Ein Einwurf anlässlich des Reformationstags 2009.

Am 2. September 2004 brennt die Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar lichterloh. Ein Mann rennt in die Flammen, um die bedeutendsten Bücher zu retten – Direktor Michael Knoche. Auf die Frage, welche Sammlungsstücke denn so wertvoll seien, dass er dafür sein Leben aufs Spiel gesetzt habe, antwortet Knoche: „Eine Lutherbibel von 1534. Dazu habe ich noch zwei Ausgaben des Neuen Testaments von 1522 draufgepackt.“ Der couragierte Akt des bibliophilen Mannes macht deutlich, welchen Stellenwert Luthers Übersetzungsarbeiten haben.

Luther ist zunächst bekannt als Reformator. Er wandte sich gegen die Werkgerechtigkeit und die daraus resultierenden Praktiken der Kirche wie dem Ablasshandel und sah die Rechtfertigung des Menschen vor Gott – zentrales Thema der christlichen Theologie – allein im Glauben. Dieser wird dem Menschen durch die Gnade Gottes ans Herz gelegt und durch die heilige Schrift des Christentums, die Bibel, offenbart – sola gratia, sola fide, sola scriptura. Bis heute ist dieses Bekenntnis für Lutheraner in der ganzen Welt zentral.

Den Kirchenherren seiner Zeit und dem katholischen Kaiser Karl V. gefiel dieser Ansatz unterdessen überhaupt nicht. Der Reformator muss sich beim Reichstag zu Worms (1521) vor der geistlichen und weltlichen Obrigkeit rechtfertigen. Luther geht unbehelligt aus der Anhörung, obwohl er nicht bereit ist, seine Schriften zu widerrufen. Karl verhängt gegen den widerspenstigen Mönch die Reichsacht, eine Art Haftbefehl. Auf dem Rückweg nach Wittenberg wird Luther „entführt“ und im Auftrag seines Kurfürsten Friedrich von Sachsen auf die Wartburg verbracht. Als „Junker Jörg“ beginnt Luther mit der Übersetzung der Bibel in sein „geliebtes Deutsch“.

Trotz „vielfacher Belästigungen durch den Teufel“ übersetzt Luther in knapp drei Monaten das Neue Testament aus dem Griechischen ins Deutsche. 1522 geht es als so genannte „Septemberbibel“ in den Druck. Obwohl die Auflage (3000 Exemplare) und der Preis (1,50 Gulden) hoch lagen, war sie rasch vergriffen. Das mag Luther angespornt haben, sogleich mit dem weit umfangreicheren Alten Testament fortzusetzen, das er von 1523 bis 1534 übersetzte und kommentierte. Zur Michaelismesse im Oktober 1534 konnte Luther seine „Biblia, das ist, die gantze Heilige Schrifft, Deudsch“ vorlegen.

In seinen „Summarien über die Psalmen und Ursach des Dolmetschens“ (1533) gibt Luther Auskunft über sein Übersetzungsprinzip, das seiner theologischen Haltung geschuldet ist: größtmögliche Verständlichkeit bei größtmöglicher Nähe zum Ursprungstext. Das fordert einerseits einen reichen differenzierten Wortschatz für eine treffende Ausdrucksweise und eine große Kreativität, um durch Sprachschöpfungen vorhandene Lücken zu schließen, andererseits eine Beachtung der Umgangssprache, also „dem Volk aufs Maul zu schauen“, wie Luther es ausdrückte. Manchmal bringt Luther spielerisch Regionales im Text unter und erreicht damit eine besondere Präzision. In Lukas 21, 2 übersetzt er die kleine Opfergabe der armen Witwe mit „Scherflein“ – der Scherf war eine Erfurter Münze. Doch der Text musste die Sprachgrenzen regionaler Idiome überschreiten, um überall verstanden zu werden, durfte also nicht zu sehr von der Herkunft des Verfassers geprägt sein. Dies gelingt Luther, obwohl das „Meißner Kanzleideutsch“ seinen Sprachduktus geformt hat – und damit letztlich auch unsere gemeinsame deutsche Sprache.

Luthers Einfluss auf das Deutsche als Volkssprache ist kaum zu überschätzen. Auch wenn vor ihm Deutsch gesprochen und geschrieben wurde, wird er mit seiner Bibelübersetzung zum größten Förderer einer einheitlichen neuhochdeutschen Schriftsprache. Hinsichtlich Lautstand, Orthographie, Flexion und Syntax hat er einen Mittelweg zwischen den bestehenden Schreibdialekten gefunden. Und die Bibel war nicht irgendeine Abhandlung, die nur eine Handvoll Gelehrte interessiert hätte. Das „Buch der Bücher“ wurde in allen Schichten mit Interesse und Aufmerksamkeit gelesen. Über Jahrhunderte war es in vielen Familien sogar das einzige verfügbare Buch. Dadurch konnte sich die deutsche Sprache allmählich einheitlich etablieren, auch im Rheinland und in Bayern, wo die regionalen Idiome noch länger vorherrschten, vor allem deshalb, weil diese Gebiete traditionell katholisch geprägt sind. Im protestantischen Norden und Osten Deutschlands setzte sich das „Lutherdeutsch“ hingegen rasch durch.

