Die Sache mit der Witwe
November 8, 2009
Es ist eine der bekannteren Szenen aus dem Leben Jesu, die das heutige Evangelium beschreibt.
Als Jesus einmal dem Opferkasten gegenübersaß, sah er zu, wie die Leute Geld in den Kasten warfen. Viele Reiche kamen und gaben viel. Da kam auch eine arme Witwe und warf zwei kleine Münzen hinein. Er rief seine Jünger zu sich und sagte: Amen, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten hineingeworfen als alle andern. Denn sie alle haben nur etwas von ihrem Überfluss hergegeben; diese Frau aber, die kaum das Nötigste zum Leben hat, sie hat alles gegeben, was sie besaß, ihren ganzen Lebensunterhalt. (Mk 12, 41-44)
Es handelt sich – trotz der Liebe zum Detail und der vermeintlich klar abgegrenzten Thematik – um ein Bild, das einer Deutung bedarf. Klar ist, dass es um das Opfer geht, um das Opfer, das ein Mensch für Gott und für den Nächsten zu tun bereit ist.
In einer ersten Deutungsstufe wird der Vergleich des absoluten Opfers zu einem Vergleich der Relation zwischen Gegebenheit und Gegebenem. Diese Deutung verbleibt auf der Ebene des materiellen Opfers. Die Witwe hat insoweit „mehr“ geopfert als es für sie, in Relation zu ihrem Vermögen, „mehr“ war als die Opfergabe der Reichen. Sie gibt prozentual mehr. Das ist ein Aspekt, der uns in Debatten um das richtige Maß, etwa bei der Steuer, immer wieder begegnet. 1 Euro ist 1 Euro, doch für den, der 1000 Euro hat nur 1 Promille, für den, der 10 Euro hat aber schon 10 Prozent. Als uns im Frühjahr 2005 der Tsunami in Südost-Asien zum Spenden anhielt, haben Prominente wie Normalverbraucher Geld geopfert. Eine Boulevardzeitung schrieb damals, Michael Schumacher habe wohl mehrere Millionen Euro gegeben. Der SPD-Politiker Franz Müntefering sagte daraufhin, ihm seien die 50 Cent eines Arbeitslosen lieber als die Millionen eines Formel 1-Weltmeisters. Auf den ersten Blick könnte man eine Analogie zu Jesu Position aus der Erzählung von der Witwe herauslesen: Wir müssen das Opfer in Relation setzen zum Opfernden. Diese erste Deutungsstufe nimmt Jesus auch in der Tat selbst vor. Sie gehört damit noch zur Erzählung, zum Bild. Jesus öffnet aber schon die Perspektive für eine zweite Deutungsstufe, in der es nicht mehr um materielle Dinge geht.
Die Witwe gibt nicht nur – für ihre Verhältnisse – viel, sie gibt alles, 100 Prozent. Damit ist ein Maß erreicht, das nicht mehr nach Verhältnismäßigkeit fragt, sondern das jedes denkbare Maß sprengt. Und damit ist klar, dass wir über Grundsätzliches reden, das lediglich mit etwas sehr Grundlegendem, nämlich Geld, versinnbildlicht werden soll. Wir reden über die totale Hingabe an Gott, die im Vertrauen auf Gott ihren Grund hat. Nur, weil es um Gott geht, kann die Witwe alles geben. Im Bund mit Gott braucht sie keine irdische Rückversicherung. Joachim Reinelt, Bischof von Dresden-Meißen, führt dazu aus: „Ganz selbstverständlich kommt sie und gibt alles her, was sie besitzt, ihren ganzen Lebensunterhalt. Nur zwei kleine Münzen wirft sie in den Opferkasten. In den Augen der Wohlhabenden eine unbedeutende Opfergabe, in den Augen Jesu Christi, des Meisters, eine Tat des vollendeten Vertrauens auf die gütige Vorsehung des Vaters im Himmel. Er wird für sie sorgen, gerade weil sie von diesem Augenblick an völlig mittellos dasteht. Eine wichtige Erfahrung, eine Lehre für die Jünger, die der Herr ausschickt, in Vollmacht das Reich Gottes zu verkünden. Diese Witwe öffnet ihnen und uns eine Tür zu der Einsicht: Vater im Himmel, auf deine Güte darf ich so stark vertrauen, wie es Franziskus und Klara, Dominikus und Elisabeth, Ignatius und Tausende von Christen vorbildlich getan haben.“
Die Heiligen – zählen wir die Witwe ruhig dazu – sind uns Vorbild im Glauben, im Vertrauen und in der Hingabe. Sie haben sich ganz Gott hingegeben. Sie haben sich gegeben. Auch wir sollen deshalb nicht etwas, sondern uns geben. Christlicher Glaube ist kein Taktikspielchen und auch keine Relationsrechnung, christlicher Glaube ist Lebensform – ohne Wenn und Aber. Unsere Opfergabe ist unser Leben als solches. Denn Gott hat uns auch nicht bloß etwas gegeben, sondern sich, in Jesus Christus, unserem Herrn.
