Mutiger Matussek

13. Februar 2014


Matthias Matussek hat es getan. Der Mann behauptete einfach so, dass unter der Maßgabe eines Ideals die Realität defizitär sein kann und dass es weiterhin möglich sein sollte, dabei an ein anderes Ideal zu denken als Sandra Maischberger. Und vieles andere mehr.

Das kann er natürlich nur tun, weil es in Deutschland noch keinen Homophobie-Paragraphen gibt, der einem verbietet, in Gegenwart von Homosexuellen über Nachwuchssorgen im Biathlon zu sprechen, solange es noch keine Babys bei Ebay gibt.

Der kritische Punkt der kulturellen Abfahrt besteht unterdessen darin, dass man schon für Ideen bestraft wird, nicht erst für Taten. Natürlich nur, wenn es um die Rechte Homosexueller geht. Da ist die ausgesprochene Vorstellung davon, dass zwei Männer keine Kinder bekommen können, schon justiziabel.

Die Ächtung
religiöser Menschen wird hingegen gesellschaftlich anerkannt (Ausnahme: Juden). Religion als „Krankheit“, Kirche als „Seuche“ – diese Formulierungen kommen nicht mehr nur in einschlägigen Parteischriften vor, sondern lassen sich mittlerweile ebenso in wertneutralen Reisetipps aufweisen.

Ach, so: Sollten Sie jetzt meinen, ich sei homophob (gucke sogar Curling), dann haben Sie Recht. Natürlich. Weiß ich doch. Schließlich bin ich auch Nazi. So, jetzt geht es weiter in Sotschi. Ups!

(Josef Bordat)

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