Keine religiösen Symbole!

28. September 2014


Keine, Kreuzberg!

In Kreuzberg wird es in diesem Winter Wintermärkte geben, die sich von Weihnachtsmärkten dadurch unterscheiden, dass es Würstchen und Glühwein gibt, Karussells und Kunsthandwerk (um nicht Kitsch schreiben zu müssen) sowie mit Wattebäuschen verzierte Holzhütten. Das ist eine bahnbrechende Revolution, die den gemeinen Kreuzberger endlich vom Joch jahrtausendewährender Unterdrückung durch den deutschen Panzer-Papst befreit. Oder so.

Jedenfalls soll es auf den Wintermärkten nichts geben, das als „religiöses Symbol“ gelten und vielleicht doch an Jesus Christus erinnern könnte. An wen? Sie sehen, es wirkt schon! Alles, was im Entferntesten mit Weihnachten, der Weihnachtsbotschaft, der Weihnachtsgeschichte oder einem Weihnachtsmarkt in Verbindung gebracht werden könnte, kommt weg. Also, fast alles. Engel, Sterne, Hirten, Kinder. Weg. Auch kein Tannenbaum (lebt, immergrün, Hoffnung). Weg.

Gut so, Kreuzberg! Das heißt: Eigentlich noch nicht. Ich lese von „Licht-Installationen“, die es geben soll. „Licht“, ja? Ist das Dein Ernst, Kreuzberg?! Ausgerechnet „Licht“. „Licht der Welt“ – schon mal gehört? Das Volk, das im Dunkeln undsoweiter sieht ein Wasgenau? Hm? Mann, Mann, Mann! Und dann wird – ich glaub (Tschuldigung) es hackt – „Senf“ verkauft? Hallo?! „Das Reich Gottes gleicht einem *Beep*korn“! Oder? Na, Prost Mahlzeit, Kreuzberg!

Zu allem Überfluss wird auch noch „Flammkuchen“ angeboten. Na, warum auch nicht: Hat man sich mit „Licht-Installationen“ und „Senf“ schon mal weltanschaulich festgelegt – zum Leidwesen von Millionen Kreuzbergern, die endlich zu Weihn… im Winter ihren Frieden finden wollen –, kann’s ja munter weitergehen: „Israels Licht (aha!, Anm. der Red.) wird zum Feuer, sein Heiliger wird zur Flamme“. Jesaja zehnsiebzehn. Sein Heiliger wird zur „Flamme“. Zur „Flamme“! Dann sagt wenigstens „Elsass-Torte“. Oder so.

Schließlich wird es – also, manchmal könnte man meinen, Du machst das mit Absicht, Kreuzberg – „Hütten“ geben! Einfach so, ohne Not! Wahrscheinlich nach dem Motto: „Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija.“ Geht’s noch! Also, für mich ist die Sache glasklar: Christliche Fundamentalisten planen Wintermarkt in Kreuzberg! Wie bitte: „Nomen est omen!“?. Na, Du hast Nerven, Kreuzberg!

(Josef Bordat)

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