Luther hat die heutige deutsche Standardsprache zwar nicht erfunden, sie aber entscheidend geprägt, auch durch seine „Tischreden oder Colloquia“ und das geistliche Liedgut („Ein feste Burg ist unser Gott“), vor allem jedoch durch seine Bibelübersetzung. Im wesentlichen ist die Lutherbibel stets nur orthographisch der jeweils gültigen Schreibweise angepasst worden. Die textliche Grundlage bildet dabei die Fassung von 1545, die so genannte „Biblia Germanica“, eine Überarbeitung der ersten Ausgabe von 1534, bei der Luther ein Jahr vor seinem Tod noch selbst mitgewirkt hat. Die Stuttgarter Jubiläumsbibel von 1912, die Lutherrevision von 1964 und die gegenwärtige Fassung der Lutherbibel von 1984 orientieren sich an ihr. Alles begann jedoch mit der Lutherbibel von 1534. Vor diesem Hintergrund bekommt Direktor Knoches Rettungstat eine große kulturgeschichtliche Bedeutung.

Der Beitrag basiert auf dem Artikel „Von der Wartburg ins Reich. Martin Luther entwickelt das einheitliche Schriftdeutsch“, erschienen in: Lingua et opinio. Die Online-Zeitschrift für Sprache und Kommunikation (September 2009).

(Josef Bordat)

Zum Sonntag der Weltmission

Oktober 24, 2009

Der Sonntag der Weltmission wird am 25. Oktober 2009 in allen deutschen Diözesen gefeiert. Mit dem Leitwort „Selig, die Frieden stiften“ richtet missio in der Kampagne den Fokus auf Friedens- und Versöhnungsarbeit in Afrika, insbesondere Nigeria. Doch: Was ist das eigentlich: Mission? – Evangelisation? Entwicklungshilfe? Von beidem etwas? Der Sonntag der Weltmission ist Anlass genug, einmal über Mission nachzudenken.

I.

Mission ist der Versuch, Andere vom Wert der eigenen Überzeugung zu überzeugen. Da Menschen, die Überzeugungen vertreten, davon ausgehen, dass diese wahr sind, dient Mission in ihren Augen stets der Verbreitung der Wahrheit. Mission ist nicht auf Religionen beschränkt, sondern findet sich auch in den Versuchen, Menschen für bestimmte Weltanschauungen, politische Ansichten (konkret: Parteien, Bürgerinitiativen) etc. zu gewinnen. Den Anspruch, die eigene Überzeugung Dritten zu vermitteln, hat wohl jeder, der überhaupt von etwas überzeugt ist.

Wer, wie Nietzsche, meint, Wahrheit gebe es ohne jede Überzeugung, ja, sogar meint, eine bestimmte Überzeugung zu haben stünde der Wahrheitsfindung im Wege, der übersieht, dass diese Position selbst Ausdruck einer Überzeugung ist und dass Wahrheit sich ja gerade als Überzeugtsein von einer Sache als wahr bestimmen lässt. So kann man nur zur Wahrheit gelangen, wenn man davon überzeugt ist, dass es sich um die Wahrheit handelt. Ein objektives Begutachtungssystem, das uns von unseren Überzeugungen abzuheben hilft, gibt es nicht, denn auch die Qualifizierung eines solchen Systems als objektiv benötigt eine Grundlage, eine Überzeugung. Die Hochaufklärung dachte noch, die Vernunft könnte so ein System bilden. Heute wissen wir, dass es die Vernunft nicht gibt, die reine Vernunft, die objektives Wissen hervorbringt. Das Verhältnis von „Überzeugung“ und „Wahrheit“ ist in der Tat dem Verhältnis vom „Glauben“ und „Wissen“ verwandt. So wie es keine Wahrheit ohne Überzeugung gibt, gibt es kein Wissen ohne Glauben. Zumindest muss man glauben, dass man überhaupt etwas wissen kann. Und analog dazu muss man zumindest davon überzeugt sein, dass es überhaupt eine Wahrheit gibt, wenn man denn eine Wahrheit vertritt. Genau daran krankt der Relativismus: Er will diesen Zusammenhang, diese über Jahrhunderte fruchtbare Zusammenspiel, nicht einsehen und findet daher keinen Grund. Er kritisiert daher nicht bestimmte Überzeugungen, sondern die Tatsache, dass jemand überhaupt eine Überzeugung hat. Damit greift er aber nicht nur den Glauben an, sondern auch Wissen und Wahrheit.

