntnisse zählen für den Auferstandenen nicht, davon hatte er zu Lebzeiten genug gehört. Auch von Petrus. Die neue Chance, die Jesus Petrus gibt, die er seiner Kirche gibt, soll eine echte sein.

Die Frage zielt direkt auf die Konsequenz der Liebe: Nachfolge – bis in den Tod. Die Liebe steht dabei immer über allem. Zu lieben ist Jesu Auftrag an die Kirche, die er mit der Berufung des Petrus zum Hirten gründet, zu lieben ist unmissverständliche Weisung an uns: „Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“ (Joh 13, 34).

Gestern haben wir uns im Philosophischen Café der KSG Berlin dem Begriff der Liebe gewidmet. Den Einstiegsimpuls möchte ich hier noch einmal veröffentlichen.

***

Liebe. Versuch einer Begriffsbestimmung

I.
Wir beschäftigen uns in diesem Semester noch mit „Liebe“ und „Glück“. Beides sind Begriffe, die nicht nur inhaltlich zusammengehören, sondern die auch die Gemeinsamkeit haben, nicht theoriefähig zu sein. Das bedeutet, wir können keine allgemeingültigen Aussagen über das Wesen von „Liebe“ und „Glück“ machen, die dann analytisch diskutiert werden könnten. Definitionsversuche, also Aussagen der Art „Liebe ist…“ oder „Glück bedeutet…“ sind so beliebig und so subjektiv, dass man hier nicht von Wahrheit und Falschheit sprechen kann, sondern allenfalls von gelungen oder unterhaltsam oder nachvollziehbar. Philosophen meiden deswegen diese Begriffe wie der Teufel das Weihwasser.

Dennoch beschäftigen wir uns mit diesen Begriffen, nicht nur wir hier, sondern wir Menschen überhaupt. Eigentümlicherweise lassen uns „Liebe“ und „Glück“ nicht los. Kein Wohlstand oder Überfluss, keine errungene Freiheit oder in Gesetze gegossene Gerechtigkeit kann uns von diesen Konzepten entfremden. Sie sind uns zueigen. Wir haben eine präreflexive Ahnung von ihnen, die uns aber nicht ausreicht. Wir möchten gerne unsere Vorstellungen mit anderen besprechen, um zumindest Facetten der Begriffe explizit zu machen.

II.
Eine Klärung des Begriffs Liebe kann freilich in der Weise erfolgen, das man die klassische Unterscheidung von Eros und Agape vornimmt, wobei der Eros eher das sinnliche, begehrende Moment der Liebe und die Agape die geistige Hingabe, die schenkende Liebe meint, die dann zur tätigen Nächstenliebe, zur caritas wird. Die Frage ist: Sind das zwei dichotome Arten von Liebe, die nichts miteinander zu tun haben, sich ausschließen oder eher zwei Richtungen des einen Liebens? Papst Benedikt hat in seiner ersten Enzyklika Deus caritas est vom 25. Dezember 2005 (veröffentlicht am 25. Januar 2006) eher den Unterschied verdeutlicht, indem er unter Nummer 7 herausstellt, dass „die beiden Grundwörter Eros als Darstellung der ‚weltlichen‘ Liebe und Agape als Ausdruck für die im Glauben gründende und von ihm geformte Liebe“ dem Gegensatz von der Welt des alten Menschen und dem Reich Gottes des neuen Menschen entsprechen. Benedikt weiter: „Beide werden häufig auch als ‚aufsteigende’ und ‚absteigende’ Liebe einander entgegengestellt; verwandt damit sind andere Einteilungen wie etwa die Unterscheidung in begehrende und schenkende Liebe (amor concupiscentiae – amor benevolentiae)“. Also: eine deutliche Verschiedenheit.

Man könnte aber auch die These wagen, dass beides unbedingt zusammengehört, dass ich nicht begehren kann, ohne die Absicht zu haben, mich an das Begehrte zu verschenken, dass ich aber umgekehrt auch nicht tätig werden kann im Sinne karitativen Handelns, ohne eine sinnliche, erotische Beziehung zu dem Adressaten des Handelns aufzubauen. Das meint nicht einfach nur, dass ich bei der Krankenpflege Körperkontakt eingehe, das meint auch nicht, dass ich bei jeder Hilfeleistung Hintergedanken sexueller Natur hege oder nur noch Menschen mit Liebe begegne, in die ich „verliebt“ bin, in dem engen Sinne des Begehrens nach partnerschaftlicher Nähe, sondern dass ich ein Interesse entwickeln muss, das mich vom abstrakten Nächstenliebegebot ins konkrete Tun zu überführen in der Lage ist. Dieses Interesse liegt auch auf der Ebene des Eros, etwa im Erkennen des Schönen (am anderen Menschen, in der Natur usw.).

