Vater unser

7. April 2008


Nach Karl Rahner (1904-1984)

Vater unser, der Du bist im Himmel meines Herzens,
wenn es auch eine Hölle zu sein scheint;
geheiligt werde Dein Name,
er werde angerufen in der tödlichen Stille meines ratlosen Verstummens;
zu uns komme Dein Reich, wenn alles uns verlässt;
Dein Wille geschehe, auch wenn er uns tötet,
weil er das Leben ist und was auf Erden wie ein Untergang aussieht
im Himmel der Aufgang Deines Lebens ist;
gib uns heute unser tägliches Brot,
lass uns auch darum bitten, damit wir uns nie mit Dir verwechseln,
selbst nicht in der Stunde, da Du uns nahe bist,
sondern wenigstens an unserem Hunger merken,
dass wir arme und unwichtige Geschöpfe sind;
befreie uns von unserer Schuld und behüte uns in der Versuchung von der
Schuld und Anfechtung, die eigentlich nur eine ist: nicht zu glauben an Dich
und an die Unbegreiflichkeit Deiner Liebe;
sondern erlöse uns – erlöse uns von uns selbst,
erlöse uns in Dich hinein,
erlöse uns in Deine Freiheit
und in Dein Leben.

Advertisements

Kommentare sind geschlossen.