II.

Die Kirche ist apostolisch, also missionarisch (c. 781 CICan; Vat II AG Nr. 2 und 35), d. h. sie ist darauf ausgerichtet, die Botschaft ihres Gründers, Jesus Christus, allen Menschen zu verkünden. Den Auftrag zur Mission erhält sie dabei von Christus selbst: „Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28, 18-20).

Von einer Sache überzeugt sein und davon reden, bedeutet nicht automatisch, dem Gegenüber mit Intoleranz zu begegnen, auch nicht, wenn man von der absoluten (dass heißt universellen) Geltung des eigenen Standpunkts überzeigt ist. Im Gegenteil: Wer eine eigene Position hat, von der er glaubt, sie sei unabhängig von Zeit und Raum, von Kultur und Situation, kann oft besser verstehen, dass auch der andere eine Position hat, die er für wertvoll und wichtig hält.

Es kommt immer darauf an, wie die Überzeugung, mit der man den Anspruch erhebt, dem Anderen etwas Wahres mitzuteilen, das für diesen nützlich und hilfreich sein kann, an diesen Anderen gerichtet wird. Hier ist die Grenze der Missionstätigkeit in Toleranz dort zu sehen, wo der andere das Angebot zur Prüfung bzw. Übernahme der Überzeugung explizit ablehnt.

Dass Mission nicht mit Zwang oder gar Gewalt einhergehen darf, macht Christus sehr deutlich, in seinen „Anweisungen für die Mission“: „Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben. Steckt nicht Gold, Silber und Kupfermünzen in euren Gürtel. Nehmt keine Vorratstasche mit auf den Weg, kein zweites Hemd, keine Schuhe, keinen Wanderstab; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Unterhalt. Wenn ihr in eine Stadt oder in ein Dorf kommt, erkundigt euch, wer es wert ist, euch aufzunehmen; bei ihm bleibt, bis ihr den Ort wieder verlasst. Wenn ihr in ein Haus kommt, dann wünscht ihm Frieden. Wenn das Haus es wert ist, soll der Friede, den ihr ihm wünscht, bei ihm einkehren. Ist das Haus es aber nicht wert, dann soll der Friede zu euch zurückkehren. Wenn man euch aber in einem Haus oder in einer Stadt nicht aufnimmt und eure Worte nicht hören will, dann geht weg und schüttelt den Staub von euren Füßen.“ (Mt 10, 7-14). Zumindest für das Christentum gilt also: Mission ist nicht intolerant, da der Missionsbefehl an Bedingungen geknüpft ist (Friedfertigkeit der Glaubensweitergabe, Freiwilligkeit der Glaubensannahme). Von Martin Luther stammt in diesem Kontext folgende Aussage: „Predigen will ich’s, sagen will ich’s, schreiben will ich’s; aber zwingen und dingen mit Gewalt will ich niemand; denn der Glaube will willig und ungenötigt sein und ohne Zwang angenommen werden.“ Die Annahme des christlichen Glaubens kann in der Tat nur freiwillig vollzogen werden, erzwungen werden kann allenfalls die formale Mitgliedschaft in der Glaubensgemeinschaft, der Kirche. Da diese theologisch wertlos ist, soweit und solange die innere Haltung zum Glauben fehlt, haben sich Theologen im Rückgriff auf das Evangelium stets gegen Zwangstaufen und Gewaltmission gewandt. Jesus fordert eine Mission in Liebe und durch Überzeugung, die ihre Abbruchbedingung im freien Willen des zu Missionierenden findet. So sieht das heute auch die Kirche.

III.

Die Kirche hat in der Vergangenheit gegen diesen Grundsatz Jesu Zwangstaufen und Gewaltmission vollzogen! Wird oft behauptet. Stimmt aber auch nur teilweise. In den ersten drei Jahrhunderten ihrer Geschichte gab es keine Zwangstaufen und keine Gewaltmission. Die Menschen entschieden sich freiwillig und oft unter Einsatz ihres Lebens für die Nachfolge Christi. Im Kern ihrer Begründung ist die Kirche dementsprechend nicht durch Zwang und Gewalt vorbelastet. Erst nach der Konstantinischen Wende im frühen 4. Jh., als das Christentum Staatsreligion des sich auflösenden Römischen Reiches wurde, verwandte es in dieser Funktion Zwangsmittel, um Heiden zu christianisieren. In dem Maße, indem die Kirche eine staatstragende Rolle übernahm (und Kirchenvertreter als weltliche Herrscher fungierten), nutzten sie Zwangstaufen und Gewaltmission als Machtmittel.

