Todesurteil, letzte Instanz

25. November 2015


So, jetzt ist es wohl tatsächlich Zeit, Abschied zu nehmen. Immerhin wurde zwischenzeitlich ein Todesurteil erlassen. Offenbar letztinstanzlich. Erfahre ich ganz beiläufig. Kann man da mal Akteneinsicht bekommen? Lässt sich das nicht umwandeln in ein einfaches Publikationsverbot mit Bücherverbrennung (Bebelplatz – ist ohnehin Baustelle)? Obwohl: Stimmt, Terroristen, das wäre undemokratisch und intolerant. Und soweit wollen wir es ja gemeinsam nicht kommen lassen, gell?

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Ich bin jetzt doch etwas durcheinander. Man erfährt nicht jeden Tag, dass ein Todesurteil über seine Person ausgesprochen wurde. Obwohl: Sollte ich mich daran gewöhnen? Müssen? Außerdem hatte ich immer im Hinterkopf, die Todesstrafe sei in Deutschland abgeschafft. Aber so kann man sich irren.

Immerhin soviel: „Du hattest Deine Chance“. Ihr, Terroristen, seid jetzt aber nicht halbtags bei der Arbeitsagentur? „48 Stunden“? Das wäre Freitag Vormittag, spätestens. Das kommt gut aus. Dann muss ich den Adventsbazar nicht mehr aufbauen.

Was mich jetzt bloß noch interessieren würde: Wofür eigentlich? Was habe ich verbrochen? Oder reicht es schlicht und einfach, dass ich „meine Fresse nicht halte“? Für ein „Todesurteil“? Mein lieber Herrengesangsverein, da habt ihr euch dann aber was vorgenommen, Terroristen, wenn ihr jeden, der „seine Fresse nicht hält“, hinrichten wollt! Dann ist am Ende Sepp Blatter der einzige Überlebende. Und Helmut Kohl (falls sich da noch jemand dran erinnert).

Ach, noch etwas. Ihr müsst jetzt ganz stark sein, Terroristen (aber das seid ihr ja sowieso, nicht wahr?): Auch posthum werde ich eine Zeit lang „meine Fresse nicht halten“. Das liegt schlicht und einfach daran, dass einige meiner Texte bereits im Druck sind und im nächsten Jahr erscheinen werden. Etwa mein neues Buch Credo. Wissen, was man glaubt. Solltet ihr lesen. Ist gut geworden.

(Josef Bordat)

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