Bloggertreffen. Eine kurze Nachlese

13. Mai 2013


Was nehme ich mit? Diese Frage von Norbert Kebekus sollten wir, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des zweiten offiziellen Bloggertreffens in der Geschichte der Blogozese, am verhältnismäßig späten Abend eines relativ langen Tagungstages in zwei Sätzen beantworten. Jetzt ist bereits der frühe Morgen nach dem Wochenende des Bloggertreffens, ich bin ausgeruht und habe etwas mehr Zeit und Raum für eine etwas ausführlichere Antwort. Also, noch einmal: Was nehme ich mit?

Mal abgesehen von organisatorischen Mängeln (Internetzugang!) und dem geselligen Rahmenprogramm mit Wein und Mandoline (Thomas Baumann kann man buchen, wenn ich das richtig verstanden habe), sind es vor allem die vier (Haupt-)Vorträge, die mir im Gedächtnis geblieben sind: die zweigeteilte Präsentation von Vertretern der Seite katholisch.de zu Wesen und Wollen des Portals (inhaltlich und technisch), Andreas Püttmann mit einer faktenreichen Diskursanalyse zur Kirche in den Medien, der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz mit Informationen über die Arbeit des Pressesprechers der Deutschen Bischofskonferenz und Peter Winnemöller, der uns noch einmal auf das Projekt Ja des Glaubens einschwor und interessante Vernetzungsmöglichkeiten vorstellte.

Das alles war sehr informativ und lehrreich. Die in Aussicht gestellte Kooperation mit katholisch.de lässt hoffen, etwa darauf, dass künftig in der katholischen Online-Publizistik vermehrt an einem Strang gezogen wird, auch dann, wenn es gerade mal nicht darum geht, die Glocken zu läuten. Und vielleicht gelingt es ja auch, die Professionellen vom Wert einer ehrenamtlich bloggenden Basis zu überzeugen.

Das geht – so denke ich – vor allem dann ganz gut, wenn man als Blogger eine solide und profilierte Arbeit leistet und eine publizistische Unabhängigkeit erlangt, auch vor den verlockenden Sicherheiten eines allzu statischen Denkens, eine Freiheit, die schon daraus resultieren kann, dass man die eigene Postion kritisch befragt und die dann so richtig zu blühen beginnt, wenn man diese mit anderen Positionen in Beziehung setzt. Das bedeutet nicht Offenheit nach allen, sondern Wahrnehmung möglichst vieler Seiten. Niemand wird (auch noch) von uns verlangen, die Wahrheit der Mehrheit (bzw. anderen lautstärkeren Minderheiten) zu unterstellen, doch jeder kann von uns erwarten, dass wir bei der Reflexion unseres Glaubens abweichende Positionen unvoreingenommen prüfen – je größer die Abweichung, desto akribischer die Argumentation.

Das Bündel ist also geschnürt, fertig zur Mitnahme. Ach, so – das Wichtigste: Es freut mich sehr, Euch kennengelernt zu haben – Face to Face, nicht Facebook-Account to Facebook-Account. Und es freut mich, Euch 2014 wiedersehen zu können – auf dem dritten Bloggertreffen.

(Josef Bordat)

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