Zahlen und Angaben

13. Januar 2015


Ein wichtiges Indiz für die Bewertung politischer Prozesse in einer Demokratie sind Zahlen zur Beteiligung. Das gilt bei Wahlen und Abstimmungen, das gilt aber auch bei Demonstrationen. Umso wichtiger ist es, bei Zahlenangaben besonders exakt zu sein. Die ARD ist da eher lax.

Bei den „Gegner“ („NoPegida“) ergibt sich aufgrund der Zahlenangaben in der Graphik (rot) ein Wert von 102.300 Teilnehmern. „Insgesamt“ wird daraus die Angabe „102.000“, auf den nächsten Tausender abgerundet; 0,3 Prozent unterschlagen.

Bei den „Befürwortern“ („Pegida“) ergibt sich aufgrund der Zahlenangaben in der Graphik (blau) ein Wert von 31.200-31.300 Teilnehmern. „Insgesamt“ wird daraus die Angabe „ca. 30.000“, auf den nächsten Zehntausender abgerundet; 3,8 bis 4,1 Prozent unterschlagen.

Man kann „Gegner“ und „Befürworter“ ungleich behandeln. Vielleicht sollte man das sogar. Nur sollte man das dann nicht ganz so auffällig tun: anhand von prüfbaren Fakten. Das stärkt am Ende nur die, die sich benachteiligt fühlen und von „Lügenpresse“ sprechen. Und das kann keiner wollen.

Statt kaum merklich (und dadurch verdächtig) an den Zahlen zu drehen, könnte man schlicht und einfach darauf hinweisen, dass sich die Zahl der „Pegida“-Demonstranten gegenüber der Vorwoche um 50 Prozent erhöht hat (von etwa 20.000 auf etwa 30.000), während sich die Zahl der „NoPegida“-Demonstranten im gleichen Zeitraum verdoppelte (von etwa 50.000 auf etwa 100.000). Damit wäre vorerst alles gesagt über die Größenverhältnisse bei den Demonstrationen, die sich ziemlich genau mit den Umfrageergebnissen zu Befürwortung und Ablehnung von „Pegida“ decken. Sachlich, faktenbasiert, ohne Übertreibung. So, wie Nachrichten sein sollten.

(Josef Bordat)

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