Die tiefe Bedeutung der Heiligen liegt darin, dass mit dem lebendigen Glauben der Toten der tote Glaube der Lebenden erneuert wird.

Josef Bordat

Dreisatz des Glaubens

April 23, 2009

Der Glaube des Christen ist nicht nur ein Glaube an die Trinität Gottes, sondern kann auch selbst als ein trinitarisches Phänomen gedeutet werden. Der dreifaltige Gott lässt sich nämlich am besten durch drei Personen beschreiben, denen jeweils ein prägnantes Wesensmerkmal zukommt. Vater, Sohn und Heiliger Geist sind dem gläubigen Christen Schöpfer, Erlöser und Mittler. Diese drei grundlegenden, existentiellen Manifestationen Gottes werden durch drei besondere Glaubensakte gefeiert: Weihnachten, Ostern, Pfingsten.

In einem eher christologischen Glaubensverständnis, bei dem es um das österliche Heilsgeschehen geht, lässt sich der christliche Glaube in diesen Dreisatz fassen:

Gott leidet mit dem Menschen im Gekreuzigten.
Der Mensch lebt mit Gott im Auferstandenen.
Der Heilige Geist gewährt diese Einsichten.

Der Glaube an den dreifaltigen Gott ist also selbst ein dreifaltiger. Und so wie Gott die drei Personen eint, so ist auch der Glaube letztlich nur ein einziger. Man kann als Christ nicht nur an eine der Personen glauben, weil sie nicht etwa additiv verbunden sind, sondern so einander durchdringen, dass sie sich nicht isolieren lassen, ohne dass alles zerfiele. Dies ist Kern der Dreieinigkeit Gottes. Wer an den Gott der Bibel glaubt, verehrt den Dreifaltigen. Alles andere wäre einfältig.

(Josef Bordat)

Konrad von Parzham

April 21, 2009

Konrad von Parzham ist der Patron meiner Gemeinde. Konrad wurde 1818 geboren. Er stammte aus einer Bauernfamilie in Parzham bei Griesbach, Diözese Passau. In reifem Alter wurde er Kapuzinerbruder (1849) in Altötting, wo er einundvierzig Jahre das Amt des Pförtners versah. An dem großen Wallfahrtsort hat er Wanderern und Armen viel Gutes getan. „In Gottes Namen“, sagte er immer wieder. Er war ein Spender der Liebe Gottes. Konrad starb am 21. April 1894.

Kardinal Pacelli, der spätere Papst Pius XII., sagte über den hl. Bruder Konrad: „Bei Konrad, diesem Helden des Glaubens, treuer Pflichterfüllung und christlicher Nächstenliebe, sucht ihr vergebens nach den wunderbaren Großtaten anderer Heiliger, die selbst die Welt staunend aufhorchen lassen. Aber ihr seht bei ihm neben der Frömmigkeit der heiligen Einsiedler einen Tugendheroismus, der dem tätigen Leben der Großen in nichts nachsteht.“

Im Tagesgebet der heutigen Messfeier betet die Kirche:

„Gott,
du hast den heiligen Bruder Konrad
zum Dienst an den Wallfahrern
und Notleidenden berufen.
Mache auch uns bereit,
in Geduld und Güte denen zu begegnen,
die auf unsere Hilfe warten.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.“

Da kann ich nur sagen: Amen.

(Josef Bordat)

Er ist bereit!

April 20, 2009

Nun ist es amtlich: Wir haben einen neuen Weihbischof! Dr. Matthias Heinrich ist gestern zum neuen Weihbischof des Erzbistums Berlin ernannt worden. In der überfüllten Hedwigs-Kathedrale legten neben dem Erzbischof von Berlin, Georg Kardinal Sterzinsky, auch die konzelebrierenden Eminenzen Heinrich die Hände auf, unter anderen der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Perisset, der Kölner Kardinal Joachim Meisner, der Hamburger Erzbischof Werner Thissen, der Erfurter Bischof Joachim Wanke, der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle sowie der Stettiner Alt-Erzbischof Marian Przykucki.

Die zweistündige Feier unter Mitwirkung des St. Hedwigs-Chors unter der Leitung von Domkapellmeister Harald Schmitt bot einen würdigen Rahmen für dieses historische Ereignis; es ist die erste Bischofsweihe in Berlin seit 20 Jahren, d. h. die erste und bisher einzige in der wiedervereinigten Stadt. Diese sei, so Kardinal Sterzinsky in seiner Predigt, nicht – wie so oft zitiert – die „Hauptstadt des Atheismus“, sondern eine Stadt, in der es Atheisten gebe, aber auch Christen. Er betonte, dass er und Heinrich künftig gemeinsam in der Stadt Berlin für die Wirklichkeit Gottes Zeugnis ablegen wollen. Weil er sich nicht beworben, sondern „nur“ bereit gehalten habe für dieses Amt, und weil er dazu erwählt wurde, brauche er, Heinrich, auch kein Programm, um die Menschen von seiner Qualifikation zu überzeugen. Statt dessen müsse er seine Bereitschaft unter den Segen Gottes stellen, um den bischöflichen Dienst im christlichen Glauben und in der Treue zur Kirche zu erfüllen.

