Der große Graben

15. September 2015


Gut: Ich kenne die Geschichte jetzt nur von einer Seite und ich bin in der Sache selbst auch nicht unbedingt leidenschaftslos, aber die Antwort auf die Frage, auf welcher Seite des weltanschaulichen Grabens in Angelegenheiten des Lebensrechts nun Toleranz, Respekt, Gesprächsbereitschaft, Frauenfreundlichkeit, Humor, Intelligenz, Höflichkeit, Interesse an inhaltlicher Horizonterweiterung, Gedankliche Beweglichkeit, Offenheit für den Anderen als Person, Verständnis, Wohlwollen und Engagement in der Sache zu finden sind, kann wohl nach diesem Erlebnisbericht nicht mehr ganz so schnell und eindeutig gegeben werden, wie das bisher der Fall zu sein schien.

Obwohl ich die feministische Auffassung, eine von einem Mann begleitete Frau verlöre qua Begleitetsein automatisch das Recht auf eine eigene Meinung, jetzt grundsätzlich und insbesondere mit Blick auf Freizeitgestaltung im Allgemeinen und Wochenendeinkäufe im Besonderen gar nicht mal so unsympathisch finde. Vor meinem geistigen Auge stehen seit Lektüre dieses Textes jedenfalls firm und fest zwei feministische Verkäuferinnen, die mich fragen: „Braucht Ihre Frau die Schuhe wirklich?“ – Also, da könnte sich doch tatsächlich eine tragfähige Brücke ergeben. Über den großen Graben hinweg.

Ansonsten: Bis Samstag!

(Josef Bordat)

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