III.
Das nur als Eingangsthese. Wir wollen heute Aphorismen lesen und gucken, ob wir durch sie auf Aspekte von Liebe stoßen, die ungewohnt oder uns vielleicht sogar ganz neu sind. Ob sich die höchst subjektiven Perspektiven auf die liebe zu einem Bild verdichten, dass mehr ist als ein Mosaik von Einzelmeinungen. Das wäre schon eine Menge. Wer bei „Wiki-Quote“ unter dem Stichwort „Liebe“ nach Zitaten sucht, findet 24 gedruckte Seiten mit höchst unterschiedlichen Aussprüchen mehr oder minder bekannter Persönlichkeiten. Ich habe mal eine Aussage von Augustinus ausgewählt, weil sie die Essenz christlichen Lebens andeutet: „Liebe und tu, was du willst.“

(Josef Bordat)

Paulusjahr

Juni 28, 2008

Meine Heimatgemeinde ist St. Peter und Paul Straelen. Das Patronat wird am 29. Juni gefeiert. An diesem Tag beginnt das Paulusjahr zu Ehren des Völkerapostels, der vor 2000 Jahren zu Welt kam. An dieser Stelle sei auf drei aktuelle Bücher verwiesen, zwei Monographien und ein Sammelband, welche allen Leserinnen und Lesern, die an Paulus interessiert sind, als informative und inspirierende Begleitlektüre durch das anstehende Jubel-Jahr dienen können, gehen sie doch in einer kompakten und zugänglichen Weise auf das Leben des Paulus und die Begleitumstände seines Wirkens sowie auf sein apostolisches, theologisches und literarisches Werk ein.

Es sind dies:

1.
Horacio E. Lona: Kleine Hinführung zu Paulus. Freiburg i. Br.: Herder (2006), 149 Seiten, ISBN-13: 978-3451290855.

2.
Peter Wick: Paulus. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht (2006), 219 Seiten, ISBN-13: 978-3825228583.

3.
Oda Wischmeyer (Hg.): Paulus. Leben – Umwelt – Werk – Briefe. Tübingen: A. Francke (2006), 388 Seiten, ISBN-13: 978-3825227678.

Ihnen und Euch ein gesegnetes Paulusjahr 2008/09!

(Josef Bordat)

Heimat

Juni 27, 2008

Bei einem Kurzurlaub in meiner Heimatstadt Straelen konnte ich etwas Kraft tanken für die anstehenden Aufgaben. In den Tagen am Niederrhein haben meine Frau Roxana und ich nicht nur bei Radtouren und Spaziergängen das schöne Wetter genossen, sondern auch das Stadtfest mitgefeiert. Wir nahmen auch an einem ökumenischen Landgottesdienst mit Prozession durch die Natur teil. Die – in doppeltem Wortsinne – natürliche Verbundenheit der Bauern und Gärtner mit der Schöpfung und ihrem Schöpfer beeindruckt mich immer wieder.

Ich hatte zudem Gelegenheit, mal wieder meinen Freund Franz Grooterhorst zu treffen, der mich 1995 auf Peter Wust aufmerksam gemacht hat, indem er mir dessen Hauptwerk „Ungewissheit und Wagnis“ zum Geburtstag schenkte. Kaum ein Buch hat mich seither mehr bewegt, kaum etwas hat mich so elegant über Phasen des Zweifels hinweggetragen. Wust lässt mich die Spannung von Vereinzelungserfahrung und Geborgenheitssehnsucht, von Begrenztheit und Transzendenzbezug, von homo philosophicus und homo religiosus nicht nur aushalten, sondern seine Worte helfen, diese Spannung durch das „Wagnis der Weisheit“ zu einem lebendigen Glauben umzuformen. Wust half mir damit, eine geistige Heimat zu finden, „Geborgenheit in der Ungeborgenheit“.

Bedanken darf ich mich aber in diesem Zusammenhang nicht nur bei Franz Grooterhorst, sondern auch bei seiner Mutter, die den unmittelbaren Anschluss an Wusts Wirken in Münster hatte, da sie ihr Studium gerade in dem Semester begann, in dem Wust krankheitsbedingt aufhören musste.

(Josef Bordat)

Das Patronatsfest der KSG Edith Stein erreichte mit dem Festgottesdienst am 1. Juni seinen Höhepunkt. Die feierliche Hl. Messe wurde musikalisch gestaltet vom eigens gegründeten Chor. In seiner Predigt hob Studentenpfarrer P. Thomas Treutler O.P. hervor, dass der Schritt von der Ankündigung zur Tat in unserer KSG oft ein weit größerer ist als es das geflügelte Wort „Gesagt, getan!“ suggeriert, dass dies aber nicht als Manko betrachtet werden dürfe, sondern als Ausdruck eines abwägenden „Einerseits, andererseits“. Auch dies darf die Architektur einer Gemeinde prägen, denn sie soll vor allem eins sein: ehrlich. Den Text der Predigt zu Dtn 11, 18.26-28.32 und Mt 7, 21-27 möchte ich hier dokumentieren und damit die Patronatsfest-Trilogie abschließen.