Grundsätzlich wurden Zwangsmissionierungen, die von weltlichen Herrschern angeordnet wurden, von Vertretern der Kirche sehr kritisch gesehen. Zwei bedeutende Beispiele dafür sind die Zwangstaufen, die Karl der Große unter den Sachsen vollziehen ließ (9. Jh.), und die Gewaltmission in Lateinamerika im Auftrag der spanischen Krone (16. Jh.). In beiden Fällen waren es weltliche Herrscher, die Mission als Mittel der Machtpolitik einsetzten. Die Kritik an diesem Ansinnen kam aus Kirchenkreisen, von Hofpredigern und Ordensleuten, die mit biblischen, theologischen und rechtlichen Argumenten opponierten.

Als Karl der Große um 800 die Sachsen unterworfen hatte, erließ er in der Capitulatio de partibus Saxoniae Vorschriften zur Todesstrafe für alle, die sich nicht taufen lassen wollten. Der theologischen Rechtmäßigkeit der Alternative „Taufe oder Tod“ hat sein Hoftheologe Alkuin entschieden widersprochen.

Als die „katholischen Könige“ mit päpstlichem Mandat Amerika eroberten und die autochthone Bevölkerung von den Conquistadores gewaltsam christianisiert wurde (Mission war die Bedingung für die päpstliche Schenkung von 1493), stieß dies bei den Missionaren auf massiven Widerspruch, für den vor allem die Dominikaner Antonio Montesino und Bartolomé de Las Casas stehen, die Überzeugungsarbeit und ein christliches Leben als positives Beispiel gegen die gewaltsame Missionspolitik stellen, die in den spanischen Kolonien an der Tagesordnung war.

IV.

Oft wird behauptet, Entwicklungshelfer seien in Gegenwart und Zukunft die besseren „Missionare“, da es keine spirituelle, sondern eine materielle Not zu lindern gelte. Dazu ist zu sagen, dass die „echten“ Missionare in unserer Zeit sehr wohl auch materiell helfen. Nur stellen sie immer wieder fest, dass die Not der Menschen eben nicht nur eine materielle, sondern auch eine spirituelle ist.

Zudem müssen die Ursachen der materiellen Not behoben werden. Die Not vieler Menschen in der so genannten „Dritten Welt“ lässt sich nachhaltig nur erfolgreich eindämmen, wenn die Kräfte zur Selbsthilfe bei diesen Menschen mobilisiert werden. Dazu ist es oft nötig, dass sich die Prinzipien der Wirtschafts- und Sozialordnung und der individuellen Lebensführung ändern. Für diese, aber auch für jene hat die Kirche ein Angebot zu machen, herausragende Beispiele finden sich im Bereich der AIDS-Prävention und der Wirtschaftsförderung.

1. Wenn der Papst als Oberhaupt der Kirche zur „Humanisierung der Sexualität“ auffordert und daran erinnert, dass der Kampf gegen AIDS mit technischen Mitteln (Kondome) nicht zu gewinnen ist, dann appelliert er für die Kirche vor dem Hintergrund ihres personalen Menschenbildes und ihres Verständnisses von partnerschaftlicher Geschlechtlichkeit als fester Verbindung von Sex und Liebe an die individuelle Lebensführung der Menschen und trägt damit dazu bei, die Ursachen der AIDS-Pandemie zu beheben, statt nur deren Symptome.

2. Mit der Sozialen Marktwirtschaft wurde in Deutschland die katholische Soziallehre sehr erfolgreich in die politische Praxis umgesetzt. Ihre Prinzipien werden aufgrund dieser positiven Erfahrungen mit dem „Wirtschaftswunder“ der Nachkriegszeit von vielen anderen Ländern dankbar aufgenommen, gerade in einer Zeit der Krise, in der die rein materielle Sicht auf den Menschen im Rahmen der sozio-ökonomischen Struktur allgemein als zu eng eingeschätzt wird. In vielen Fällen trägt der neu erlangte katholische Glaube wesentlich zur Stabilisierung dieser Prinzipien bei.

Gerade das kirchliche Engagement in der AIDS-Prävention sei doch ein Beispiel dafür, so heißt es dann oft weiter, wie Kirche die Not der Menschen für ihre Missionszwecke missbrauche. Doch zu unterstellen, die Kirche würde das Elend von Menschen zu Missionszwecken missbrauchen, ist einfach absurd. Ginge es bei der AIDS-Prävention um Mission, griffe die Kirche wohl kaum auf „unbequeme Wahrheiten“ wie die Notwendigkeit der Keuschheit (Enthaltsamkeit außerhalb, Treue innerhalb der Ehe) zurück, die die Menschen heute überwiegend nicht hören wollen. Dann würde sie dem Zeitgeist entsprechend Gratiskondome verteilen.

V.