(Josef Bordat)
Heil und Dienst
Oktober 18, 2009
[Jesus] sagte: Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden übergeben; sie werden ihn verspotten, anspucken, geißeln und töten. Aber nach drei Tagen wird er auferstehen. Da traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sagten: Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst. Er antwortete: Was soll ich für euch tun? Sie sagten zu ihm: Lass in deinem Reich einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde? Sie antworteten: Wir können es. Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde. Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die diese Plätze bestimmt sind. (Mk 10, 33-40)
Jesus formuliert in der Antwort auf die Frage von Jakobus und Johannes eine klare Absage an einen Heilsegoismus, der das Gute nicht um des Guten willens tut, der nicht um der Liebe willen liebt und der nicht um Jesu willen in die Nachfolge tritt. Sondern um des eigenen Heils willen. Das Heil aber ist Ergebnis, nicht Grund des Glaubens und der Nachfolge. Glaube und Nachfolge, das ist eine Frage der Wahrheit und der Erfahrung – nicht des Nutzenkalküls.
Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über Jakobus und Johannes. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele. (Mk 10, 41-45)
Macht soll sich in Dienstbarkeit zeigen, die den anderen komplettiert. Wer viel zu bieten hat, muss daher viel dienen. Der Dienst des Christen als Ausdruck von Glaube und Nachfolge hofft dabei nicht auf Kompensation, sondern auf Erfüllung – das ist etwas anderes. In den Worten Werner Thissens, Erzbischof von Hamburg: „Wer in der Nachfolge Christi meint, er habe dadurch Aussicht auf den besten Platz, den größten Vorteil, den höchsten Gewinn, der muss sich von Jesus sagen lassen: So nicht. Denn der beste Platz ist bald langweilig. Der größte Vorteil schmeckt auf Dauer fade. Der höchste Gewinn macht süchtig nach mehr. Christsein ist immer auch Kreuz tragen, dienen, letzter Platz. Wie bei Jesus. Und führt gerade so zu einzigartiger Erfüllung. Nicht so sehr durch Willensanstrengung. Sondern vor allem durch Gemeinschaft mit Jesus Christus. Theoretisch ist das kaum zu fassen. Aber praktisch ist es erfahrbar.“
(Josef Bordat)
Wie ein Kind
Oktober 2, 2009
Im heutigen Tagesevangelium (Mt 18, 1-5 und 10) steht die Antwort Jesu auf die Frage der Jünger, wer im Himmelreich der Größte sei. Er gibt sie – wie so oft – indirekt, indem er sich zur Veranschaulichung auf ein vermittelndes Drittes bezieht, ein Gleichnis, ein Beispiel, ein Gegenstand. Hier ist es ein Kind, das er in ihre Mitte stellt. Dann sagt er die berühmten Worte: „Amen, das sage ich euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte.“ (Mt 18, 3-4). Leider steht im 18. Kapitel des Matthäusevangeliums nicht, wie die Jünger im einzelnen auf die „Rede über das Leben in der Gemeinde“ reagieren, was sie über den Einsatz für das eine verlorene Schaf sagen, für das man die Herde verlassen soll (Mt 18, 12-14), über die grenzenlose Vergebungsbereitschaft, die Jesus einfordert (Mt 18, 21-22) oder eben über das Paradebeispiel gelungener Nachfolge: ein Kind. Vor meinem geistigen Auge sehe ich, wie sich ratlose Männer anblicken: Ausgerechnet ein Kind!
Werden wie ein Kind – wie geht das? Zunächst mal: Wie könnte es gemeint sein? Ich glaube, Jesus will neben dem Motiv der Demut („klein sein“) auf die Reinheit, Klarheit, Offenheit und Begeisterungsfähigkeit der Kinder hinaus – und auf ihr Vertrauen. Bei einem Erwachsenen ist das längst passé, überlagert von schlechten Erfahrungen. Alles andere als wachsame Skepsis schickt sich nicht für jemanden, der ernst genommen werden will. Was dem Kind eignet, ist dem Erwachsenen verpönt. Hinzu kommt der Stolz auf unser Wissen, unseren Verstand, unsere intellektuelle Überlegenheit den vermeintlich Schwächeren gegenüber. Bloß selbst keine Schwäche zeigen, bloß nicht für naiv gehalten werden, weil man glaubt und vertraut wider den Augenschein.
