Der Blick nach innen
31. August 2010
Gehe behutsam mit dir und deiner Innerlichkeit um, denn du besitzt in dir etwas unvergleichlich Kostbares, wie du es in der äußeren Welt niemals wahrnehmen kannst.
Erinnere dich des öfteren an seine Gegenwart in dir, dann werden die Situationen und Dinge dieser Welt keine außerordentliche Macht mehr über dich gewinnen.
Peter Dykhoff
Der Wille Gottes
30. August 2010
Was ist der Wille Gottes?
Ich glaube, dass Gott dreierlei will:
Gott will, dass wir Ihn lieben.
Gott will, dass wir uns selbst lieben.
Gott will, dass wir einander lieben.
Das ist Gottes Wille.
(Josef Bordat)
Selbstverwirklichung
29. August 2010
Kein Mensch kann sich selbst verwirklichen, wenn er nicht leidenschaftlich für den Nächsten da ist. Jede Absage an liebendes Sich-Verschenken macht den Menschen ein Stück mehr krank. Unsolidarisch zu sein, schafft geistige Krüppel. Jede Liebestat ist ein Schritt zur Vervollkommnung des Menschen. Allein so ist Selbstverwirklichung möglich. Alles andere ist Abbau. Das entspricht dem Menschenbild und dem Gottesbild der Bibel. Der Abstieg Gottes in den Menschen mit allen Konsequenzen bis zum Tod ist der Höhepunkt der Geschichte der Solidarität.
Von dieser Maxime des Christseins kann nichts weggekürzt werden ohne Schaden für das Menschsein. Deshalb sind wir überzeugt davon, dass wir die wahre Freiheit gerade nicht durch Einschränkung unserer Zuwendung zum Mitmenschen erlangen, sondern durch Verschwendung der Liebe.
Joachim Reinelt, Bischof von Dresden-Meißen
Augustinus und die Liebe
28. August 2010
Gestern gedachte die Kirche der Mutter Monika, heute ist der Sohn dran: Augustinus, Bischof von Hippo, bedeutender Kirchenlehrer, wichtigster Philosoph im Übergang von Antike und Mittelalter. Zentrales Thema seines Denkens ist die Liebe. Drei Zitate sollen das verdeutlichen.
Ganz neu-platonisch bringt Augustinus ethische und ästhetische Maßstäbe miteinander in Beziehung: „Soviel in dir die Liebe wächst, soviel wächst die Schönheit in dir. Denn die Liebe ist die Schönheit der Seele.“
Wer wollte diese Schönheit nicht erreichen! Der Weg dahin führt über Umkehr und Askese: „Wandle das Herz, und das Werk wird sich wandeln! Reiß aus die Begierde, pflanze ein die Liebe! Wie nämlich die Begierde die Wurzel allen Übels ist, so ist auch die Liebe die Wurzel alles Guten.“
Und weil das so ist, gilt in Augustinus’ Ethik letztlich nur eine Norm: „Liebe und tu, was du willst.“ Oft wird die Voraussetzung – die Liebe – vergessen und die Norm auf die Konsequenz – Tu, was du willst. – reduziert. Doch ohne die gute Haltung führt die Handlung nicht zum Guten. Freiheit ist gebunden an Verantwortung oder – um Augustinus von hinten zu lesen – der Wille ist gebunden an die Liebe.
(Josef Bordat)
Gott in allen Geschöpfen
27. August 2010
Öffne die Augen, neige die geistigen Ohren, öffne die Lippen, schließe das Herz auf, damit du in allen Geschöpfen deinen Gott siehst und hörst und ihn lobst und liebst und verehrst und ihn anbetest und preist.
Bonaventura