Marsch für das Leben

21. September 2013


Rund 5000 Lebensschützer fanden sich am heutigen Nachmittag vor dem Kanzleramt ein, um für die Würde des Menschen und das Recht auf Leben ein Zeichen zu setzen. Sie taten es in einem Schweigemarsch durch die historische Mitte, hin zum Lustgarten, wo ein Ökumenischer Gottesdienst den Marsch für das Leben abschloss.

Die Veranstaltung verlief – begleitet von den üblichen Parolen derer, die zwischen ontologischen, phänomenologischen und morphologischen Konzepten des Menschen nicht zu unterscheiden bereit sind – friedlich, bei strahlendem Sonnenschein, der allein während des Gottesdienstes einer bedrohlichen Wolkendecke wich. Doch der Himmel blieb geschlossen.

Martin Lohnmann vom Bundesverband Lebensrecht spricht beim Abschlussgottesdienst im Lustgarten (Foto: JoBo, 9-2013).

Martin Lohnmann vom Bundesverband Lebensrecht spricht beim Abschlussgottesdienst im Lustgarten (Foto: JoBo, 9-2013).

Das Herz geöffnet hatten unterdessen die bewegenden Lebenszeugnisse von Frauen, die ihre Abtreibung bereuen und die die ganze Komplexität der Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch zeigen. Dass die hämischen Sprüche der selbsternannten Frauenrechtlerinnen auch dann nicht verstummten, als sie von Depressionen, Suizidabsichten und tiefen Lebenskrisen sprechen, zeigt, wie ernst es der Feminismus mit der Frau wirklich meint.

Auch die Sache mit der Wahl bekommt in der Erfahrung einer jungen Dame eine ganz andere Konnotation: Von ihrem Lebensgefährten vor die Wahl gestellt – entweder das Kind oder ich – entschied sie sich für den Vater und gegen das Kind. Heute bedauert sie diese Entscheidung, konnte aber im Glauben Halt und neuen Mut finden.

Eine andere junge Dame mit Trisomie 21 berichtet über ihr ziemlich normales Leben als Sekretärin, Freundin, engagierte Christin, Freizeitsportlerin und Lebensschützerin. Das heißt: So normal ist es gar nicht – es ist glücklich. „Ich lebe gerne!“, beteuert die Frau. Nach dem Willen derer, die eine vorgeburtliche Selektion von „belasteten“ Erbgutträgern befürworten, wäre das nicht möglich: Leben.

Ein Plakat drückt aus, worum es den Teilnehmern am Marsch für das Leben geht (Foto: JoBo, 9-2013).

Ein Plakat drückt aus, worum es den Teilnehmern am Marsch für das Leben geht (Foto: JoBo, 9-2013).

Wir alle, so der Tenor des Tages, sind aber nicht nur Erbgut-, sondern Würdeträger, Inhaber eines unveräußerlichen Rechts auf Leben, das wir auch schon vor unserer Geburt hatten. Das darüber auch heute Nachmittag kein Konsens hergestellt werden konnte, ist der bedauerliche Aspekt des Marsch für das Leben. Dass an diesem immer mehr Menschen teilnehmen, der hoffnungsfrohe Fingerzeig: das Bewusstsein für die Würde, das Recht und den Schutz des Lebens nimmt zu.

(Josef Bordat)

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