Generell geht es der Kirche stets um die Wahrheit der biblisch und kirchengeschichtlich fundierten Glaubenslehre und damit um das Wohl der Menschen, weil sie weiß, dass dies langfristig die von Gott gewollte „Strategie“ ist, Menschen an die Kirche zu binden.

So sieht es auch Papst Benedikt XVI., der in seiner Botschaft zum Sonntag der Weltmission an die Sendung der Kirche erinnert und der Mission eine entscheidende soteriologische Rolle zubilligt: „Die Sendung der Kirche besteht also darin, alle Völker zum Heil zu rufen, das Gott durch seinen menschgewordenen Sohn gewirkt hat. Es ist deshalb notwendig, daß wir den Einsatz für die Verkündigung des Evangeliums erneuern, welches Ferment der Freiheit und des Forschritts, der Brüderlichkeit, der Einheit und des Friedens ist. Ich möchte „erneut bekräftigen, daß der Auftrag, allen Menschen die Frohbotschaft zu verkünden, die wesentliche Sendung der Kirche ist“ (Evangelii nuntiandi, 14), eine Aufgabe und eine Sendung, die durch die weitreichenden und tiefgreifenden Veränderungen der heutigen Gesellschaft noch dringlicher werden. Es steht das ewige Heil der Menschen auf dem Spiel, das Ziel und die Erfüllung der Menschheitsgesichte und des Universums selbst.“ Das zitierte Apostolische Schreiben Evangelii nuntiandi (1975) stammt von Papst Paul VI.

(Josef Bordat)

Teresa von Kalkutta

Oktober 17, 2009

Heute vor 30 Jahren erhielt die Gründerin des Ordens „Missionarinnen der Nächstenliebe“, Teresa von Kalkutta („Mutter Teresa“), den Friedensnobelpreis. Im Gegensatz zur diesjährigen Entscheidung für US-Präsident Barack Obama ist klar, warum die Wahl auf sie fiel: Sie erhielt den renommierten Preis in Anerkennung ihres aufopferungsvollen Einsatzes für die Ärmsten der Armen – nicht nur in Kalkutta.

Bekannt wurde Mutter Teresa durch ihr kompromissloses Eintreten für die Würde und das Leben von Menschen in jedem Stadium ihrer Entwicklung. Sie widmete sich in ihrer Nachfolge Christi vor allem der Hilfe für Kinder, Sterbende und Aussätzige. Die Kraft für diese Aufgabe schöpfte sie aus dem Gebet. 2003, nur sechs Jahre nach ihrem Tod, wurde sie selig gesprochen.

Von Mutter Teresa sind viele meditative Texte, aber auch einige markige Sprüche überliefert. Einer gefällt mir besonders gut: „Menschen sind oft unberechenbar, unlogisch und selbstzentriert. Vergib ihnen einfach.“

(Josef Bordat)

Gott zur Sprache bringen

Oktober 12, 2009

Eröffnung des Akademischen Jahres 2009/10 in Berlin

Vertreter der Hochschulseelsorge des Erzbistums Berlin, der Katholischen Studentenverbindungen in Berlin und der Katholischen Studierendengemeinde haben gestern das Akademische Jahr 2009/10 festlich eröffnet.

Kardinal Sterzinsky erinnerte in seiner Predigt während des Pontifikalamtes an die Bedeutung der Kirche für die Wissenschaft und die Wissenschaftler. Der Glaube dient als ein Regulativ des Forscherdrangs, gerade heute, wo dieser unser Selbstverständnis als Menschen anfragt und offen moralische Grenzen zu überschreiten droht. Christliche Ethik kann im akademischen Alltag die nötige Orientierung geben, die der Wissenschaftsbetrieb selbst nicht anbieten kann. Sie befähigt zur Horizonterweiterung im Sinne der göttlichen Weisheit. Für den Wissenschaftler bedeutet die Hochschulpartoral in ihrer Vielfalt eine Möglichkeit, Kirche und Kirchlichkeit im Kontext der beruflichen Stellung präsent zu halten. Hier sind insbesondere die Studierendengemeinden Orte des gemeinsamen Glaubenslebens, aber auch die Studentenverbindungen.

Den Festvortrag mit dem Titel „Zwischen Himmel und Erde. Anregungen für einen Berliner Ansatz, Gott neu zur Sprache zu bringen“ hielt der Berliner Religionsphilosoph Thomas Brose, langjähriger Mitarbeiter der KSG Maria Sedes Sapientiae und profunder Kenner der Berliner Kirchenproblematik.

