Der Tag danach

19. August 2012


Pressestimmen zum Zwerchfell-Debakel.

Die Enttäuschung war ihm anzusehen. Noch Stunden nach der Entscheidung lag „Jobo“ (Name geändert) regungslos im Bett. Im wohl wichtigsten Wettbewerb seines Lebens hatte er eine bittere Niederlage bezogen.

Es war eine einmalige Chance für den 28jährigen (Alter geändert – wenn schon, denn schon!). „Leider hat es nicht gereicht“, hatte er kurz nach Bekanntgabe des Ergebnisses zu Protokoll gegeben. Und: „Es war eine – auch in dieser Höhe – verdiente Niederlage. Wenn man sieht, wie Echo Romeo (der Sieger, Red.) mit der Sprache spielt, das ist schon toll anzusehen!“

Lob für den Gegner, keinerlei Selbstkritik. Fehlt Jobo der letzte Wille zum Sieg? Gleich danach wurde seine lasche Haltung von Humor-Experte Oliver Kahn heftig kritisiert: „Ich will mich einfach nicht hier hinstellen und sagen: ,Ach, ja. Schon wieder verloren. Na, gut. Weitermachen. Morgen ist ein neuer Tag.’ – Also, ich versteh das nicht! Das muss doch wehtun! Da muss man sich doch ärgern und auch mal hinterfragen, was man falsch gemacht hat!“

Heute nun legt die Weltpresse nach: Häme und Spott über die deutliche Niederlage.

Die Pressestimmen aus Deutschland:

„BER, JOBO, BABBEL! Die größten Lachnummern des Wochenendes!“ (BZ)

„,Kapitalismus kennt keine Kalauer!’ – Antifaschisten fordern auf wissenschaftlicher Fachtagung Wiedereinführung des Lachzwangs“ (Neues Deutschland)

„Gemeines Gerücht: Ist Jobo gar nicht witzig?“ (Bravo)

„Wie süß! Jobo widmet Niederlage krankem Delphin-Baby!“ (Bravo Girl)

„Sieg und Scham – Warum wir gewinnen wollen. Dazu: Die Liste der 500 besten Humoristen Deutschlands!“ (Focus)

„Ha, ha, ha! – Ganz Deutschland lacht über DIESEN Blogger!“ (BILD am Sonntag)

„Was ist das eigentlich: Humor? Peter Lorenz, Karl-Heinz Wegmann, Charlotte Ueberlinger und Maximilian Pietzsch im Gespräch mit Helmut Schmidt“ (Die Zeit)

„Kommunikation der Freiheit. Jürgen Habermas über die soziale Funktion des Lachens, die Zwerchfell-Robusta und seinen Traum von einem Leben ohne Publikationszwang.“ (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

Die Pressestimmen aus dem Ausland:

„Ausgelacht!“ (Kronenzeitung, Wien)

„Hochverdiente Niederlage für deutsches Blog. Holland sagt Schade! – und freut sich mit dem Sieger.“ (De Volkskrant, Amsterdam)

„Siss iss not funny, Kraut!“ (The Sun, London)

„Zwechfell-Robustas und Steuer-CDs. Finden Sie das witzig?“ (Blick, Zürich)

„Jobo stolpert wie ein herzkranker, mit kochendem Stahl geblendeter Torero in ein Meer von Rosen, deren Dornen sein Fleisch schmerzhaft in Stücke reißen […] ein Stich ins Herz des blutenden Stiers […] die Tränen einer ganzen Generation schneiden brennend tiefe Furchen in die Wangen des Grauens.“ (La Razón, Madrid)

„Humor-Krise! Wann handelt Merkel?“ (El País, Madrid)

Unabhängig vom Sieg, frei vom Gold. Jobo zeigt uns, wie es geht!“ (La Vanguardia, Barcelona)

Und Jobo? Er hüllt sich in seine Bettdecke. Und in die Mauer des Schweigens.

(Josef Bordat)

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