Weißt Du noch?

24. November 2015


Ein Spiel belebt die Erinnerung an Vergangenes.

Die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen steigt. Zumal in einer Gesellschaft, in der die medizinische Forschung und ein gut funktionierendes Gesundheitswesen die Lebenserwartung steigen lässt. Körperliche Beeinträchtigungen werden durch Vorsorge rechtzeitig reguliert und verbesserte Therapien sorgen immer schneller und effizienter für Linderung.

Der Geist kommt dabei nicht mit. Es scheint, dass der Fortschritt in Humanwissenschaft und Medizintechnik eine Kehrseite hat: Im alten Menschen mögen die Vitalfunktionen in Ordnung sein, doch das Denken fällt immer schwerer. Zugespitzt: Dadurch, dass wir heute die Möglichkeit haben, sehr alt zu sein, ergibt sich überhaupt erst die Gelegenheit, dement zu werden. Jeder dritte Mensch über 90 ist betroffen.

Vergangenes ist nicht Vergessenes, gerade im Fall von Demenz. Während das Kurzzeitgedächtnis nachlässt und das logische Denken sowie die räumlich-zeitliche Orientierung immer schwerer fallen, weisen Menschen mit Demenz oft ein erstaunlich zuverlässiges Langzeitgedächtnis auf. Dinge aus der Kindheit und Jugend erscheinen präsenter als die Aktualität der Gegenwart.

Ein möglicher Zugang zu Demenzpatienten oder an Demenz erkrankten Angehörigen ist die Pflege der noch vorhandenen Erinnerungen biographischer und zeitgeschichtlicher Art. Dazu gehört das Blättern in Familienalben ebenso wie Gespräche über Geschichte und Politik, Kunst und Kultur. Wenn das spielerisch geschieht, fällt das Wachrufen der Erinnerung leichter.

Eine gute Möglichkeit dazu bietet das Nostalgie-Memo-Spiel aus dem SingLiesel Verlag, eine Memory-Variante mit zwölf Film- und Fernsehstars der 1950er und 1960er Jahre, Größen des Kinos, bekannte Unterhaltungkünstler, Gesichter und Namen, die sich ins Gedächtnis eingebrannt haben. Diese Erfahrung zu machen, kann Mut geben.

Die liebevoll verarbeiteten großformatigen Memory-Karten zeigen den Star einmal mit ihrem oder seinem Vornamen und einmal mit dem Nachnamen. Die visuelle Zuordnung über das Bild baut so die Brücke zum Namen. Die kurzen Texte in dem informativen Begleitheft können weitere Erinnerungen wecken – an Filme und Lieder, an schöne Stunden im Kino, an Vergangenes. Und daran, dass man noch viel mehr weiß, als man denkt.

(Josef Bordat)

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