Richtigstellungen

10. September 2015


Der Frage-und-Antwort-Text zum Franziskus-Erlass enthält leider sachliche Fehler und sprachliche Ungenauigkeiten, auf die mich verschiedene Leser hingewiesen haben. Diese betreffen Einzelheiten des Verfahrens, nicht die Grundaussage, dass es Franziskus mit seinem Vorstoß anlässlich des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit nicht um eine moraltheologische Neubewertung der Abtreibung geht, sondern allein um Verfahrenserleichterungen im Rahmen des Sakraments der Versöhnung (Beichte). Wenn ich die Einwände richtig verstehe, sind es vor allem drei Punkte.

1. Ich hatte behauptet, deutsche Priester seien qua Weihe befugt, die Exkommunikation zurückzunehmen, und damit die Beichte einer Sünde, die Exkommunikation nach sich zieht, ohne weiteres zu ermöglichen.

Das ist falsch. Richtig ist: Deutsche Priester werden nach ihrer Weihe vom zuständigen Bischof befristet autorisiert. Die Autorisation kann sowohl verlängert als auch zurückgenommen werden.

2. Ich hatte behauptet, die Absolution geschehe bei ungeklärtem Status der Exkommunikation „auf Pump“.

Das ist falsch. Richtig ist: Die Absolution erfolgt wirksam, wenn sie überhaupt erfolgt. Sie darf allerdings nicht erfolgen, wenn eine Exkommunikation vorliegt. Diese wird vom Priester weggenommen, damit eine Absolution wirksam erfolgen kann.

Das Sakrament der Beichte kann auch nicht nachträglich seine Gültigkeit verlieren, sondern es kann nur festgestellt werden, dass es nicht wirksam gespendet wurde. Das ist der Fall, wenn die Wirksamkeit der Wegnahme der Exkommunikation durch den Priester vom zuständigen Bischof oder dem Papst nicht bestätigt wird. Für die Bestätigung muss fristgerecht der Rekurs erfolgen.

3. Ich hatte behauptet, dafür müsse man selbst mit dem Bischof in Kontakt treten.

Das ist falsch. Richtig ist: Man kann auch den Priester, bei dem man die Beichte abgelegt hat, beauftragen, beim Bischof oder (über die Nuntiatur) beim Papst im Rahmen eines anonymisierten schriftlichen Verfahrens die Bestätigung der Wirksamkeit der Wegnahme der Exkommunikation zu erwirken.

Ich bitte um freundliche Beachtung der Richtigstellungen und um Entschuldigung für die mangelhafte Darstellung. Ich danke den Leserinnen und Lesern einmal mehr für die aufmerksame Lektüre und die konstruktive Kritik.

(Josef Bordat)

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