Ein kleines Programm hat er doch, der neue Weihbischof. Es zeigt sich in seinem Wahlspruch „Illum oportet crescere“, zu deutsch „Er muss wachsen.“ (Joh 3, 30). Darauf sind an dieser Stelle die Worte Johannes des Täufers überliefert, der anfügt: „Ich aber muss kleiner werden.“ Wer Heinrich an diesem Abend sieht, stellt fest, dass der Spruch gut gewählt ist: Bescheidenheit gepaart mit der Entschlossenheit, dem Wachstum Christi auch unter den schwierigen Bedingungen der Diaspora zu dienen, das spricht aus den Augen und aus den Worten des neuen Weihbischofs. Ganz konkret hat er sich vorgenommen, die Medienarbeit des Bistums voranzubringen und in den Gemeinden zwischen Rügen und der Mark Brandenburg um Verständnis für und Mitwirkung an den Sanierungsvorhaben der Erzdiözese zu werben. Kein leichtes Unterfangen, doch Heinrich sagt mit fester Stimme: „Mit Gottes Hilfe bin ich bereit.“

(Josef Bordat)

Vor vier Jahren wurde aus Joseph Kardinal Ratzinger, Präfekt der Glaubenskongregation, Papst Benedikt XVI. Wenn ich daran zurückdenke, kommen mir hauptsächlich Jubelbilder in den Sinn, die in einer „Wir sind Papst“-Hysterie entstanden, die so gar nicht zur Situation passten. Denn ich kann mir nicht helfen, aber ich glaube, dass Ratzinger da, wo er vorher saß, besser aufgehoben war, als dort, wo er jetzt ist. Der Gelehrte, der Denker, der Stille-Arbeiter, der Bürokrat, der Tief- und Hintergründler, es scheint, als trage er den Entscheid des Konklave mehr als Last denn als Freude. Er ist auch als Papst Benedikt der Theologe Ratzinger geblieben, was Probleme mit sich bringt, denn als Papst kann er nicht mal versuchsweise in die spekulative Philosophie abtauchen oder gewagte theologische Thesen aufstellen, wie dies in der akademischen Welt alltäglich ist. Das, was er als Papst sagt, und sei es noch so informell und behelfsmäßig, geht eine halbe Stunde später über die Ticker der Agenturen als das, was die Kirche meint. Weltweit.

Mit seiner Regensburger Rede (September 2006) hat Benedikt diese Erfahrung machen müssen. Er hat aus ihr gelernt und wirkt heute bei seinen öffentlichen Auftritten mehr wie ein staatsmännischer Diplomat denn ein Dogmatiker, der gerade aus dem Studierzimmer kommt. Er verlegt sich mehr auf den pastoralen Dienst des Bischofs als sich in Reminiszenzen an die Vergangenheit als Theologieprofessor zu ergehen, ohne freilich seinen brillanten Intellekt außen vor zu lassen. Langsam scheint Benedikt in seinem Amt angekommen zu sein und gelernt zu haben, mit dessen Bürde umzugehen. Dazu gehört auch, manchmal als Staatschef zu agieren, im Umgang mit anderen Staatschefs und zur Wahrung der katholischen Interessen in der Weltpolitik.

Wie so ziemlich jedes andere Land hat auch der Vatikan seine Probleme mit China. Benedikts erklärtes Ziel ist es, die Beziehungen zur neuen Supermacht zu verbessern, um damit zu erreichen, dass den Katholiken im bevölkerungsreichsten Land der Erde die freie Religionsausübung gewährleistet wird. Bange Blicke gingen aber auch immer wieder Richtung Irak, wo die Christenverfolgung besonders dramatische Formen angenommen hat. Doch Benedikt scheut sich nicht, darauf hinzuweisen, dass auch in anderen Teilen der Welt Christen um ihres Glaubens willen verfolgt und ermordet werden – jährlich sind über 100.000 Todesopfer zu beklagen; rund 80 Prozent aller wegen ihrer Religion diskriminierten Menschen sind Christen. Der Papst macht, wie sein Vorgänger, immer wieder deutlich, dass Religionsfreiheit ein elementares Menschenrecht ist.

