Ho, ho, ho – Als Weihnachtsmann getarnter Nikolaus verletzt Religionsfreiheit!

21. Dezember 2013


Es gibt nichts, was es nicht gibt.
Alte rheinische Weisheit

Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) berichtet über einen Mann, der sich von einem verkleideten Paketboten in seiner Religionsfreiheit verletzt fühlte. Die WAZ spricht fälschlicherweise von einem Paketboten im Nikolauskostüm, zeigt dann aber einen Paketboten im Weihnachtsmannkostüm. Es ist ja so: Der Heilige Nikolaus wirkte im frühen 4. Jahrhundert als Bischof in Myra, der Weihnachtsmann wirkt seit dem frühen 20. Jahrhundert als Werbefigur von Coca Cola. Damit man die beiden nicht verwechselt, trägt der eine, der Nikolaus, eine Albe, einen langen weißen Umhang und eine Mitra und der andere, der Weihnachtsmann, trägt Coca Cola-Rot. Beide haben einen Bart. Daher die Verwechslungsgefahr. Gut, das dazu.

Jetzt zur Religionsfreiheitsverletzung durch Sichtkontakt. Ich meine, ich habe ja schon öfter angedeutet, wie sehr Menschen aus dem Gleichgewicht geraten können, wenn sie ein Kreuz sehen oder gar ein Kruzifix, wie wichtig es daher ist, immer wieder Zeichen weltanschaulicher Neutralität zu setzten, auch, wenn das nicht leicht fällt, aber man kann ja nicht hellhörig genug sein.

Und wenn sich nun derselbe Mann durch die Existenz von Kirchen gestört fühlt oder vom Zweiten Deutschen Fernsehen (das ja Gottesdienste überträgt, christliche sogar, und das obwohl nicht alle Gebührenzahler Priester sind!), vom Georg Friedrich Händel-Konservatorium in Halle („Halleluja“), von den 2,3 Milliarden Christen, die ihm die Luft wegatmen, und von Autos, in deren Amtlichem Kennzeichen „PX“ vorkommt, dann müssen wir das im Sinne weltanschaulicher Neutralität ernst nehmen und Kirchen, Christen, Klassische Musik, den Straßenverkehr und die Medienlandschaft entsprechend gestalten, also abreißen, wegsperren, umleiten, ausschalten. Und: Klassische Musik nur noch bis 22 Uhr, Frau Nachbarin!

Ich finde, da sollten die Kirchen, Christen, Musiklehrer, Autobauer und das ZDF wirklich mal über ihren Schatten springen. Das kann man trainieren. Schluss mit der Belästigung Dritter durch bloße Existenz! Mehr Neutralität wagen! Soviel Toleranz sollte doch möglich sein – gerade zur Weihnachtszeit.

(Josef Bordat)

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