Von wegen Kant, PID und Menschenwürde

13. Januar 2012


Es kommt vor, dass versucht wird, mit Kant gegen die Würde (und damit das unbedingte Lebensrecht) des Behinderten zu argumentieren, weil und soweit dieser zur Selbstbestimmung unfähig sei. Hier liege die PID und bei entsprechendem Befund die „Entfernung“ des Behinderten im Interesse seiner Dignität; Motto: „Besser gar nicht leben als so!“

Das ist, soweit es mit Kant begründet werden soll, eine grobe Irreführung. Denn: Nach Kant wird umgekehrt ein Schuh daraus, wie auch der Moraltheologe Eberhard Schockenhoff in seiner Ethik des Lebens herausarbeitet: „Das Verfahren der PID beruht somit in klar erkennbarer Weise auf jener totalen Instrumentalisierung, die Kant in der so genannten Selbstzweck-Formel des kategorischen Imperativs als mit der Menschenwürde unvereinbar erkannte.“

Also: Nicht verwirren lassen! Die PID ist nach Kant mit der Menschenwürde unvereinbar, nicht etwa das Leben des Behinderten, so sehr dieser auch auf die Liebe und Hilfe Anderer angewiesen sein mag.

(Josef Bordat)

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