Meine Spende – Wieviel kommt an?

13. März 2013


Ein wichtiges Kriterium bei der Beantwortung der Frage, welche der vielen wohltätigen Organisationen man guten Gewissens finanziell unterstützen kann, ist die Höhe der Verwaltungsausgaben, die sich aus den direkten Verwaltungsaufwendungen, also den Kosten für die Verwaltung der Spendengelder (Kontoführung, Ausstellung von Spendenbescheinigungen etc.) und den Aufwendungen für die Akquise neuer Spenden (Werbung und Öffentlichkeitsarbeit) zusammensetzt. Freilich kommt dieser „Overhead“ mittelbar auch den Projekten zugute, weil kein Projekt ohne eine gute Verwaltung auskommt. Doch direkt hat der Empfänger nichts von Plakaten in U-Bahnhöfen oder den Unterlagen fürs Finanzamt.

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) durchleuchtet bei der Vergabe seines Gütesiegels daher insbesondere die Ausgabenstruktur. Es klassifiziert dabei die Organisationen in solche mit „niedrigen“ (bis 10 Prozent der Einnahmen), solche mit „angemessenen“ (10 bis 20 Prozent der Einnahmen) und solche mit „vertretbaren“ Verwaltungsausgaben (20 bis 30 Prozent der Einnahmen). Bei mehr als 30 Prozent ist die Verwaltung zu teuer.

Nachfolgend seien zehn große Organisationen hinsichtlich der Kosten für den Projekt-„Overhead“ aufgelistet. Die besten (also: hinsichtlich der Verwaltungsausgaben „schlanksten“) vier von ihnen sind übrigens katholische Einrichtungen.

1. Päpstliches Kindermissionswerk („Die Sternsinger“) – 5,6 Prozent (2011; Jahresbericht)

2. Bischöfliches Hilfswerk Misereor – 6,2 Prozent (2011; Rechenschaftsbericht)

3. Bischöfliches Hilfswerk Adveniat – 9,2 Prozent (2011; Geschäftsbericht)

4. Missio – Internationales Katholisches Missionswerk – 9,4 Prozent (2011; Geschäftsbericht)

5. Ärzte ohne Grenzen – 10,2 Prozent (2011; Geschäftsbericht)

6. Brot für die Welt – 12,3 Prozent (2011; Jahresbericht)

7. Unicef Deutschland – 13,2 Prozent (2011; Geschäftsbericht)

8. Plan International – 17,6 Prozent (2011; Rechenschaftsbericht)

9. SOS Kinderdörfer – 19,1 Prozent (2011; Jahresbericht)

10. Johanniter-Unfall-Hilfe – 10 bis 20 Prozent (2011; keine exakte Angabe im Jahresbericht)

Also: Wer seine Spende vor Ostern Misereor und vor Weihnachten Adveniat gibt, im Herbst Missio unterstützt und auch den Sternsingern etwas in die Sammeldose steckt, liegt in jedem Fall richtig – auch in Sachen effiziente Mittelverwendung.

(Josef Bordat)

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