Sissi – Jupp Heynckes der Alpen

18. Juli 2013


Wer Wien besucht, kommt an der erfolgreichsten österreichischen Sommersportlerin nicht vorbei: Sissi. Zum Entsetzen des Hofstaats (Sissi war vor ihrer Profi-Karriere Kaiserin) beginnt die junge Herzogin Elisabeth in Bayern früh mit dem Leistungssport. Der Wechsel nach Wien tut ihr sichtlich gut. Bereits in jungen Jahren wird sie Torschützenkönigin der österreichischen Liga, die international allerdings nur siebtklassig ist.

Die Krone. Sichtbares Zeichen des/der Torschützenkönig/in in Österreich.

Die Krone. Sichtbares Zeichen des/der Torschützenkönig/in in Österreich.

Dann der Durchbruch: Sissi (Spitzname: „Si! Si!“) wird 1869 und 1870 mit den Königlichen zweimal spanische Meisterin und holt innerhalb von fünf Jahren viermal den spanischen Pokal (Copa del Rey). Zudem steht sie achtmal im Wimbledon-Finale (kein Sieg; „Diese Graf!“, Tagebuch 1875-1878, Sissi-Archiv).

Pokalsammlung aus der Zeit bei den Königlichen. Darunter: Neun Finalteilnahmen und kein Sieg - kurioser Rekord der Ausnahmeathletin (fast nie gedopt).

Pokalsammlung aus der Zeit bei den Königlichen. Darunter: Acht Finalteilnahmen und kein Sieg – kurioser Wimbledon-Rekord der Ausnahmeathletin (fast nie gedopt).

Zwar gewinnt sie in den Folgejahren noch dreimal die French Open, entscheidet sich aber 1879 endgültig für eine Fußballkarriere.

French Open. Endlich der ersehnte Titel auf Sand!

French Open. Endlich der ersehnte Titel auf Sand!

Eine gute Entscheidung. Sissi ist auf dem Höhepunkt ihrer Karriere und gewinnt als erste mitteleuropäische Kaiserin viermal in Folge die Champions League.

1876. Der erste internationale Titel.

1876. Der erste internationale Titel.

1877. "Schon zwei Europa-Pokale mehr als Ballack!" (Tagebücher 1876-1880, Sissi-Archiv).

1877. „Da war’n’s scho zwei Europa-Pokale mehr als wie der Ballack!“ (Tagebuch 1879-1880, Sissi-Archiv).

1878. Steingraue Bescheidenheit. Oder: Wenn das Siegen zur Normalität wird.

1878. Steingraue Bescheidenheit. Oder: Wenn das Siegen zur Normalität wird.

1879. Titel Nummer vier in der Champions League  mit Borussia Dortmund. Der vielleicht größte Erfolg in Sissis Karriere.

1879. Titel Nummer vier in der Champions League mit Borussia Dortmund. Der vielleicht größte Erfolg in Sissis Karriere.

Immer öfter zeigt sie sich mit Champions League-Logo im Haar.

Sissi. Mit Champions League-Logo im Haar (Saison 1878/79).

Sissi. Mit Champions League-Logo im Haar (Saison 1878/79).

Dazu verleiht ihr die UEFA den Goldenen Schuh als beste Spielerin der EM 1880.

Der goldene Schuh,

Der Goldene Schuh.

Sissi – der Stolz Österreichs, Vorbild ganzer Spielergenerationen. Das Volk liegt ihr zu Füßen, nennt sie liebevoll „Jupp Heynckes der Alpen“ oder „Elisabeth Amalie Eugenie, Herzogin in Bayern, ab 1854 Kaiserin von Österreich und Apostolische Königin von Ungarn“.

In ihren letzten Jahren zieht sie sich jedoch immer mehr zurück, macht Filme (Sissi Einsbisdrei), nimmt Drogen und arbeitet an ihrem Mythos. Nur einmal noch erhält sie das begehrte rote Nähutensilienkastenschränkchen für den kämpferischsten Fahrer (13. Etappe, Charloise de Saint Buquêt nach Gap).

Vor allem bei Fahrern, die im Gesamtklassement keine Rolle spielen, sehr begehrt: das rote Nähutensilienkastenschränkchen für den kämpferischsten Fahrer.

Vor allem bei Fahrern, die im Gesamtklassement keine Rolle spielen, sehr begehrt: das rote Nähutensilienkastenschränkchen für den kämpferischsten Fahrer.

Sissi – was von ihr bleibt, sind Porzellanausstellungen.

(Josef Bordat)

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