„Konservativ“ und „christlich“
23. Juli 2011
In Norwegen ist ein Doppelanschlag verübt worden, bei dem 91 Menschen ums Leben kamen. Nachdem eine Bombe im Osloer Regierungsviertel explodierte und 7 Menschen in den Tod riss, sind in einem Jugendlager auf der Insel Utøya 84 Menschen erschossen worden. Das meldet Tagesschau.de. Der mutmaßliche Täter – ein 32jähriger Norweger – soll laut unterschiedlicher Quellen „Rechtsextremist“ sein bzw. der „rechten Szene“ angehören resp. Kontakt zu selbiger unterhalten haben. In einer Selbstbeschreibung auf seiner (mittlerweile gesperrten) Seite im Facebook soll er sich laut Tagesschau.de als „konservativ“ und „christlich“ bezeichnet haben.
Ich möchte allerdings bezweifeln, dass er sich der Bedeutung dieser Begriffe im vollen Umfang ihrer Semantik bewusst war. Wer das Leben und die Würde des Menschen und zentrale Werte der Gemeinschaft bewahren will (also konservativ ist) sowie die feste Absicht hat, Gott und seinen Nächsten zu lieben wie sich selbst (sich also vom Kerngedanken des christlichen Glauben leiten lässt) legt keine Bomben und schießt nicht auf Menschen. Eine größere Diskrepanz von Anspruch und Wirklichkeit kann es wohl kaum geben.
Mein Mitgefühl und mein Gebet gilt den Opfern, denen, die den Tod fanden, und denen, die überlebten und nun mit dieser Erfahrung weiterleben müssen. Mein Mitgefühl und mein Gebet gilt den Angehörigen der Opfer und allen, die sich in den kommenden Stunden, Tagen, Wochen, Monaten und Jahren um sie kümmern werden.
(Josef Bordat)