Dumm klickt gut

8. Juli 2015


Die Sozialen Medien, die oft genug eher asozial sind, gelten als Raum der Bildungsmittel- und -oberschicht. Immerhin braucht man gewisse Fähigkeiten – und genügend Zeit. Ideales Terrain also für Studenten und Büroangestellte.

In den meisten europäischen Ländern ist das auch so, wie eine Erhebung aus dem Jahr 2014 zeigt, die kürzlich von Eurostat veröffentlicht wurde. In der Schicht mit mittlerem oder höherem Bildungsabschluss sind die Nutzerinnen und Nutzer Sozialer Medien in der Mehrzahl. In Großbritannien und Spanien nutzen beispielsweise rund zwei Drittel der intellektuell Bessergestellten Medien wie Facebook und Twitter; bei den Menschen mit niedrigerem Bildungsabschluss ist der Anteil nur halb so hoch. Ähnlich sieht es in den anderen Ländern aus.

Mit einer Ausnahme: Deutschland. Hier beherrscht die Gruppe der weniger gut gebildeten Menschen die Sozialen Medien: Mehr als die Hälfte aller Deutschen mit niedrigerem Bildungsabschluss ist im Facebook und / oder auf Twitter unterwegs, während ihre Landsleute mit mittlerem oder höherem Bildungsabschluss die Sozialen Medien mehrheitlich meiden. Nur vier von zehn Menschen, die in diesem Sektor liegen, posten, tweeten und liken. Das ist in Deutschland die Domäne der Dummen.

(Josef Bordat)

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