Religion und Vernunft

Benedikt ist ein Papst, der wie kaum ein anderer vor ihm in der Lage ist, eine Brücke zwischen Religion und Gesellschaft, Glauben und Wissen, Kirche und Staat zu schlagen. Seine Diskussionen mit Jürgen Habermas und mit Paolo Flores d’Arcais zeigen die Bereitschaft und Fähigkeit des Papstes, am gemeinsamen Bau einer post-säkularen Gesellschaft intellektuell und spirituell mitzuwirken. Immer wieder sucht er zu begründen, warum „der Sieg der Vernunft über die Unvernunft auch ein Ziel des christlichen Glaubens ist“ und warum für den Christen gilt: „Der Glaube zerstört die Vernunft nicht, er bewahrt sie und bleibt sich dadurch selbst treu.“

Benedikt hat schon früher betont, dass die Wahrheit jenseits der Natur liegt und dass es dem Christentum um Abgrenzung sowohl gegenüber einer einengenden funktional-instrumentellen Rationalität reiner Wissenschaftlichkeit als auch gegenüber der Unvernünftigkeit des Heidentums geht, d. h. um ein erweitertes Verständnis von Vernunft, wie sie sich in der sittlich-geschichtlichen Entfaltung des Christentums manifestiert: „Die beiden immer auseinander fallenden Seiten der Religion, die ewig waltende Natur und die Heilsbedürftigkeit des leidenden und ringenden Menschen sind ineinander verbunden. Die Aufklärung kann Religion werden, weil der Gott der Aufklärung selbst in die Religion eingetreten ist. Das eigentlich Glauben heischende Element, das geschichtliche Reden Gottes, ist doch die Voraussetzung dafür, daß die Religion sich nun dem philosophischen Gott zuwenden kann, der kein bloß philosophischer Gott mehr ist und doch die Erkenntnis der Philosophie nicht abstößt, sondern aufnimmt. Hier zeigt sich etwas Erstaunliches: Die beiden scheinbar konträren Grundprinzipien des Christentums: Bindung an die Metaphysik und Bindung an die Geschichte bedingen sich gegenseitig und gehören zusammen; sie bilden zusammen die Apologie des Christentums als religio vera. Wenn man demgemäß sagen darf, daß der Sieg des Christentums über die heidnischen Religionen nicht zuletzt durch den Anspruch seiner Vernünftigkeit ermöglicht wurde, so ist dem hinzuzufügen, daß ein zweites Motiv gleichbedeutend damit verbunden ist. Es besteht zunächst, ganz allgemein gesagt, im moralischen Ernst des Christentums.“ Dies im Austausch mit Andersdenkenden und -glaubenden zu vertreten, ist ein zentrales Anliegen des Papstes.

Hier nähert er sich seinem theologischen Antipoden Hans Küng, der das Gespräch der Kirche mit Nichtreligiösen für ebenso wichtig hält wie den Trialog der monotheistischen Religionen. Es geht Benedikt (und, wie sich immer wieder zeigt, auch Habermas) darum, das Phänomen der neuen Religiosität fruchtbar zu machen für Sozialbeziehungen, politische Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozesse sowie die Wirtschaft.

Gerade der hat Benedikt mit der Enzyklika Deus Caritas est (Januar 2006) erneut die katholische Soziallehre ins Stammbuch geschrieben, die heute, über 160 Jahre nach Kettelers Mainzer Manifest (1848), aktueller denn je erscheint, um nach den totalitären Staatsutopien des 20. Jahrhunderts eine neue Utopie zu verhindern, die nicht weniger totalitär ist: den freien Markt. Kritik des Liberalismus – man wünschte sich, die Union schaute in dieser Angelegenheit mal öfter gen Rom.

Benedikt übte ferner deutliche Kritik an dem auf Kultur und Geist übergreifenden Erklärungs- und Deutungsanspruch der Wissenschaft (Enzyklika Spe salvi, November 2007), er sucht aber zugleich den Dialog mit Wissenschaftlern, auch wenn nicht alle ihn anzunehmen bereit sind. So musste im Januar 2008 eine Rede Benedikts an der römischen Universität La Sapienza nach Protesten einiger Hochschulangehöriger abgesagt werden.

Der Papst Benedikt kritisiert in Spe salvi den Anspruch der modernen Wissenschaft, dem Menschen „Erlösung“ bringen zu können, Befreiung vom Leid. Im Fokus der Auseinandersetzung steht Francis Bacon als Begründer der naturwissenschaftlichen Methodik, der Empirie, die sich als Paradigma für die Wissenschaft insgesamt herausgebildet hat. Deren Prinzip lautet: Wahr ist, was nach Beobachtung durch sinnliche Wahrnehmung der Fall ist. Der Papst kommt in der Enzyklika zu dem Urteil, dass der Mensch „nie einfach nur von außen her erlöst werden kann“, denn „Francis Bacon und die ihm folgende Strömung der Neuzeit irrten, wenn sie glaubten, der Mensch werde durch die Wissenschaft erlöst. Mit einer solchen Erwartung ist die Wissenschaft überfordert; diese Art von Hoffnung ist trügerisch.“ Die Wissenschaft könne zwar „vieles zur Vermenschlichung der Welt und der Menschheit beitragen“, doch sie kann ebenso „den Menschen und die Welt zerstören, wenn sie nicht von Kräften geordnet wird, die außerhalb ihrer selbst liegen.“ Fazit: „Nicht die Wissenschaft erlöst den Menschen. Erlöst wird der Mensch durch die Liebe.“ Mutige, eindringliche und wahre Worte.

