Zukunft

3. Dezember 2014


Ein Beitrag zur Adveniat-Blogparade.

Natürlich plane ich. Das ist ja eine menschliche Eigenheit, das planvolle Handeln. Ohne dem könnten wir nicht leben. Der Plan ersetzt den Zufall durch den Irrtum, habe ich irgendwo mal gelesen, ich glaube, am Schwarzen Brett eines Planungsbüros. Vielleicht wäre es besser zu sagen: „Zukunft ist das, was auf uns zukommt. Also – lassen wir es doch einfach auf uns zukommen!“ Andererseits – so ganz ohne Pläne? Nein, das geht nicht!

Ich will Zukunft. Also: eine gute, eine lebenswerte, eine glückliche Zukunft. Tja. Dann muss ich wohl auch etwas dafür tun. Doch trotz aller Planung gibt es mit Sicherheit Unsicherheiten, die die Pläne durchkreuzen. Wer weiß schon, was die Zukunft bringt? An technischen Neuerungen und an neuen Krankheiten. Ich stecke deswegen nicht den Kopf in den Sand. Nur weiß ich, dass Gott eigene Pläne hat, die anders sein können als das, was ich vorhabe. Mich dafür immer offen zu halten, das ist mein Plan.

Kinder sind Zukunft. Sagt man. Wenn das stimmt, bin ich jüngere Vergangenheit, obwohl ich mich nicht so fühle. Trotzdem ist das ein richtiger und wichtiger Satz. Deswegen gilt dem Bildungsweg von Kindern und Jugendlichen bei der Lebensplanung die größte Aufmerksamkeit. „Was willst Du mal werden?“, werden schon Kleinkinder gefragt. Ich hatte viele Pläne. Allein, in der Erinnerung darüber schmunzeln zu können, hat die Mühe gelohnt, sie je gemacht zu haben.

Und die Welt, die Eine? Für die gibt es zwei Wege: Mehr miteinander oder – so wie bisher – weiterhin gegeneinander. Ob Staaten zerfallen – wie Belgien oder Spanien – oder Kontinente zusammenwachsen. Eigentlich wäre da mal Lateinamerika an der Reihe, die Voraussetzungen sind günstiger als sie vor 50 Jahren in Europa waren. Vieles hängt davon ab, wie sich der Islam entwickelt, welche Richtung sich da durchsetzt. Ob es eine Lösung für Israel / Palästina geben wird.

Ferner: Wie die Dinge verteilt sein werden, die der Mensch zum Leben braucht. Ob sich die Menschen, die nichts oder wenig haben, sich ihren Anteil bei denen holen, die im Überfluss leben, oder ob sie das künftig nicht mehr zu tun brauchen, weil ihnen ihr Anteil gegeben wird. Und wie sich das Klima entwickelt. Zwei Grad, drei Grad, vier Grad? Viele Menschen werden umziehen müssen. Wenn es ein Schlagwort für die Zukunft der Menschheit gibt, dann vielleicht – Migration.

Planen wir! Natürlich tun wir das. Planen wir die künftigen Katastrophen ein, damit sie als solche nicht Wirklichkeit werden. Aber vergessen wir dabei nie, dass nicht der Mensch, sondern Gott Herr der Geschichte ist. Und damit auch Herr der Zukunft. Deshalb gilt es für mich, bei all dem, was kommen mag, eine Sache ganz fest einzuplanen: das Gebet.

(Josef Bordat)

Werbeanzeigen

Kommentare sind geschlossen.