Brose betrachtet die Situation in der „Hauptstadt des Unglaubens“ als Herausforderung für eine Pastoral, die sich an zwei Persönlichkeiten der Berliner Kirchengeschichte des 20. Jahrhunderts orientieren sollte: an Carl Sonnenschein und an Romano Guardini. Während jener im Berliner Arbeitermilieu der 1920er Jahre – Berlin war damals die drittgrößte Metropole der Welt – insbesondere sozial-karitativ wirkte („Kommunisten muss man überflüssig machen!“), hat dieser in protestantischer Umgebung katholisches Denken an die Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität gebracht, die heutige Humboldt-Universität zu Berlin, an der es seit 2005, auch Dank Broses Einsatz in den Jahren nach 1989, eine Guardini-Stiftungsprofessur gibt, die derzeit der Philosoph Edmund Runggaldier SJ inne hat.

Ausgehend von persönlichen Erfahrungen nahm der Referent die Zuhörer mit auf eine Reise an bedeutende Orte Berlins wie Fernsehturm oder Brandenburger Tor, die sich auch theologisch deuten lassen, wie Brose zeigte. Ein ganz spezieller Ort christlicher Kultur wird derzeit in Berlin-Marzahn geschaffen: ein christlicher Garten, an dessen Planung Brose von katholischer Seite beteiligt ist. Patentrezepte könne er nicht anbieten, so der Referent, der seine philosophischen und theologischen Gedanken zur Situation der Kirche in Berlin in dem Buch „Zwischen Himmel und Erde: Christ sein in einer säkularen Welt“ (Echter, 2007) zusammengefasst hat. Dennoch: Thomas Brose hat Spuren gelegt, die es zu verfolgen gilt.

(Josef Bordat)

Oft werde ich gefragt, warum ich an Gott glaube. Manchmal ergänzt durch ein „Eigentlich“, ein „Noch“, ein „Trotzdem“. Wenn ich die Begründung für meinen Glauben an Gott in einem einzigen Begriff zusammenfassen müsste, dann wäre das der Begriff „Liebe“. Sollte ich dann aufgefordert werden, ein Beispiel zu nennen, wo Liebe spürbar wird, dann würde ich „Fazenda“ sagen. Und wäre ein Beleg gewünscht, hieße der „Gut Neuhof“.

Auf den Fazendas da Esperança finden Abhängige zur Freiheit und zu sich selbst. Durch Arbeit, Gemeinschaft und Gebet. Und einmal im Jahr wird gefeiert: Franziskusfest. Im Gedenken an den Transitus des Hl. Franz von Assisi am 3. Oktober 1226, den Übergang des Ordensgründers in das Ewige Leben, wird die eigene Verwandlungsgeschichte reflektiert. Ein besseres Motiv gibt es nicht.

Etwa 700 Menschen, darunter meine Frau und ich, besuchten am 3. Oktober 2009 das Franziskusfest auf der Fazenda da Esperança (Hof der Hoffnung) in Gut Neuhof bei Nauen, etwa 50 Kilometer nordwestlich von Berlin. Gemeinsam mit Fazenda-Gründer Bruder Hans Stapel OFM und Bischof Johannes Bahlmann OFM, der in seiner Diözese Amazonien aus phonetischen Gründen nur „Bernardo“ genannt wird, hielten die Besucher unter dem Motto „Hoffnung sichtbar machen“ Gottesdienst, hörten die Erfahrungen junger Menschen, deren Leben von Drogen und anderen Süchten beherrscht war und die nun auf dem Hof der Hoffnung einen Ausweg suchen, kamen miteinander ins Gespräch und konnten die einzigartige Atmosphäre des Franziskusfestes genießen.

Seit elf Jahren gibt es in den sanierten Gebäuden von Gut Neuhof das Rekuperationsprojekt Fazenda da Esperança. Dessen Geschichte ist sinnbildlich für die, die seither hier leben: Aus dem völlig verwahrlosten Gelände des Gutes, aus den heruntergekommenen Gebäuden und einer riesigen Halde aus Schrott und Müll entsteht eine gepflegte Anlage mit mehreren Wohnhäusern und Gemeinschaftseinrichtungen, Landwirtschaft und Kunsthandwerk, Fleischerei und Café. Und mit einer schönen Kapelle. Die Vision, zur Jahrtausendwende ein „neues Bethlehem“ geschaffen zu haben, „in dem Gott zu den Menschen kommt“, ist Realität geworden. Man hört es, man sieht es, man schmeckt es.