Man kann nur hoffen, dass sich der Papst nicht entmutigen lässt und weiter versucht, Brücken zwischen Religion und Wissenschaft zu schlagen, um gemeinsam mit den Akademikern guten Willens die menschliche Vernunft auf diese Wahrheit hin zu orientieren und mitzuhelfen, ein Klima in den Wissenschaften zu erzeugen, in dem die moralischen Implikationen der Forschung stets mitbedacht werden.

Der Kirchenmann

Liturgisch gilt für den Papst: Keine Experimente! Benedikt bleibt der konservativen Linie aus seinem Werk „Der Geist der Liturgie. Eine Einführung“ treu. Die „Rolle rückwärts“ Richtung vorkonziliarem Ritus in der Eucharistiefeier durch Zulassung de Tridentinischen Messe (Juli 2007) wird unterdessen überschätzt, denn zum einen handelt es sich ausdrücklich um eine Sonderform, zum anderen hat der Vatikan betont, damit die Liturgiereform des Konzils nicht rückgängig machen zu wollen. Auch die Aufhebung der Exkommunikation von vier Bischöfen der Pius-Bruderschaft ist eher eine Marginalie in Sachen Einheit der Kirche und bleibt es, solange die zahlenmäßig weit bedeutendere Gruppe der ausgeschlossenen Befreiungstheologen links liegen gelassen wird. Doch auch das ist eher ein Nebenschauplatz, gemessen an den anstehenden Aufgaben im Bereich der Ökumene, die Benedikt nicht wirklich beherzt anpackt. Es wäre auch vermessen, von Benedikt Impulse für die Ökumene zu erwarten. Was er in diesem Punkt bislang geleistet hat, ist überschaubar und betrifft die weitere Einbeziehung der Orthodoxen in den ökumenischen Diskurs, die häufig vergessen werden, in Europa aber nach dem Verschwinden des Eisernen Vorhangs zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Für viele evangelische, aber auch katholische Christen hierzulande war die neuerliche Betonung des ausschließlich auf die römisch-katholische Kirche bezogenen Kirchenbegriffs des Vatikan eine bittere Enttäuschung. Man darf dabei aber zweierlei nicht vergessen: erstens, dass der Papst nur das wiederholt hat, was sowieso Stand der Dinge ist und zweitens, dass der Papst Oberhaupt der Weltkirche ist und – auch als Deutscher – auf deutsche Sonderbefindlichkeiten keine Rücksicht nehmen kann. Die „Antworten auf Fragen zu einigen Aspekten bezüglich der Lehre über die Kirche“ (Juni 2007) kamen wenige Wochen nach der Brasilienreise, wo Benedikt zur Kenntnis nehmen musste, in welch tiefer Krise die Kirche im größten lateinamerikanischen Land steckt, weil die Katholiken ihrer Kirche zunehmend den Rücken kehren und in den letzten Jahren vermehrt zu den eifrig werbenden evangelikalen Freikirchen gewechselt sind. Hier tut Abgrenzung Not. Nicht jeder, der kostenlos Milch und Müsliriegel verteilt und spirituelle Angebote unterbreitet, kann „Kirche“ im eigentlichen Sinne sein – bei allem Respekt vor dem jeweiligen Bekenntnis. Der starre Kirchenbegriff des Vatikan (nur die römisch-katholische Kirche ist wahrhaft „Kirche“), den im Lande Luthers kaum jemand versteht, hat jedenfalls seine Vorgeschichte in der Auseinandersetzung des amerikanischen Klerus (die Hälfte der Katholiken lebt in Amerika) mit diesen neuen, dynamischen Strömungen des Proselytismus, die oft genug Anlass geben zu zweifeln, ob auch überall Kirchlichkeit drin ist, wo „Kirche“ drauf steht. Insoweit schafft die erwähnte Verlautbarung, so schmerzlich sie sein mag, vor allem eines: Klarheit.

