Hiroshima. Nagasaki

9. August 2015


Weltweit wurde in den letzten Tagen der beiden ersten (und bislang einzigen) Atombombenabwürfen vor 70 Jahren gedacht.

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Auch in Berlin gibt es einen Gedenkort: Die Friedensglocke im Volkspark Friedrichshain. Foto: RVB, 8-2015.

Am 6. (Hiroshima) und 9. August (Nagasaki) des Jahres 1945 kamen insgesamt etwa 100.000 Menschen ums Leben, mindestens 130.000 Menschen starben in den folgenden Wochen und Monaten an den Folgen ihrer erlittenen Verletzungen. Nach anderen Quellen muss von bis zu 350.000 Opfern ausgegangen werden. Die Gesamtzahl derer, die an Spätfolgen der Atombombenabwürfe starben, lässt sich kaum seriös schätzen.

Historiker streiten seit 70 Jahren über die Atombombenabwürfe und ihre Bedeutung. Haben sie hunderttausenden amerikanischen und japanischen Soldaten und möglicherweise mehreren Millionen Zivilisten „das Leben gerettet“, weil eine Invasion Japans unnötig wurde? Oder war diese Invasion nie geplant und die Atombombenabwürfe nur eine Machtdemonstration der USA gegenüber dem eigentlichen Gegner, der Sowjetunion, den Tod hunderttausender Zivilisten in Kauf nehmend?

Vor den Streit tritt jedes Jahr Anfang August das Gedenken. Und die Gewissheit, dass die Atombombenabwürfe die Welt offenbar doch davon überzeugt haben, dass die grausamen Folgen schon den Gedanken an einen erneuten Einsatz von Atomwaffen verbietet. Wenn es mit Nie wieder Krieg! schon wenige Jahre später in Korea vorbei war, so blieb es doch bisher bei Nie wieder Atombombenabwürfe! Und das, obwohl auch 70 Jahre nach Hiroshima und Nagasaki weltweit 16.300 Atomsprengköpfe zum Einsatz bereitstehen. Sieben davon in Nordkorea.

(Josef Bordat)

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