***

„Rekuperation“, das bedeutet, zu sich selbst zurückzufinden, zu seinen Wünschen und Hoffnungen. Ein Jahr dauert das Programm in der Regel, wenn nötig auch länger. Bruder Hans betont die Notwendigkeit, dieses Jahr in einer Gemeinschaft zu verbringen, in der das liebevolle Miteinander die entscheidende Rolle spielt. Wer auf einer Fazenda aufgenommen wird, macht einen radikalen Schritt. Sie oder er muss bereit sein, sich auf die Säulen des Alltagslebens auf der Fazenda einzulassen – Arbeit, Gemeinschaft und Spiritualität. Jeden Morgen gibt es das Rosenkranzgebet und die Betrachtung eines Wortes aus dem Evangelium. Daran muss man teilnehmen, auch wenn es dem einen oder der anderen aus den Reihen der nicht immer kirchennahen jungen Erwachsenen schwer fällt. Denn das Wort soll im Laufe das Tages in die Tat umgesetzt, es soll „gelebt“ werden. Dazu muss man es hören, verstehen und verinnerlichen. Deshalb sind Betrachtung und Gebet zu Tagesbeginn Pflicht. Ohne Wenn und Aber.

Doch das ist bei weitem nicht die einzige Spielregel, auf die sich die Rekuperanten einlassen. Auf der Fazenda gibt es keine Ersatz- oder Übergangsdrogen. Es gibt keinen Alkohol, keine Zigaretten, kein Fernsehen, kein Telefon und kein Internet. Der Kontakt zur Außenwelt soll auf ein Minimum reduziert werden, um wirklich zu sich selbst zurückfinden zu können. Und zu merken, wie schön es sein kann, einmal einen Brief per Hand zu schreiben. Die Fazendas sind also keine Orte des klinisch-therapeutischen Drogenentzugs, sondern Stätten der vollständigen Erneuerung des Menschen und seiner Beziehung zu Gott, zum Nächsten und zur Umwelt. Nicht mit den Drogen aufhören, sondern anfangen, ein neuer Mensch zu werden, bei dem die bleibende Versuchung nach erfolgreicher Rekuperation nicht mehr durchdringen kann, darauf liegt der Akzent. Die Rechnung geht auf: Die Rückfallquote ist sehr gering.

Es grenzt nicht an ein Wunder, was auf Gut Neuhof und den anderen Fazendas geschieht, es ist ein Wunder. Es ist wunderbar, wie Menschen aus verschiedenen Ländern, die unterschiedliche Sprachen sprechen und vor Monaten noch im Gefängnis saßen oder in der Gosse lagen, zusammen beten und arbeiten, streiten und sich versöhnen. Wie sie sich stützen auf dem Weg. Und wie sie schließlich von der Droge frei werden und zu neuem Leben gelangen. Es gibt wohl kaum etwas Schöneres, als mitzuerleben, dass leere Augen wieder strahlen, Menschen wieder leben können – und wollen.

Wer das erlebt hat, der kann sie nachvollziehen, die vielen wundervollen Geschichten aus Welten im Wandel. Von einem ehemaligen Rekuperanten und ehrenamtlichen Mitarbeiter, der sagt, er habe an 15 Jahre Drogenzeit keine Erinnerung, an sein Jahr auf der Fazenda aber sehr wohl. Von einem Mädchen, das sich im Dienst einer Modelkarriere zum Skelett hungerte und auf der Fazenda erfuhr, was wahre Schönheit ist. Von einem Brasilianer, der für ein Flugticket nach Moskau sein Motorrad verkaufte, um mitzuhelfen, die erste Fazenda in Russland aufzubauen, damit die Geschichte weitergeht. Und davon, wie diese Geschichte begann.

1979, an einer Straßenecke in einer brasilianischen Stadt, einem bekannten Drogenumschlagplatz, nimmt ein 17jähriger Junge namens Nelson mit den Süchtigen Kontakt auf. Nicht um zu belehren oder zu missionieren, sondern um ihnen seine Freundschaft anzubieten. Bruder Hans war damals in der Stadt Seelsorger und hatte die Gläubigen zur tätigen Nächstenliebe ermutigt. Und dazu, sich mit dem Nächsten in empathischer Absicht eins zu machen, getreu dem Wort „Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden, damit ich die Schwachen gewinne. Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise einige rette.“ (1 Kor 9, 22) Die Botschaft war bei Nelson angekommen. Er schafft es, eine Verbindung zu den Drogenabhängigen herzustellen, ihr Vertrauen zu gewinnen. Eines Tages leiht Nelson einem der Junkies sein Fahrrad. Innerlich mag er es abgeschrieben haben, Jahre später erfuhr er, dass sein neuer Freund tatsächlich überlegt hatte, das Fahrrad zu Stoff zu machen. Doch er bringt es Nelson zurück, geputzt und repariert. Ein unübersehbares Hoffnungszeichen. Nelson spürt: Hier geht was. Bruder Hans ist der gleichen Ansicht. Die Fazenda-Idee wird geboren.

