Die Gruppe „Juristen gegen Umweltverschmutzung und Xenophobie“ (JUX) hat auf dem Klimagipfel in Durban Papst Benedikt XVI. wegen dessen Beitrag zum Klimawandel gerügt und mit einer Klage vor dem IStGH gedroht. „Herr Ratzinger“, so heißt es in der Erklärung, trage durch seine Atmung zum Anstieg des CO2-Gehalts in der Erdatmosphäre bei. Als Beweis bietet die Gruppe das „Lehrbuch der Biologie für die Klassenstufe 9 (Stoffwechsel)“ an. Ob der IStGH die Klage annehmen wird, ist unklar, weil das Bio-Buch nur für den Unterricht an rheinland-pfälzischen Gymnasien zugelassen ist, der Papst jedoch aus Bayern stammt.
(Josef Bordat)
Lassen. Netze, Boot und Vater
30. November 2011
Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen gerade ihr Netz in den See, denn sie waren Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und richteten ihre Netze her. Er rief sie, und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus. (Matthäus 4, 18-22)
Jesus spricht an verschiedenen Stellen vom Lassen, davon, dass wir alles aufgeben sollen, um Ihm zu folgen. Zunächst und vor allem bei der Berufung der ersten Jünger, von der im heutigen Tagesevangelium die Rede ist. Hier zeigt sich deutlich die Breite des Lassensbegriffs, hier zeigt sich, dass der Mensch verdinglichte Denk- und Handlungsstrukturen überwinden und alle Weltbindung aufgeben muss, um die Nachfolge Christi anzutreten. Das ist hart, das erfordert Kraft. Das ist eine Zumutung.
Jesus verlangt für die Nachfolge, für den Weg ins Reich Gottes, für den Gewinn des Ewigen Lebens eine Radikalität, die selbst sein anspruchsvolles Liebesgebot noch einmal verschärft. Seine Forderung ist in der Tat sehr hart. Dennoch ist das Lassen notwendig, denn nur so wird man offen und frei für das ganz Andere, das Er zu bieten hat, nur so befähigt man sich selbst, den „Ganz Anderen“ zu erkennen – Gott. Es ist damit eine heilsame Zumutung.
Sie hat als solche auch für uns Christen heute nichts von ihrer Bedeutung eingebüßt. Wir brauchen dafür zwar nicht physisch unsere Arbeit und unsere Familie lassen, doch gleichwohl psychisch. Wir sollten unsere Seele nicht an etwas hängen, das vergeht, sondern an den Unvergänglichen – an Gott.
Die Folge: Das Lassen der Haus- und-Hof-Probleme macht frei – jetzt, im Augenblick. Wer gelassen hat, wird gelassen. Gelassenheit verschafft im Augenblick des Geschehens die Ruhe, die man sonst mit zeitlichem Abstand gewinnt. Alltagsprobleme türmen sich oft hoch auf, wie ein Berg. Das kann entmutigen, auch im Glauben. Wer – zumindest gedanklich – lässt und daran denkt, dass letztlich alles, Haus, Hof, Job, Familie, Freunde und man selbst vergänglich ist und diese Welt verlassen muss, dabei stets geborgen bleibt in Gott, der kann gedanklich bereits jetzt die Welt „verlassen“ und die Probleme auf diese Weise depotenzieren.
Ist das nicht rücksichtslos, verantwortungslos? Nein, ganz im Gegenteil: Erst dadurch, dass ich nicht mehr um meine Probleme kreise und mich an Dinge oder Menschen klammere, kann ich lieben: Haus, Hof, Job, Familie, Freunde – und mich selbst. Und den, von dem alles abhängt und der mich nicht verlässt – Gott.
(Josef Bordat)
Adventskalender
30. November 2011
Morgen wird das erste Türchen am Adventskalender geöffnet. Zum vierten Mal gibt es von mir für Sie und Euch, liebe Leserinnen und Leser, den selbstgebastelten virtuellen Adventskalender, in dem sich hinter den „Türchen“ Verweise zu vierundzwanzig meiner Texte aus 2011 befinden. Die Verweise sind bereits alle aktiviert. Aber wie immer gilt: Jeden Tag nur ein „Türchen“!
Eine schöne Adventszeit!
Ihr und Euer
Josef Bordat
Ein Mann aus Karlsruhe hat Martin, Bischof von Tours, angezeigt – wegen Sachbeschädigung! Die so genannte „Teilung des Mantels“, dessen Eigentumsverhältnisse nach Angaben der Staatsanwaltschaft in der Tat „noch ungeklärt“ sind, sei in der Absicht erfolgt, ein völlig integeres Kleidungsstück zu zerstören. Dass Martin angeblich aus Nächstenliebe gehandelt und einem Bettler das Leben gerettet habe, spiele dabei keine Rolle. „Hier geht’s ums Recht“, erläutert sein Anwalt Dr. Manfred Brockmüller aus Lüdenscheid.
Ferner hätte sich Martin mit seinem Schwert erhebliche Schnittverletzungen zuziehen können. Ein derartiger Einsatz von Hieb- und Stichwaffen durch einen Soldaten sei zudem „kein gutes Vorbild“ für Kinder und Jugendliche, wie Brockmüller erklärte, der zuletzt mit einer Klage gegen die Stadt Troja (Türkei) Schlagzeilen gemacht hatte, der er beim Bau des Pferdes erhebliche Sicherheitsmängel vorwarf. Unterstützung bekam Brockmüller damals vom TÜV Rheinland.
Ob die Anzeige gegen Martin, der sich zu den Vorwürfen bisher nicht äußerte, nun das Aus für die beliebten Laternenumzüge bedeutet, ist zur Stunde noch ungewiss. Sein Mandant sehe einem Ende der Tradition allerdings sehr gelassen entgegen. Es sei zwar nicht das Ziel der Anzeige, aber dennoch ein durchaus erwünschter Nebeneffekt. „Auch wegen die Hexen“, wie der 58jährige Maschinenbauingenieur auf Nachfrage betonte.
(Josef Bordat)