Unter Benedikt dürften theologische Debatten um das Zölibat und das Ordinariat der Frau theologische Debatten bleiben. In dem nachsynodalen Apostolischen Schreiben Sacramentum Caritatis (Februar 2007) wird die Bedeutung des Zölibats für die Radikalität eines christlichen Lebensstils, bei dem sich sakramentale Kompromisse (hier: Ehe und Priesterweihe) ausschließen, betont: „Es ist notwendig, den tiefen Sinn des priesterlichen Zölibats zu bekräftigen, der zu Recht als ein unschätzbarer Reichtum betrachtet wird. In dieser Wahl des Priesters kommen nämlich in ganz eigener Weise seine Hingabe, die ihn Christus gleichgestaltet, und seine Selbstaufopferung ausschließlich für das Reich Gottes zum Ausdruck. Deshalb reicht es nicht aus, den priesterlichen Zölibat unter rein funktionalen Gesichtspunkten zu verstehen. In Wirklichkeit stellt er eine besondere Angleichung an den Lebensstil Christi selbst dar.“

Das hindert die Jugend in der Kirche nicht daran, „ihren“ Papst mehrheitlich gut zu finden. Benedikt trat vor drei Jahren ein schweres Erbe an, war sein Vorgänger Johannes Paul II. doch insbesondere bei der Jugend sehr beliebt. Ihr schenkte er ein Mega-Event, den Weltjugendtag, der bei seiner zehnten Auflage 1995 in Manila die größte Versammlung in der Menschheitsgeschichte erlebte: fast vier Millionen junge Christen hatten sich in der Hauptstadt der Philippinen zusammengefunden. Zehn Jahre später sollten immerhin 1,2 Millionen nach Köln kommen – eine organisatorische Bewährungsprobe für die Stadt und eine würdige „Taufe“ für den gerade wenige Wochen im Petrusamt befindlichen Ratzinger, den man mit allem möglichen assoziiert, nur nicht mit „Jugend“. Umso überraschender, dass der zurückhaltende, konservative Gelehrte die Jugendlichen in Köln in seinen Bann zog und binnen weniger Tage zum Popstar einer Generation wurde – der „Generation Benedikt“.

Der Papst auf Reisen

Johannes Paul II. galt als „Reise-Papst“ – er hat auf 104 Reisen 127 Länder besucht. Benedikt ist in dieser Hinsicht etwas zurückhaltender. Nach seinem Auftritt in Köln (August 2005) war er in Polen (Mai 2006), Spanien (Juli 2006), ein weiteres Mal in Deutschland, genauer: in Bayern (September 2006), in der Türkei (November 2006), in Brasilien (Mai 2007), Österreich (September 2007), in den USA (April 2008), beim Weltjugendtag in Australien (Juli 2008), in Frankreich (September 2008) und zuletzt in Kamerun und Angola (März 2009). Für Mai ist ein Besuch im Heiligen Land geplant.

Von seinen Reisen gingen immer wieder Impulse aus und auch das, was er in der Ferne sagte, ließ aufhorchen. Von Regensburg war schon im ersten Teil die Rede. Viele Feinde, die er sich mit dem Zitat eines scharfen Urteils des byzantinischen Kaisers Manuel II. Palaiologos über den Islam als einer angeblich widervernünftigen Religion mit großer Gewaltbereitschaft gemacht hatte, versöhnte er einige Wochen später bei seinem Türkeiaufenthalt, wo er den Muslimen Respekt bezeugte.

Dagegen löste er in Brasilien mit seiner positiven Deutung der Missionierung Lateinamerikas im 16. Jahrhundert eine Kontroverse aus. Vertreter der Indio-Nachfahren verwiesen darauf, dass die Christianisierung sehr wohl ein gewaltsames Aufzwingen einer fremden Kultur war, etwas, dass Benedikt mit Blick auf die universale Sehnsucht nach Erlösung durch Jesus und sein Evangelium verneint hatte, eine Position, der sich Lateinamerika-Kenner Mariano Delgado anschloss, während der Historiker Hans-Jürgen Prien offen von „Geschichtsklitterung“ sprach. Man kann Benedikt wohl nur dann folgen, wenn man es für richtig hält, eine theologisch-metaphysische Betrachtung zum Leitmotiv eines Urteils über historische Epochen zu erklären und dabei den Blick von den empirischen Befunden bewusst zu lösen, um ihn auf das soteriologische Ganze zu lenken. Das ist eine geschichtsphilosophische Frage, aber auch eine, die so eng mit Glaubenskonstituten (Erlösung) verbunden ist, dass es keine klare Antwort gibt. Nur eines ist klar: Diplomatisch geschickt kann die Äußerung des Papstes wohl nicht genannt werden.

Diplomatisch geschickt war hingegen die Reise Benedikts in die USA, einem Land, dass jahrzehntelang dem Vatikan gegenüber sehr reserviert war – und umgekehrt. Erst unter Reagan nahm man diplomatische Beziehungen auf. Die Reise führte den Papst nicht nur zur UNO und nach Ground Zero, sondern auch zur größten Jüdischen Gemeinde außerhalb Israels.