Im 800. Jahr der Anerkennung der Ordensregel des Hl. Franz von Assisi, blickt die Fazenda-Bewegung auf eine kurze, aber dennoch beeindruckende Geschichte zurück. Vor etwa 30 Jahren entstand die erste Gruppe um Bruder Hans und Nelson, später der erste Hof in Brasilien, heute sind es weltweit über 60 Höfe mit etwa 2000 Abhängigen in Rekuperation. Etwa 10.000 junge Menschen fanden in den drei Jahrzehnten Fazenda-Geschichte den Weg aus der Droge in ein selbstbestimmtes Leben. Über 30 Höfe werden derzeit vorbereitet, alle paar Wochen wird irgendwo auf der Welt eine Fazenda eröffnet. Auch in meiner niederrheinischen Heimat gibt es neuerdings einen Hof der Hoffnung, in der Nähe der alten Römerstadt Xanten.

Einer breiteren Öffentlichkeit wurden die Fazendas durch den Brasilien-Besuch Papst Benedikts im Mai 2007 bekannt. Auf der Fazenda in Guaratingueta traf sich der Papst mit Bruder Hans und war von den Erfahrungen der Rekuperanten sehr beeindruckt, so sehr, dass er seitdem mehrmals bei unterschiedlichen Gelegenheiten auf die Glaubenskraft und die gelebte Liebe, die die Höfe und ihre Bewohner prägt, Bezug genommen hat, etwa am 21. Dezember 2007 in einer Ansprache vor der Römischen Kurie: „Mit besonderer Freude erinnere ich mich an den Tag auf der Fazenda da Esperança, wo Menschen, die in die Sklaverei der Droge gefallen sind, Freiheit und Hoffnung wiederfinden. Als ich dort angekommen bin, habe ich zuerst in neuer Weise verstanden, dass die Schöpfung Gottes eine erneuernde Kraft hat. Wir müssen die Schöpfung nicht nur im Hinblick auf ihre Vorteile schützen, sondern auch um ihrer selbst willen – als Botschaft des Schöpfers, als Geschenk der Schönheit, die uns Verheißung und Hoffnung ist. Ja, der Mensch braucht die Transzendenz. ,Gott allein genügt’, sagt die Heilige Theresa von Avila. Wenn Er fehlt, muss der Mensch allein versuchen, die Grenzen der Welt zu überwinden, um für sich selbst den Raum des Unendlichen zu eröffnen, auf den hin er geschaffen wurde. Von daher wird die Droge fast zu einer Notwendigkeit. Aber bald merkt er, dass es eine unendliche Illusion ist, eine Falle, so könnte man sagen, die der Teufel für den Menschen vorbereitet hat. Dort auf der Fazenda da Esperança scheinen diese Abgründe der Welt wirklich überwunden zu sein, indem man sich mit seinem Leben öffnet und auf Gott schaut und so Rekuperation geschieht.“

Oft erkundigt sich Benedikt nach dem Fortschritt einzelner Projekte und unterstützt Bruder Hans mit seinem Gebet. Einen größeren Geldbetrag hat der Vatikan auch schon bereit gestellt. Mehr kann man als Ergebnis eines Papstbesuchs wohl nicht erwarten. In Erinnerung bleiben wird insbesondere sein warnender Finger gegenüber den Drogenhändlern. Der Papst hat sie in seinem Grußwort von Guaratingueta daran erinnert, dass sie sich eines Tages für ihr Tun rechtfertigen müssen. Und zum anderen daran, dass er die Jugendlichen ermutigt und trotz ihres zuvor kaputten Lebens als „Botschafter der Hoffnung“ bezeichnet hat. Er hat ihnen klargemacht, dass die Kirche sie braucht als Boten einer Hoffnung wider alle Hoffnungslosigkeit. Wenn nicht sie diese Rolle mit Leib und Seele ausfüllen können, wer dann?

***

Das „Franziskusfest“ endet mit einem großen Lagerfeuer. Die harte Realität des Alltags hat in dieser Romantik Pause. Eine ganz kurze Zeit zum Nachdenken über die Fazendas. Es sind „Einrichtungen, die den Abhängigen Perspektiven für ein Leben ohne Sucht eröffnen und sie in ihrem Willen zur Abstinenz stärken“, wie die Drogenbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Maria Eichhorn meint. Ganz sicher. Aber auch „Inkarnationen der katholischen Soziallehre, die in der Öffentlichkeit die notwendige Aktion der Kirche darstellen, weil sie den Wert des Menschen, die Würde der Familie und die Bedeutung der Arbeit betonen“ (Erzbischof von Paraiba, Aldo de Cillo Pagotto). Und wie! Doch in erster Linie sind Fazendas Orte der Gotteserfahrung für jeden Menschen, für Rekuperanten, Besucher, Freiwillige, Ordensleute, Priester, Bischöfe und den Papst. Wer die Fazenda kennen lernen durfte, hatte eine dicke Chance zur Begegnung mit Gott. Diese Chance gehabt zu haben, ist wohl das, was man „Gnade“ nennt. Nächstes Jahr komme ich wieder.

(Josef Bordat)