Auferstehung. Aufbruch

5. April 2015


Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um damit zum Grab zu gehen und Jesus zu salben. Am ersten Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab, als eben die Sonne aufging. Sie sagten zueinander: Wer könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen? Doch als sie hinblickten, sahen sie, dass der Stein schon weggewälzt war; er war sehr groß. Sie gingen in das Grab hinein und sahen auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der mit einem weißen Gewand bekleidet war; da erschraken sie sehr. Er aber sagte zu ihnen: Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wo man ihn hingelegt hatte. Nun aber geht und sagt seinen Jüngern, vor allem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat. (Markus 16, 1-7)

In der Osternacht haben wir diese kurze Perikope aus dem Markusevangelium gehört, das verhältnismäßig nüchtern über die Auferstehung berichtet: „Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier.“ Ende der Mitteilung.

Auferstehung ist nach der Schilderung des Evangelisten Markus mit Aufbruch verbunden. Denn weiter heißt es: „Nun aber geht und sagt seinen Jüngern, vor allem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.“ Eine doppelte Aufforderung, sich in Bewegung zu setzen: Zunächst zu den Jüngern, dann zu Jesus, nach Galiläa.

Auferstehung heißt Aufbruch zu etwas Neuem. Weg vom Grab, weg vom Tod. Nicht am Grab stehen bleiben, nicht in Trauer erstarren, sondern neue Hoffnung, neues Leben zulassen. Aufbrechen.

Die Kraft zum Aufbruch aus der Osterbotschaft von der Auferstehung wünsche ich den Hinterbliebenen des Flugzeugabsturzes in Südfrankreich ebenso wie den Hinterbliebenen des Anschlags auf die Universität von Gerissa (Kenia), bei dem am Donnerstag 148 Menschen starben. Extremisten der somalischen Al-Shabaab-Miliz hatten auf dem Campus gezielt Christen getötet.

Die Aufforderung „Nun aber geht!“ gilt uns allen. Zu wünschen ist uns, dass aus der Auferstehungshoffnung eine Aufbruchstimmung wird. Es muss ja nicht immer Galiläa sein.

(Josef Bordat)

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