Jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde
29. Oktober 2011
Heute endet – ganz offiziell – der Sommer: Die Uhren werden zurückgestellt. Das bedeutet: Eine Stunde geschenkte Zeit. Was man in der geschenkten Stunde alles machen könnte! Wenn man denn wollte. Einige Vorschläge für Kurzentschlossene.
1. Liegengebliebene E-Mails beantworten vom Typus „Ich habe Ihre Blogbeiträge ,Heideggers hermeneutische Phänomenologie’, ,Der Naturrechtsbegriff des Neothomismus’ und ,Wer wird Europameister 2008?’ gelesen und wollte Ihnen sagen, dass jeder, der heute noch an Gott glaubt, doof ist!“.
2. Alternativbezeichnungen für „katholisch“ in einschlägigen Internetforen alphabetisch ordnen (von A wie „absolut menschenverachtend“ bis Z wie „ziemlich menschenverachtend“).
3. Sein Lieblingsbuch lesen (Heinz Flohe: Der Weg zur Deutschen Meisterschaft. München 1978).
4. Nachdenken darüber, warum der Papst nicht seine Schuhe verkauft, um den Welthunger zu beseitigen.
5. Oder Real Madrids Schulden zu zahlen.
6. Oder wenigstens die Zinsen.
7. Hobbys nachgehen, zu denen man sonst eher selten kommt (Übersetzung von Lidl-Prospekten ins Sanskrit, Rahner lesen, häkeln).
8. Das Arbeitszimmer aufräumen.
9. Das Wohnzimmer aufräumen.
10. Einem lieben Menschen einen Brief schreiben.
11. Überlegen, wo der Schrecken am Montag größer ist: Halloween oder Reformationstag.
12. Noch mal den tieferen Sinn in den Stellungnahmen gegen den Papstbesuch suchen. Die restlichen 58 Minuten: Einem lieben Menschen einen Brief schreiben.
13. Laterne basteln und sich auf den 11.11.11 freuen.
14. Sich auf den 11.11.11 freuen und schon mal 23 Bier kaltstellen.
15. Neue Blogbeiträge konzipieren. Arbeitstitel ausdenken (1. Also doch: Woelki kauft Griechenland! – „Ohne Lesbos!“; 2. Lesbos: Weltbild springt ein!; 3. Wer wird Europameister 2012?)
Oder schlafen. Eine Stunde länger.
(Josef Bordat)