Wikipedia, Frau Schroeder und endlich mal eine kompetente Einschätzung zu „Kirche und Religion“. Und so.

26. März 2013


Dass sich gerade die deutsche Ausgabe der Wikipedia gerne über die Religiosität Prominenter ausschweigt (Privatsache!), auch dann, wenn der Glaube ihr Leben und Werk nachhaltig beeinflusst, bei „religionskritischen“ Menschen diesbezüglich jedoch nach jedem Zipfelchen Unglauben greift, das greifbar ist, auch, wenn dieser mit dem Artikelgegenstand, also Leben und Werk der Person, erkennbar nichts, aber auch gar nichts zu tun hat, und das ganze Propagandapaket dann unter dem Decknamen „enzyklopädische Neutralität“ verkauft, das wissen wir.

Wikipedia bemerkt bei nicht oder nicht besonders religiösen Personen sogar, dass sie sich zu „Kirche und Religion“ äußern. Ich kenne zwar keinen Menschen, prominent oder nicht, der sich nicht zu „Kirche und Religion“ äußert und das Netz und der Rest der Welt ist ja wohl auch voll von Menschen, die sich zu „Kirche und Religion“ äußern, aber offenbar scheint das selbst im Rahmen der Fünfeinhalb-Zeilen-Biographie einer Biochemikerin unerlässlich.

Natürlich nur, wenn sich die Person kritisch zu „Kirche und Religion“ äußert. Dies ist bei der österreichischen Biochemikerin Renée Schroeder der Fall. Und wie! Wenn man sich etwas näher informiert, so findet man die Äußerung Schroeders, die sie bei Wikipedia in den Genuss einer um die Würdigung ihres grandiosen Beitrags zur Religionskritik erweiterten Biographie kommen lässt („Renée Schroeder äußerte sich auch des Öfteren zu Kirche und Religion und deren Frauen- und Weltbild.“) wie folgt zitiert: Im ORF habe sie in „Bezug auf den christlichen Glauben an Jesus Christus als Sohn Gottes“ geäußert: „Quatsch, Quatsch und nochmals Quatsch!“

Aha. Und für eine weltanschaulich neutrale Enzyklopädie, die uns ganz nebenbei darüber informiert, dass „Kirche und Religion“ offenkundig ein einziges, einiges und geschlossenes „Frauen- und Weltbild“ habe, muss das freilich wie „Qualifiziert, qualifiziert und nochmals qualifiziert!“ klingen.

Eine Biochemikerin, die sich zu „Kirche und Religion“ äußert. Geballte Kompetenz. Und beim Woelki steht nicht einmal, dass er sich „des Öfteren zum 1. FC Köln“ äußert. Aber das wäre ja auch nicht mehr weltanschaulich neutral. Stimmt’s, Wikipedia?!

(Josef Bordat)

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