Liebe Schwestern und Brüder,

wir kennen das Wortpärchen „Gesagt, getan …“ aus unserer Alltagssprache. Es bedeutet soviel wie die unmittelbare Umsetzung eines Plans. Jemand will ein Haus bauen: Gesagt, getan – einige Monate später steht es fertig da. Man trifft alte Freunde und denkt: Man müsste sich mal wieder länger unterhalten. Gesagt, getan – sofort wird ein Termin für einen Besuch ausgemacht. So wünschen wir uns auch die Arbeit im Gemeinderat, etwa wenn es um die Formulierung eines neuen „Leitbildes“ der KSG geht, oder um die Gestaltung des Meditationsraumes: Gesagt, getan – die Aufgabe wird sofort erledigt. Und wie oft sind wir enttäuscht oder ärgerlich, wenn es nicht so funktioniert!

Vielleicht war dieser Wunsch auch bei der Auswahl unseres Semesterthemas mit im Spiel, als wir uns für „Moralische Angebote“ entschieden haben. Wenn es um moralische Handlungsanweisungen des Christentums geht, dann schlagen wir nach und informieren uns: Gesagt, getan – morgen beginne ich mit der praktischen Umsetzung in meinem Leben; alles in Ordnung! Oder bei Außenstehenden: Ich kann mich informieren, welche Anforderungen der Glaube an mich stellt:
Gesagt, getan – morgen lasse ich mich taufen!

Doch schon beim Blick in den Katechismus stellen wir enttäuscht fest: So einfach ist das alles nicht. Schon dort tauchen Begriffe wie Umstände, Bedingungen, Werteabwägung und Gewissensentscheidung auf. Noch deutlicher wird es, wenn wir – wie im gestrigen Vortrag – auf die Ethik Jesu schauen: Da fragen Menschen Jesus: Was soll ich tun? und Jesus reagiert mit Gegenfragen oder Gleichnissen. Immer wieder verstört er das klare Gesetzesdenken, etwa der Pharisäer. Die Ethik Jesu lässt sich nicht 1:1 in unseren Alltag übersetzen.
Ich wurde ja schon manches Mal wegen meiner „Sowohl, als auch …“-Predigten gescholten, weil man sich eher solche „Gesagt, getan“-Predigten gewünscht hätte. Nun ist ein „Sowohl, als auch …“ sicher keine Lösung, – erst recht nicht für den, der Jesus nachfolgen will – aber um ein „Einerseits – andererseits“ kommen wir in der Nachfolge Jesu nicht herum. Auf dem Weg vom „Gesagt“ zum „Getan“ gibt es im Glauben viele „Einerseits, – andererseits“.

Gerade die Pharisäer verlangten von Jesus genaue Ge- und Verbote. Jesu Antwort besteht letztlich – wie schon bei Gott im Alten Testament – darin zu sagen: Ich lege dir zwei Wege vor: Segen und Fluch! Wähle den Segen! Die Wege kennen wir, sie zeichnen sich für den gläubigen Hörer des Wortes Gottes deutlich ab. Trotzdem können wir nicht immer verhindern, dass wir vom Weg abkommen und vielleicht sogar eine ganze Strecke neben dem „rechten Weg“ herlaufen. Wichtig ist vor allem aber, dass wir uns immer wieder bemühen, auf den Weg des Segens zurückzufinden.

Auch Edith Steins Leben war geprägt von der ständigen ehrlichen Suche nach dem rechten Weg: Ob als Jüdin oder Atheistin, als überzeugte Anhängerin der Phänomenologie ihres Lehrers Husserl oder als Ordensfrau im Karmel, – immer hat sie sich der Wahrheits- und Gottesfrage gestellt. Wer wollte sagen, dass nur der letzte, kontemplative Abschnitt ihres Weges richtig und heilig war? Auch vorher schon hat sie sich mit ganzer Kraft bemüht, den Weg des Segens zu wählen. Dieses Suchen und Bemühen macht sie zu einer großen Heiligen, nicht erst das Ende ihres Lebens. Dass sie zugleich wegen ihrer jüdischen Abstammung und der Zugehörigkeit zu einem christlichen Orden ermordet und zur Märtyrin wurde, ist dafür – bei allem Schrecken – ein großes Zeichen.

