Nikolaus und die weiße Petra

25. Oktober 2013


Die Vereinten Nationen, einst gegründet, um in Zukunft die Menschheit „vor der Geißel des Krieges zu bewahren“, haben – die Aussichtslosigkeit ihrer Gründungsidee erkennend – beschlossen, wenigstens Holland in Zukunft vor der Geißel des Nikolaus (Sinterklaas) zu bewahren, da – Achtung! – die Mitwirkung seines etatmäßigen Assistenten, des Schwarzen Peter (Zwarte Piet), rassistisch sei und zudem eine „Rückkehr zur Sklaverei“.

Nun denn. Holland in Not. Aber auch die Holländer haben Internet und im Facebook gibt es bereits eine „P(i)etition“ zum Thema, die derzeit von über 2 Millionen Menschen unterstützt wird. Ich unterstütze sie auch, weil mir diese ständige symbolzentrierte Empörung und der krampfhafte Wille, eine klinisch saubere Fassade zu schaffen, bei gleichzeitiger Ignoranz gegenüber den wirklichen Problem in der Welt, gehörig auf den Zeiger geht, um es mal politisch korrekt auszudrücken.

Zudem ist die Frage: Was kommt als Nächstes? Folgt auf „klinisch sauber“ irgendwann „porentief rein“? Eine richtig zeitgeistige Lösung wäre es freilich, dem Nikolaus eine weiße Petra an die Seite zu stellen, die sich vegan ernährt und nebenbei gegen Abtreibung agitiert, soweit es Mädchen in Indien betrifft, die Aussagen grundsätzlich danach beurteilt, wer sie tätigt, nicht danach, was sie aussagen, die alles glaubt, es sei denn, es steht in der Bibel. Ich glaube, dann wären auch die Vereinten Nationen zufrieden. Und zwar alle zusammen.

(Josef Bordat)

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