Seine letzte Reise führte Benedikt nach Afrika, genauer: nach Kamerun und Angola. Es ist bedauerlich, dass die Afrika-Reise auf die „Flugzeugrede“ und diese wiederum auf die „Kondomfrage“ reduziert wurde. Doch Reduktion ist das Geschäft der Medien. Wer hat denn schon Zeit und Lust, sich mit katholischer Moraltheologie im Ganzen zu beschäftigen oder eine Papstrede mal zu Ende zu lesen? Zwar würde man dann erkennen, dass die anscheinend so „lebensfremde“ Sexualmoral gar nicht das Ergebnis der pathologischen Gängelungsabsicht einer lustfeindlichen Altherrenrunde ist, sondern eine zwingende Folge der ganzheitlichen Sicht auf den Menschen als Person mit unveräußerlicher Würde, doch will man das eigentlich erkennen? Wer gegen den Zeitgeist einmal darauf achtet, dass die katholische Morallehre von der Personalität des Menschen ausgeht, auch und gerade dann, wenn es um Intimität und Sexualität geht, wird sich hüten, vorschnell von „unmenschlich“ zu sprechen, wenn es darum geht, das Kondom als Allheilmittel zu kritisieren, wie es der Papst regelmäßig und völlig zu Recht tut.

Die Aussage, dass nicht Kondome die erste Wahl bei der AIDS-Bekämpfung sind, insbesondere wenn es um die Verhinderung von Neuinfektionen geht, sondern Keuschheit und Treue, ist dabei nur dann ein medienträchtiger Skandal, wenn der Papst dies sagt. An der Riege professioneller Kirchenkritiker, die keine Chance zur Papstschelte ungenutzt verstreichen lässt, scheint indes völlig vorbeigegangen zu sein, dass dies seit Jahrzehnten auch die Position der wichtigsten katholischen Hilfswerke sowie zahlreicher säkularer Einrichtungen in der AIDS-Bekämpfung ist.

Das bischöfliche Hilfswerk Misereor etwa teilt den Standpunkt des Papstes: „Viele Menschen in Europa verbinden mit dem Schutz vor AIDS vorschnell Kondomkampagnen. Wer aber meint, unter den Lebensbedingungen der Armutsregionen wären sie das Mittel in der AIDS-Bekämpfung, greift viel zu kurz. Die Erfahrungen unserer Partner in Afrika, Asien und Lateinamerika und die Erfolge der gemeinsamen Projekte zeigen uns, dass ein wirksamer Schutz vor AIDS anders, das heißt ganzheitlich, ansetzen muss“. Das UN-Hilfswerk UNESCO und die Weltgesundheitsorganisation WHO propagieren den so genannten ABC-Ansatz, bei dem A (=abstinence; Enthaltsamkeit) und B (=behavior; Verhalten, also Treue [einige setzen für B „being faithful“) für vorrangig gegenüber C (=condoms; Kondome) erachtet werden. Die größten Erfolge erreicht man mit A, dann mit B und erst dann – als ultima ratio – mit C.

Einen eindrucksvollen Beleg für diese These liefert Uganda. Das Land hatte in den 1980er Jahren vergeblich versucht, das AIDS-Problem „technisch“, also mit der forcierten Abgabe von Kondomen zu lösen, gesponsert durch europäische Entwicklungsorganisationen. Erst durch eine von der katholischen Kirche sowie anderen religiösen Gemeinschaften unterstützte Kampagne für eine Veränderung des Sexualverhaltens, mit der darauf hingewirkt wurde, dass der erste Geschlechtsverkehr später stattfindet und Sex außerhalb einer festen Beziehung seltener geschieht, konnten in den 1990er Jahren die unverbindlichen Sexualkontakte um 60 Prozent und die AIDS-Quote um 70 Prozent gesenkt werden („Science“). Andere Länder der Region, die nur auf Kondome gesetzt hatten, konnten, so „Science“, keinerlei Erfolg messen. Heute hat Uganda mit 4% eine der niedrigsten AIDS-Raten des afrikanischen Kontinents.

Grundsätzlich scheint die Tatsache, dass die Zahl der Katholiken und die Zahl der AIDS-Kranken in Afrika negativ korreliert, weitgehend unbekannt zu sein. Folgt man den Statistiken der Zeitschriften „Komma“ und „ideaSpektrum“, so erkennt man: In den Ländern, in denen der Katholikenanteil bei unter 5% liegt, liegt der Anteil der HIV-Infizierten bei über 30% (Swaziland: 43% Infizierte, 5% Katholiken, Botswana: 37%, 4%), in den Ländern, in denen der Katholikenanteil bei unter 10% liegt, liegt der Anteil der HIV-Infizierten bei über 20% Simbabwe 25% Infizierte, 8% Katholiken, Südafrika 22%, 6%). Dort hingegen, wo der Katholikenanteil bei über 10% liegt, liegt der Anteil der HIV-Infizierten bei unter 20% (Sambia 17% Infizierte, 26% Katholiken, Malawi 14%, 19%). Und dort schließlich, wo der Katholikenanteil bei über 30% liegt, liegt der Anteil der HIV-Infizierten bei unter 5% (Ruanda 5% Infizierte, 47% Katholiken, Uganda 4%, 36 %). Kurz: Je mehr Katholiken, desto weniger AIDS.