Auch wenn das Haus unserer Gemeinde also nicht immer nach dem Schema „Gesagt, getan …“ schnell fertig ist und am Ende in allem dem Idealplan entspricht, liebe Schwestern und Brüder, so muss es trotzdem nicht auf Sand gebaut sein.
Vielleicht ist dieses Bild des Evangeliums für uns auch überholt, wo doch heutzutage in der Regel jedes Haus auf gutem Grund steht. Angemessener wäre eher die Frage nach der Qualität der Architektur des Hauses. Und gute Architektur, das hat mir unser Sprecher in vielen Diskussionen immer wieder vorgehalten, muss „ehrlich“ sein. Sie muss die Materialien und Konstruktionsprinzipien des Baus widerspiegeln. Zu guter Architektur macht ein Haus nicht der schöne Schein oder eine schöne Fassade. Den langen Weg unseres Bemühens und die Grenzen unserer Möglichkeiten darf man dem Haus unserer Gemeinde und dem Haus unseres eigenen Lebens also ruhig ansehen.
Den langen Weg und die vielen Gedanken, die es bei uns oft braucht, um die beiden Wörtchen zusammenzubringen: Gesagt, getan!

Amen.

Das Patronatsfest der KSG Edith Stein läuft mittlerweile. Gestern gab es einen interessanten Festvortrag, gehalten vom Berliner Theologen Rainer Kampling.

In seinem Vortrag über die „Unangepasstheit Jesu“, in dem der Neutestamentler Kampling über die „Ethik Jesu“ nachdachte, und zwar mehr als Handlungspraxis und weniger als Moraltheorie, stellte er eindrucksvoll die Besonderheit Jesu heraus, indem er dessen revolutionäre Haltung in der „zwänglerischen“ (Kampling) antiken Gesellschaft an der in den Evangelien reichlich betonten Instanz des „Gastmahls“ erläuterte. Jesus, der auf die Verpflegung durch Dritte angewiesen war, führte bei diesen Gelegenheiten regelmäßig „Prostituierte und Kleinkriminelle“ in die hohe Gesellschaft ein – eine Provokation für’s Establishment, eine Anfrage an die Lebensform, deren formalisierte, oberflächliche Gebräuche Jesus angesichts des nahenden Gottesreiches unerheblich erschienen. So antwortete er, wie Kampling sagte, auf Fragen nach dem Gesetz mit Gott.

Jesus leitet damit den Paradigmenwechsel von unreflektierter Gebotstreue zu tätiger Liebe als handlungsleitendes Motiv ein. Der Sinn seines Umgangs mit Sündern liege aber nicht darin, so Kampling, ihre Sündhaftigkeit zu nivellieren, sondern ihnen ein anderes Leben zu zeigen, um ihnen Perspektiven jenseits der Sünde zu eröffnen.

Zentraler Begriff der christlichen Ethik ist „Nächstenliebe“. Hier bot Kampling anhand des bekannten Samariter-Gleichnisses eine interessante Neuinterpretation: Indem sich der Helfende dem Hilfsbedürftigen als Nächster „erweist“, entscheidet das Opfer über den Status des Helfenden als sein „Nächster“ und wird damit zum Subjekt. Wir hingegen seien es gewohnt, den Hilfsbedürftigen zu objektivieren und uns zum Nächsten zu „erklären“. Es obliege aber nicht dem Helfenden, diesen Status zuzuschreiben. Wenn wir hingegen immer lieben, so werden wir – wenn wir Glück haben – mal auch jemanden treffen, der uns zu seinem „Nächsten“ macht. Die Bereitschaft, stets Barmherzigkeit zu üben, sei dabei eine elementare Gesinnung des Christen, auch wenn Gefahr bestünde, dabei „über den Tisch gezogen zu werden“. Kampling: „Wer noch nie über den Tisch gezogen wurde, war auch noch nie barmherzig!“

Kampling machte deutlich: Das Gute wurzelt in Gott und das gute Handeln im Gottvertrauen, gelebt in einer Gemeinschaft mit Menschen, die in der christlichen Gemeinde die Erfahrung der Gottesnähe ermöglicht. Jesus, seine „einfache Botschaft“ (Kampling) und insbesondere sein unangepasstes Tun, sind für unsere Ethik maßgeblich. Jesu praktischer Zugang zu moralischen Fragen kann in seinem Leitbildcharakter nicht ersetzt werden. „Auch nicht durch Ghandi.“

Kampling bezog schließlich diesen praktischen Ethik-Entwurf des Lebens Jesu auf Menschen, die den Weg der Nachfolge Christi konsequent gegangen sind. Neben Franz von Assisi kam damit auch unsere Patronin Edith Stein in den Blick, die vor allem eine Tugend pflegte, die unerlässlich ist für christliche Moralität: die Freude.

In diesem Sinne geht unser Fest heute weiter.

(Josef Bordat)