Zum Tode Margaret Thatchers

8. April 2013


Wenn es drei westliche Regenten gibt, die wohl fast jedem aus den 1980er Jahren in Erinnerung sind, dann US-Präsident Ronald Reagan, Bundeskanzler Helmut Kohl und die britische Premierministerin Margaret Thatcher. Die „eisene Lady“ ist heute im Alter von 87 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben.

Ihre neoliberale Wirtschaftspolitik wird weiterleben. Sie lieferte die Steilvorlage für die 1995 gegründete Welthandelsorganisation WTO und das Credo der Globalisierung: Politische und wirtschaftliche Freiheit, d. h. Demokratie und Kapitalismus, gehören unbedingt zusammen. Wer Demokratie und Menschenrechte – gedacht ist freilich mehr an die liberalen als an die sozialen Menschenrechte – überall verwirklicht sehen will, muss die Globalisierung des Liberalismus’ nicht nur in der Politik, sondern auch in der Wirtschaft wollen. Zum „Globalismus“ gebe es keine ernsthafte Alternative. Margret Thatcher formulierte dazu das seither oft zitierte TINA-Prinzip des Liberalismus: „There is no alternative!“

Heute ist nicht der Tag, nach Alternativen zu suchen, sondern die „Eiserne Lady“ zu würdigen – den Titel erhielt Thatcher übrigens nicht wegen ihrer Wirtschaftspolitik, sondern wegen ihres kompromisslosen Umgangs mit der Sowjetunion. So hart sie wohl sicherlich gewesen ist, sie verfügte durchaus über eine gesunde Portion Humor. Als Monty Python-Mitglied John Cleese in ihrer Regierungszeit eine liberaldemokratische Partei gründete, die um enttäuschte Torries buhlte, dabei jedoch nicht erfolgreich war, nahm Thatcher das zum Anlass, im Parlament von einem „Ex-Parot“ zu sprechen, in Anspielung auf den berühmten Sketch der Pythons, in dem der Inhaber einer Tierhandlung trotz überwältigender Evidenz nicht zugeben will, dass er seinem Kunden einen toten Papageien verkauft hat.

Wer weiß, vielleicht hätten Cleese‘ Liberaldemokraten Thatchers Politik gut getan. Doch, wie gesagt: Heute keine Politik mehr. Nur: Good bye, Margaret Thatcher!

(Josef Bordat)

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