Auf diese Erfahrungen in Uganda und diese eindrucksvollen Zahlen bezog sich offensichtlich auch Benedikt, als er auf seinem Flug nach Afrika zu einer „Humanisierung der Sexualität“ einlud. Auch wenn solche Fakten die eigene Meinung so sehr stören, dass man sie am besten vernachlässigt, ganz wegwischen sollte man sie nicht.

Was aber hat die Kirche gegen Kondome? Antwort: Nichts. Die Kirche hat nichts gegen Kondome an sich, auch nicht gegen deren Gebrauch im speziellen, sondern nur etwas dagegen, dass C vor B und A gelesen wird. Die katholische Morallehre besagt, das jeder katholische Christ enthaltsam leben sollte, wenn er nicht verheiratet ist. Wenn er verheiratet ist, muss es nicht enthaltsam leben. Wenn der Verheiratete infiziert ist und mit seinem Ehepartner schlafen will, darf er Kondome verwenden. Dies steht nicht im Widerspruch zur Auffassung der katholischen Morallehre hinsichtlich der Empfängnisverhütung (nach Auffassung der Kirche dürfen grundsätzlich keine Mittel zur künstlichen Empfängnisverhütung eingesetzt werden, wozu auch Kondome zählen), weil es hierbei ja gerade nicht um eine Handlung mit empfängnis-, sondern mit infektionsverhütender Wirkung geht und diese Wirkung für die Entscheidung, ein Kondom zu verwenden, in dem Fall des infizierten Ehepartners ausschlaggebend ist (so ein Dokument des Vatikan aus dem Jahre 2006). Für die moralische Bewertung einer Handlung ist in der katholischen Morallehre bekanntlich die intentionale Struktur, also die Ausrichtung des Willens maßgeblich, d. h. die Frage, was mit der Handlung beabsichtigt ist – nicht deren äußerer Vollzug. Also: In dieser Konstellation ist der Gebrauch des Kondoms erlaubt. Die beste, weil sicherste Variante ist freilich auch in der Ehe die Enthaltsamkeit, wenn einer der Partner AIDS hat, weil auch hier die Risikoerwägungen im Zusammenhang mit dem Kondomgebrauch gelten, von denen gleich noch die Rede sein wird.

Der Papst möchte aber eindringlich davor warnen, dass dieses ABC aus Gründen der Leichtfertigkeit und in einer hedonistischen Lebensweise, die weder Rücksicht auf andere noch auf sich selbst nimmt, grundsätzlich umgekehrt wird: erst C, dann B und dann – wenn überhaupt – A. Die katholische Kirche erinnert an die Bedeutung von A und B, während viele nur auf C setzen, obwohl nachweislich die größten Erfolge mit A, dann mit B und schließlich mit C erzielt werden. Das C als Allheilmittel führt in der Tat eher zu einer Verschlimmerung des Problems. Auch dafür gibt es einen traurigen Beleg: die Stadt Washington DC. Im „Schwarzwälder Boten“ vom 25. März 2009 war unter der Überschrift „Die Hauptstadt des AIDS“ zu lesen, dass 3 Prozent der Bevölkerung Washingtons mit dem HI-Virus infiziert sein soll. „Die tatsächliche Zahl liegt noch deutlich höher“, wird Bürgermeister Adrian Fenty zitiert, und die AIDS-Beauftragte der Stadt, Shannon Hader, meint: „Unsere Ansteckungsrate ist schlimmer als die in Westafrika.“ Tatsächlich: Um 22% ist die Zahl der Infizierten seit 2007 gestiegen. Man stehe vor einem Rätsel wie dies trotz der kostenlosen Abgabe von Kondomen geschehen konnte. Vielleicht sollte man der Stadtverwaltung von Washington DC die Telefonnummer des Bischofs von Uganda verraten.

Der Grund für eine solche Überlegenheit von A und B gegenüber C ist sehr einfach: das verbleibende Risiko, das bei A und B 0%, bei C aber etwa 10% beträgt, folgt man Making condoms work for HIV prevention (2004), einer Studie des Joint United Nations Programme on HIV/AIDS (UNAIDS), in der vier zwischen 1993 und 2002 durchgeführte wissenschaftliche Studien ausgewertet werden. Schaut man sich die Studien genauer an, merkt man schnell, dass UNAIDS sich an der optimistischsten orientiert. Im Einzelnen lauten die Ergebnisse: Senkung um 69%, 80%, 87% bzw. 93%. Das macht im Durchschnitt 82,25%. Die jüngste Studie aus dem Jahr 2002 von Weller und Davis ermittelt eine Senkung von 80%, was einem Restrisiko von 20% entspricht. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich würde nicht mehr fliegen, wenn ich damit rechnen müsste, dass jedes fünfte Flugzeug abstürzt.

