Die Weihnachtsgeschichte, zeitgemäß

15. Dezember 2014


Es begab sich aber zu jener Zeit, dass auf Geheiß des „Marketingverband Innenstadt“ überall im Land Holzbuden aufgestellt wurden, in denen Hirten (oder Studenten) allerlei Nippes feilboten. Das ganze Volk setzte sich in Bewegung und stellte sich in eine der Schlangen. Auch Maria und Josef warteten geduldig. Als sie an der Reihe waren, kam für Maria die Zeit der Niederkunft.

Und sie gebar einen Sohn. Sie setzte ihn auf ein Karussell, weil in der Geisterbahn kein Platz für sie war. Sogleich kamen von überall her Hirten (oder Studenten) und verteilten Handzettel. Eine Blaskapelle spielte „Send me an Angel“. Maria aber behielt den ganzen Rummel in ihrem Herzen. Und ihren Ohren.

Josef, der klug und gerecht war, beschloss, Maria in Richtung Stille zu verlassen. Doch in der Nacht hatte er einen Traum. Ein Leierkastenmann sang zu ihm: „Josef, lieber Josef, mein. Nimm Maria und das Kind und flieh nach Ost-Berlin. Da gibt es keine Weihnachtsmärkte!“ Doch bevor sie sich auf den Weg machen konnten, kamen drei Ordner aus dem Kinderland. Sie brachten Glühwein, Grünkohl und Grillwurst.

Herodes aber war sehr zufrieden, als er die Umsatzzahlen sah, und beantragte für 2015 einen Hasenmarkt. Eröffnung: 21. Februar.

(Josef Bordat)

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