Vater Unser

23. November 2015


Das Vater Unser ist eines der Grundgebete des Christentums. Der Text des Gebets geht dabei auf Jesus selbst zurück, der den Jüngern damit ihre Frage beantwortet, wie sie beten sollen. Konfessionsübergreifend wird es von den ersten Tagen der Urgemeinde an bis heute sehr häufig gebetet. Innerhalb der Ökumene gehört es zu den liturgischen Formen, auf die man sich immer einigen kann.

In einem rund einminütigen Kinospot lässt die Kirche von England unterschiedliche Menschen Teile des Gebets sprechen. Die Botschaft: Das Vater Unser verbindet Menschen. Dennoch darf der Spot nicht laufen. Nach Ansicht der großen Kinobetreiber berge er „das Risiko, Zuschauer aufzuregen oder zu beleidigen“.

„Aufregen“ – das kann ich nachvollziehen, seitdem ich mal bei einer Veranstaltung eine Gruppe syrischer Christen das Vater Unser auf Aramäisch habe sprechen hören, also in der Sprache, in der Jesus die Jünger das Beten lehrte. Aufregend, aufwühlend, bewegend. „Beleidigen“ – das kann ich nicht nachvollziehen, beim besten Willen nicht. Aber ich muss ja auch nicht immer alles nachvollziehen können.

Auch auf die Gefahr hin, nun verklagt zu werden – hier ist er noch einmal, der Text, um den es geht (in der deutschsprachigen Fassung): „Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. / Dein Reich komme. / Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute. / Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. / Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.“

Und? Überstanden? Gut. Dann können Sie jetzt auf die Website gehen, den Spot ansehen und weitere Gebete lesen bzw. ein eigenes hinterlassen und sich so mit über zwei Millionen Menschen verbinden, die ihr Gebet bereits auf die Seite gestellt haben. Solange das noch möglich ist, sollte man es tun.

(Josef Bordat)

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