Anders gesagt: Mit Kondomen kann lediglich die Zeit um den Faktor 5 bis 10 verzögert werden, bis eine erhebliche Infektions-Wahrscheinlichkeit erreicht wird. Noch drastischer: Wer regelmäßig Kondome verwendet, wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit früher oder später infizieren. Das ist der Unterschied zwischen „safe“ und „safer“. Kondome verschlimmern also insoweit das Problem, als sich ein Gefühl der Sicherheit einstellt, die Sicherheit selbst aber nicht da ist. Zusammen mit einer Mentalität der sexuellen Freizügigkeit trägt das Kondom, wenn es regelmäßig verwendet wird, allenfalls dazu bei, den Zeitpunkt der Infektion hinauszuzögern, nicht aber das Problem zu beseitigen.

Das Kondom unter diesen Umständen als wirksames (möglicherweise sogar einzig wirksames) Mittel gegen AIDS zu preisen und in Werbekampagnen von der (nicht vorhandenen) Sicherheit (als „Null-Risiko“) zu schwärmen, das ist unmenschlich und zynisch, nicht jedoch die Aussagen des Papstes. Denn seine Alternative heißt nicht Sex ohne Kondom, was das Risiko gegen 100% gehen ließe, sondern Treue. Zur Erinnerung: „A“ wie „abstinence“ und „B“ wie „behavior“ senken das Risiko auf 0%.

Die Lösung liegt in der Tat vielmehr in einem „spirituellen und menschlichen Erwachen“ und der „Freundschaft für die Leidenden“, wovon Benedikt spricht. Die Freundschaft besteht in der tätigen Nächstenliebe (jeder vierte afrikanische AIDS-Kranke wird in katholischen Einrichtungen versorgt), das Erwachen in der Besinnung auf Enthaltsamkeit und Treue. Das ist nicht leicht, aber möglich. Der Sexualtrieb liegt zwar in der Natur des Menschen, doch diese Natur ist nicht nur biologischer Art, sondern kennt die Vernunft und den Willen als wirksame Regulative. Eine Ethik wie die katholische Morallehre kann auf die Schwäche dieser Instanzen keine Rücksicht nehmen, denn das hieße, dem naturalistischen Fehlschluss vom Sein auf das Sollen zu verfallen. Und das wäre das Ende jeder Ethik.

Dass afrikanische Pfarrer im Einzelfall dennoch auf das Kondom als ad hoc-Lösung verweisen, ist kein Widerspruch zu der Regel, wenn es in begründeten Ausnahmen als Akt der Barmherzigkeit geschieht und nicht selbst zur Norm gemacht wird, durch die sich ein trügerisches Sicherheitsgefühl einstellte und sich der Irrtum verstetigte. Für die Gewissenentscheidung des Einzelnen hält sich die katholische Morallehre immer offen, nicht aber für die Lehrmeinung, durch das Verteilen von Kondomen könne man den Kampf gegen AIDS gewinnen. Daran ändern auch die üblichen Schimpfkanonaden unfehlbarer AIDS- und Afrika-Experten aus den Reihen der deutschen Politik nichts.

Der Papst ist Deutscher, der Papst ist Bayer. Daraus macht er keinen Hehl, warum auch. Auch wenn die Hysterie einiger Medien Formen der Berichterstattung hervorbrachten und -bringen, die gewöhnungsbedürftig sind und Ratzinger selbst wohl am wenigsten zugesagt haben dürften („Wir sind Papst!“), gibt er der weitgehend entkirchlichten Heimat einige dringend benötigte spirituelle Impulse, auch wenn der ökumenische Dialog weniger Rückenwind erhält als zu wünschen wäre. Seine Besuchsreisen in der Heimat waren Medienereignisse und interessierten nicht nur das katholische Stammpublikum.

Vielleicht kommt Benedikt ja im November nach Berlin, zum 20. Jahrestag des Mauerfalls. Dann könnte das Kirchenoberhaupt versuchen, nach den katholischen Rheinländern und Bayern auch die protestantischen Preußen zu erobern. Einen prominenten Protestanten hat der Papst schon auf seiner Seite: Christoph Markschies, Kirchenhistoriker und Präsident der Humboldt-Universität zu Berlin. Markschies hatte angesichts der La Sapienza-Affäre betont, an seiner Hochschule sei Benedikt im Falle eines Berlin-Besuchs jederzeit willkommen. Offenheit der akademischen Welt und Zeichen gelebter Ökumene – kein schlechter Lockruf aus einer Stadt, in der die Menschen wissen, wie lebensfeindlich künstliche Grenzen sind, die trennen, was eigentlich zusammengehört.

(Josef Bordat)