Noch ein Memorandum
28. Februar 2011
Aus Österreich kommt eine weitere Antwort auf das so genannte „Theologen-Memorandum“, dem bereits mit der „Petition Pro Ecclesia“ eine Alternative entgegengestellt wurde: „Memorandum plus Freiheit“. Eine Leserin wies mich darauf hin und bat um einen Hinweis. Dem komme ich gerne nach.
Studierende und Absolvent/inn/en der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien haben ein „Memorandum plus Freiheit“ formuliert, in dem sie aus das Memorandum „Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch“ (im Volksmund: „Theologen-Memorandum“), das sie nach eigener Auskunft „sehr betroffen“ gemacht hat, eine Antwort geben, die insbesondere die Form der Professoren-Initiative rügt und darüber hinaus die Vermengung von Themen kritisiert. Konkret werfen die Jung-Akademiker/innen ihren arrivierten Kolleg/inn/en vor, die (angeblich „beispiellose“) „Krise der Kirche“ zu nutzen, um bestimmte Themen in den Vordergrund zu rücken, die jedoch theologisch auf einer ganz anderen Ebene lägen. Insbesondere die Verbindung von Fällen sexuellen Missbrauchs in der Kirche und Fragen zur Struktur der Kirche sei falsch: „So schlimm die Vergehen sind, so haben sie doch wenig mit den Forderungen zu tun.“
Die Rede von der „Krise“ auf- und ernstnehmend, vermissen die Autor/inn/en in dem kritisierten „Theologen-Memorandum“ den aufrechten Glauben („Was es braucht, ist eine Rückbesinnung auf das Haupt der Kirche, Jesus Christus. An seinem Leben sollen und dürfen wir uns orientieren.“), die ehrliche Demut („Jesus suchte in allen schwierigen Momenten die Stille und das persönliche Gebet zu seinem Vater. Mit Blick darauf lässt sich auch die Frage beantworten, was es in Momenten der Krise zu tun gilt. Im Ansatz des Memorandums mit all seinen Forderungen fehlen diese Aspekte jedoch völlig. Uns Theologen würde hier ein wenig mehr Demut gut tun“), die echte Dialogbereitschaft („Aber wir möchten nachfragen, ob in ihrer Auffassung nur diejenigen zur ,offenen Kommunikation’ bereit sind, die ihre Forderungspunkte annehmen?“) und die stärkende Integrationskraft („Die Unterzeichner monieren eine Diskrepanz zwischen ,Selbst- und Fremdbild’ der Kirche. Doch welchen Beitrag leisten auch sie selbst dazu, dass die beiden Bilder so weit ,auseinanderklaffen’? Wäre es nicht eine Aufgabe von Theologie, hier zu vermitteln?“). Tenor: Ein Rezept gegen die Krise sieht anders aus.
Weiterhin kritisieren die Wiener Autor/inn/en den Kirchen-, den Freiheits- und den Gewissensbegriff des „Theologen-Memorandum“ als wenig katholisch. Die kirchliche Lehre läge hier anders (was nicht verwundern darf, richtet sich das „Theologen-Memorandum“ ja gerade gegen diese Lehre). Doch auch ihre Erfahrungen seien andere, so die jungen Katholik/inn/en: „Das Kirchenbild, welches das Schreiben zeichnet, lässt uns die Kirche, wie wir sie wahrnehmen und erleben, nicht wiedererkennen. Aber auch die der Kirche vorgeworfene Lehre und Praxis spiegelt nicht das wider, was wir an der Kirche so lieben, und was uns überhaupt erst bewogen hat, Theologie zu studieren.“
Was wollen die Jung-Akademiker/innen? Sie formulieren ihre eigene Perspektive: „Wünschenswert erscheint uns ein theologischer Dialog, der nicht durch voreingenommene, fast schon stereotype Formulierungen ,die Kirche’ anprangert, sondern durch gemeinsames Hören auf die Wahrheit und die Herausforderungen der heutigen Zeit die Freiheitsbotschaft des Evangeliums aufscheinen lässt.“ Das klingt vernünftig. Und gläubig.
(Josef Bordat)
Die Grundentscheidung
28. Februar 2011
Es geht um die Grundentscheidung, nicht Nutzen und Erwerb, Karriere und Erfolg als letztes Ziel meines Lebens anzusehen, sondern Wahrheit und Liebe als die eigentlichen Maßstäbe anzuerkennen.
Benedikt XVI.
Flitterwochenende
25. Februar 2011
Aus dem Evangelium vom Tage: Am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie als Mann und Frau geschaffen. Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen, und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. (Mk 10, 6-9)
Nun haben wir doch noch ein schönes Hochzeitstagsgeschenk für uns beide gefunden: Eine Kurzreise nach Tarragona und Castellon, gewissermaßen ein Flitterwochenende, acht Jahre nach unserer Hochzeit.
27. Februar 2003, Arequipa/Perú: Die Mittagssonne brennt in den Augen.
Am Samstag steht eine Benefiz-Calçotada (ein typisch katalonisches Festessen im Frühjahr), organisiert von der Fokolarbewegung zugunsten Bedürftiger aus der Region Tarragona auf dem Programm, am Sonntag eine Wanderung durch Olivenhaine und Mandelplantagen (die Bäume sollen derzeit prächtig blühen). In meinem Katalonienblog wird darüber noch zu berichten sein.
Schönes Wochenende – und bis Montag!
Ihr
Josef Bordat
Kardinal Sterzinsky verzichtet auf Amt
25. Februar 2011
Der schwer kranke Georg Kardinal Sterzinsky, Erzbischof von Berlin, der am 9. Februar 75 Jahre alt geworden ist, verzichtet auf sein Amt. Sein Gesuch wurde gestern von Papst Benedikt angenommen und gilt mit sofortiger Wirkung. Das Erzbistum wird bis zur Ernennung eines Nachfolgers von Weihbischof Matthias Heinrich kommissarisch geleitet.
Der Herr Kardinal liegt nach wie vor im künstlichen Koma, sein gesundheitlicher Zustand ist ernst. Diese Meldung sei daher verbunden mit der Bitte um Ihr Gebet.
(Josef Bordat)
Gott, das höchste Gut
25. Februar 2011
Dich wahren Gott ich finde
in meinem Fleisch und Blut,
darum ich fest mich binde,
an dich, mein höchstes Gut.
Friedrich Spee von Langenfeld, der heute vor 420 Jahren in Kaiserswerth geboren wurde