Ein kindliches Herz ist makellos. Erich Kästner bringt das so schön zum Ausdruck, wenn er sagt: „Wir könnten Menschen sein, einst waren wir schon Kinder.“ Es gibt eine unstillbare Sehnsucht zum und nach dem Kinde in uns. Im Glauben kann diese Sehnsucht erfüllt werden.
Doch für den Glauben bedarf es schon der Bereitschaft zum Kindlichen, zur Naivität. „Naiv“ – das ist unter Erwachsenen ein Schimpfwort, gleichbedeutend mit dem Mangel an Einsicht in die wahre Natur der Dinge bzw. in das, was man dafür hält. Für viele ist es zugleich ein Attribut des christlichen Glaubens mit seinen einfachen Lösungen. Für naiv gehalten zu werden, ist heute die Angst vieler Christen, die deshalb lieber von ihrem Glauben schweigen.
Tatsächlich ist Naivität, verstanden als Hang zum unverfälscht Kindlichen, notwendige Voraussetzung für den christlichen Glauben. Jesus fordert Naivität ein, wenn er auf die Kinder verweist, die in den Augen der Welt klein, in den Augen Gottes aber groß sind. Nur so kann Gott uns nahe kommen: Wenn wir seine Kinder sind. Deshalb müssen wir wie Kinder werden.
Noch einmal: Was bedeutet das? Vielleicht zunächst: Was bedeutet es nicht? Wir sollen nicht unseren Verstand ausschalten und uns dümmer stellen als wir sind. Wer die Wurzel aus 8 berechnen kann und die Hauptstadt von Honduras kennt, darf sein Wissen gerne behalten. Doch er sollte sich in Demut der Weisheit Gottes nähern. Der christliche Glaube, der sich an dem Kinder-Beispiel Jesu orientiert, legt niemandem ein Denkverbot auf, sondern lädt ein, von einer bestimmten Denkweise zu lassen, die Gott daran hindert, unseren Stolz in Demut zu verwandeln. Habe Mut, Dich Deines Verstandes zu bedienen, zugleich jedoch die Kraft, Dich Deines allzu oft sehr festen Verständnisses der Dinge zu enthalten, zugunsten eines kindlichen, grenzenlosen Vertrauens in die Weisheit der Liebe Gottes, die den Verstand des Menschen übersteigt. Denn nur mit einem solchen Gemüt will und kann Gott handeln, weil nur ein solches Gemüt für Gottes Handeln offen ist. Nur ein solches Gemüt bringt uns ins Himmelreich.
Werden wie ein Kind. Wer werden will „wie“, muss maßnehmen am Vorbild, hinhören und hinschauen, um dem Beispiel schließlich folgen zu können. Gestern Vormittag walte ich in der Sakristei meines Küster-Amtes, als ich an der Tür ein ziemlich lautes Klopfen höre. Ich gehe zu der Tür. Neben das Klopfen tritt Kindergeschrei. Der Konrad-Kindergarten nutzt ab und zu unseren Pfarrsaal, der unmittelbar an die Kirche anschließt, für die Morgengymnastik der Kleinen. Ich öffne. Die Kinder – es mögen vielleicht sieben, acht gewesen sein – reagieren etwas erschrocken, ob meines unerwarteten Auftritts, fangen sich aber sehr schnell und beginnen, mich fröhlich zu grüßen, mir ihre Namen zu nennen, zu erzählen, was sie gemacht haben und was sie vorhaben. Ein Dreijähriger mimt den Sprecher und stellt mir Fragen, ohne lange auf Antwort zu warten. Die gehen ohnehin im Getümmel unter. Die Erzieherin kommt, um die Gruppe zurück in die Kita zu bringen. Unvermittelt verabschiedet sich der kleine Wortführer: „Du bist mein Freund!“ – Dieser Abschied ist für mich der Beginn eines etwas besseren Verständnisses des heutigen Evangeliums.
