Sehr geehrte/r Unbekannte/r!

12. Mai 2014


So erfreulich es ist, dass Sie nicht nur meinen, „Jobo72 braucht dein Gebet“, sondern dass Sie dies auch gleich in Gestalt einer Facebook-Seite der Weltöffentlichkeit bekannt geben, so unerfreulich ist es, dass Sie dies tun, ohne mich zuvor gefragt oder auch nur informiert zu haben, zumal Sie dabei urheber- und/oder persönlichkeitsrechtlich geschütztes Text- und Bildmaterial verwenden.

Damit wir uns verstehen (zumindest diesmal): Sie, sehr geehrte/r Unbekannte/r, haben ohne jeden Zweifel das Recht, Sachverhalte (auch sehr einfache) falsch oder gar nicht zu verstehen. Unbeschadet dessen haben Sie das Recht auf eine eigene Wahrnehmung der Dinge und eine eigene Meinung sowie das Recht, diese in einer Ihnen nach Art und Umfang geeignet erscheinenden Weise zu äußern. Auch täglich, wenn Ihnen danach ist. Sie haben ferner das Recht, sich über meine Lebenssituation, die veröffentlichen Ergebnisse meiner früheren, jetzigen und künftigen Arbeitstätigkeit und über meine Person als solche lustig zu machen oder dies – so gut es eben geht – zu versuchen. Auch immer wieder. Sie haben außerdem das Recht, sich dabei intellektuell und moralisch überlegen zu fühlen. Sollten Sie dieses Recht nicht schon aufgrund geltender Gesetze haben (bin ja schließlich kein Jurist), räume ich es Ihnen hiermit ein. Ich weiß ja, wie toll sich das anfühlt. Glauben Sie mir: Ich war auch mal dreizehn.

Aber: Sie, sehr geehrte/r Unbekannte/r, haben kein Recht, dabei meine Texte zu verwenden. Wenn Sie Auszüge aus diesen kontextadäquat zitieren, kennzeichnen Sie bitte die zitierten Abschnitte ordnungsgemäß. Kennzeichnen Sie umgekehrt nichts als Zitat, was nicht zugleich auch Zitat ist. Sie haben kein Recht, dabei ein Foto zu verwenden, das nicht von Ihnen angefertigt oder für das Ihnen vom Urheber kein Verwendungsrecht eingeräumt wurde. Sie haben kein Recht, dabei ein Foto zu verwenden, dass mich in eindeutiger Weise zeigt. Bei dem verwendeten Porträt ist das jedoch der Fall. Ich bin – zumal als Arbeitsloser – sicherlich keine Person der Zeitgeschichte, die ich sein müsste, um den Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht am eigenen Bild zu heilen. Der Verstoß gegen das Urheberrecht hätte aber selbst dann Bestand. Ich gehe davon aus, dass das Foto bis heute, 24 Uhr von der Seite genommen wird. Sonst sehe ich mich genötigt, den Rechtsweg zu beschreiten. Glauben Sie mir: Das wollen Sie nicht. Und ich übrigens auch nicht.

Gestatten Sie, sehr geehrte/r Unbekannte/r, mir abschließend noch einen grundsätzlichen Hinweis. Es geht mich sicherlich nichts an, wie und womit Sie Ihre kostbare Lebenszeit verbringen. Wir haben alle unsere Hobbys. Nur, da Sie ja offenbar gewillt sind, notleidenden Menschen zu helfen, rate ich Ihnen: Tun Sie es! Nehmen Sie all Ihren Mut, Ihre Lebensfreude, Ihren Ideenreichtum, Ihre Menschenfreundlichkeit zusammen und richten Sie Ihre ganze Schaffenskraft auf Menschen, die Ihre Hilfe brauchen. Sie werden diese Menschen sicher finden, wenn Sie suchen. Auch außerhalb des Facebook. Glauben Sie mir: Davon haben am Ende alle etwas. Am meisten vielleicht Sie selbst.

(Josef Bordat)

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