Rettet „1000plus“ zu viele Menschenleben?

24. März 2014


Ein Gutes hat die Sache: Es macht ein Projekt, das bisher nur engagierte Lebensschützer kannten, über die Grenzen der Pro Vita Humana-Bewegung bekannt. Denn viele werden in der Tat erst vom Projekt „1000plus“ des Vereins Pro Femina erfahren haben, als sich nun die Bistümer Augsburg und Speyer explizit von den Tätigkeiten der Lebensschützer distanzierten.

Was tut „1000plus“, dass katholische Bischöfe meinen, dieses Tun auf ihrem Gebiet untersagen zu müssen? „1000plus“ setzt sich für das menschliche Leben ein und berät zu diesem Zweck schwangere Frauen, die eine Abtreibung erwägen. Diese Beratungstätigkeit ist durchaus erfolgreich. Nach eigenen Angaben wurden im Jahr 2013 etwa 2000 Frauen beraten, von denen sich mehr als zwei Drittel schließlich gegen eine Abtreibung und damit für ihr Kind entschieden haben.

Die Argumentation für das Verbot von „1000plus“ ist einigermaßen erstaunlich. Es geht den Bischöfen quasi um „Gebietsschutz“ für die kirchlichen Träger von offiziellen Beratungsangeboten, also Caritas und Sozialdienst katholischer Frauen. Damit werde der Nachfrage nach Schwangerschaftskonfliktberatung genüge getan. Ein weiteres Angebot, so erfolgreich es auch ist, braucht die Kirche offenbar nicht. Und die Frauen auch nicht.

Genug für das Leben tun – kann man das? Ist am Ende nicht jedes Angebot, das Frauen hilft, ihre Konfliktsituation neu zu betrachten und sich daraufhin doch für ihr Kind zu entscheiden, eines, das von der Kirche begrüßt werden sollte? Ich denke schon. Und deshalb bin ich heute morgen Botschafter des Projekts „1000plus“ geworden.

(Josef Bordat)

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