(Josef Bordat)
Die Liebe Gottes im Zeichen des Kreuzes
September 13, 2009
Da fragte er sie: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete ihm: Du bist der Messias! (Mk 8, 29)
Der Herr hat schon vorher seinen Jüngern angekündigt, dass er nach Jerusalem gehen müsse. Dort „müsse der Menschensohn vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er werde getötet, aber nach drei Tagen werde er auferstehen“ (Mk 8, 31). Nach dieser Ankündigung macht sich Petrus zum Sprecher der Apostel. Bei Markus heißt es ausdrücklich: „Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe. Jesus wandte sich um, sah seine Jünger an und wies Petrus mit den Worten zurecht: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen“ (Mk 8, 32b-33). Die Liebe Gottes drängt den Sohn, das ihm übertragene Werk zu vollbringen, die Menschen wieder Kinder Gottes werden zu lassen. Dabei lässt der Herr sich von niemandem aufhalten oder abdrängen. Der schärfste Tadel, den Jesus in seinem Leben ausgesprochen hat, gilt dem Petrus: „Weg mit dir, Satan, du denkst, was die Menschen wollen, aber nicht, was Gott will.“ Gott will nicht das Kreuz, aber er will die Menschen mit seiner grenzenlosen Liebe an sein Herz zurückführen.
Er mag uns leiden, er liebt uns, er ist der Hüter seiner Brüder und Schwestern geworden, und das kostet ihn den Tod am Kreuz.
Joachim Kardinal Meisner (Erzbischof von Köln)
Der größte Sieg
August 13, 2009
Ein Beitrag zur Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2009 in Berlin
„Wisst ihr nicht, dass die Läufer im Stadion zwar alle laufen, aber dass nur einer den Siegespreis gewinnt? Lauft so, dass ihr ihn gewinnt. Jeder Wettkämpfer lebt aber völlig enthaltsam; jene tun dies, um einen vergänglichen, wir aber, um einen unvergänglichen Siegeskranz zu gewinnen. Darum laufe ich nicht wie einer, der ziellos läuft, und kämpfe mit der Faust nicht wie einer, der in die Luft schlägt; vielmehr züchtige und unterwerfe ich meinen Leib, damit ich nicht anderen predige und selbst verworfen werde.“ (1. Kor 9, 24-27)
Der Apostel Paulus war kein Leichtathlet. Dennoch nimmt er sich die Athleten zum Vorbild und präsentiert sie als solche der Gemeinde von Korinth – zur Orientierung und Motivation im Glaubensleben. Ihre Wettkämpfe stehen sinnbildlich für den Lebenskampf des Christen, denn sie verlangen Beharrlichkeit und Enthaltsamkeit. Der Lebenskampf des Christen hat wie der Wettkampf des Athleten ein Ziel: den Siegespreis zu erringen. Bei den Athleten war dieser damals ein Kranz aus Lorbeerblättern, heute ist es eine Goldmedaille. Der Christ hat dem Athleten jedoch eines voraus: Während dessen Ruhm mit der Zeit verblasst, kann sich jener auf ewigen Ruhm freuen.
Dem Zeichen der Würde des Siegers in der Leichtathletik (oder eben ihrer antiken Vorläufer) – der bald welkende Lorbeerkranz, das verblassende Gold – steht die besondere unverlierbare Würde des Menschen gegenüber, die sich in der Gottebenbildlichkeit zeigt, derer sich der Christ nach bestandenem Glaubenskampf – ein Kampf mit sich selbst und dem Zeitgeist – stets und ständig gewiss sein darf. Diese Würde eignet ihm ohne jede Zuerkennung – durch die Güte und Gnade Gottes. Man muss für sie nichts besonderes leisten, kein Athlet sein. Diese Würde ist ein Geschenk. Und man kann sie auch niemandem wegnehmen. Niemand geht leer aus, niemand muss sich als Verlierer fühlen. Dieser Siegespreis ist für jeden Menschen, denn Gottes Güte und Gnade gilt allen. Und er ist von zeitlosem Wert, er gilt in Ewigkeit.
Wenn ich in diesen Tagen, in denen ich als Betreuer einiger lateinamerikanischer Mannschaften arbeite, die enormen Anstrengungen der Leichtathleten sehe, muss ich mich immer wieder fragen, welchen „Einsatz“ ich eigentlich zeige, um meine Dankbarkeit für die Goldmedaille, die Gott mir geschenkt hat, auszudrücken. Denn ganz ohne „Training“ geht es auch im Glauben nicht. Bei aller Unterschiedlichkeit der Siegespreise eint den Athleten und den Christen doch, so der Sportsfreund Paulus, eine gewisse Strenge gegen sich selbst, um mit gutem Beispiel voranzugehen. Vor allem aber, um das letzte Ziel nicht zu verfehlen.
(Josef Bordat)