Die Leuchtende

13. Dezember 2012


Im Heiligenkalender der Kirche steht heute „Lucia“ – die Leuchtende. Ganz besonders in Italien und im historisch eng mit Italien verbundenen Katalonien, aber auch in Schweden wird das Fest der Jungfrau und Märtyrerin Lucia gefeiert, die um 286 im sizilianischen Syrakus geboren wurde und dort 310 – während der diokletianischen Christenverfolgung – ihr Leben für Jesus gab. Da war sie gerade Mitte zwanzig. Zuvor hatte sie ihr stattliches Vermögen den Armen gegeben und nach dem Beispiel der heiligen Agatha von Catania jungfräulich gelebt.

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Domenico Beccafumi: Santa Lucia (1521), Öl auf Holz. Pinacoteca Nazionale di Siena.

Santa Lucia ist die Schutzpatronin der Augenkranken. Die Heilige bringt mitten im Advent das Licht Christi in das winterliche Dunkel, verdeutlicht durch den Brauch, eine Krone mit dreizehn Kerzen zu tragen, wie dies junge Mädchen in Nordeuropa am Festtag Lucias tun. Auf dem Platz vor der Kathedrale in Barcelona findet zu Ehren der Heiligen die „Fira de Santa Llúcia“ statt, ein vorweihnachtlicher Markt mit Kunsthandwerk und lokalen Leckereien.

Ganz besonders gefeiert wird schließlich in dem Land, das heute Namenstag hat, auf der Karibikinsel Saint Lucia. In der Landesflagge Saint Lucias sieht man ein großes schwarzes Dreieck, in dem ein kleines gelbes Dreieck einschlossen ist.

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Flagge von Saint Lucia.

Mit den Augen sieht man es so. Mit dem Herzen kann man sehen, wie sich dieses helle Dreieck nach oben hin ausdehnt und irgendwann das dunkle Dreieck ganz erfüllt haben wird. Und wenn man dann wieder mit den Augen ganz genau hinschaut, erkennt man, dass diese Hoffnung nicht unbegründet ist: das schwarze Dreieck ist strahlend weiß umrandet.

(Josef Bordat)

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