Credo. Das Buch

6. Dezember 2015


Nach dem Gewissen nun der Glaube: Nachdem ich vor gut zwei Jahren ein Buch über das Gewissen im Lepanto-Verlag veröffentlicht habe, behandelt meine zweite Monographie, die in dem kleinen, aber sehr feinen katholischen Verlagshaus erscheint, das Apostolische Glaubensbekenntnis: Credo. Wissen, was man glaubt erscheint im Februar 2016.

9783942605137

Eine kleine Leseprobe (aus: Kapitel 10. Und an Jesus Christus, Seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn):

>>Wer ist Jesus? Nun, wenn man wissen will, wer jemand ist, kann man sich entweder über sie oder ihn informieren, oder sie oder ihn selber fragen: Wer bist Du?

Erste Möglichkeit: Informieren wir uns. Informieren können wir uns über Jesus Christus zu genüge. Über nichts und niemand anderes wurde in den letzten 2000 Jahren so viel nachgedacht, so viel gesprochen, so viel geschrieben. Niemand wurde öfter porträtiert. Über niemanden gibt es so viele Filme. „Jesus Christus“ erhält in der Suchmaschine „Google“ etwa 14 Millionen Treffer. Beim Medienhändler „Amazon“ gibt es über 30.000 Artikel mit Bezug zu „Jesus Christus“, davon rund 18.000 Bücher. In den drei Monaten vor der Niederschrift sind über 200 Neuerscheinungen aufgenommen worden, weitere 70 sind für „demnächst“ angekündigt. Es gibt einen ganzen Forschungszweig zu Jesus Christus: die Leben-Jesu-Forschung. Diese informiert uns vor allem über den historischen Jesus und untermauert eine oft verkannte Tatsache: Wir sind über keine Persönlichkeit der Antike so gut unterrichtet wie über den historischen Jesus von Nazareth. Die vier Evangelien beschreiben das Leben Jesu zwar nur bruchstückhaft, doch ist das im Ergebnis immer noch weit informativer als das, was wir etwa über den Philosophen Sokrates wissen. Die Evangelisten wollten auch keine Biographien schreiben, sondern den theologischen Gehalt des Lebens Jesu herausstellen. So konzentrieren sie sich auf die Geburt und ihre besonderen Umstände, die Heilungs- und Wundererzählungen, die Lehre in ihrer Neuheit und Außergewöhnlichkeit und vor allem das Leiden, den Tod und die Auferstehung Jesu, Ereignisse, mit denen Christen seitdem Opfer und Heil für die Welt verbinden. Neben den Evangelien gibt es aber auch eine Reihe außerbiblischer Quellen, die Jesus erwähnen. Es gibt insgesamt mindestens neun Texte, die nicht zur Bibel gehören und in denen Jesus vorkommt: das Testimonium Flavianum des jüdischen Chronisten Flavius Josephus, eine Jakobusnotiz, der Talmud, die römische Geschichtsschreibung bei Sueton, Tacitus und Plinius dem Jüngeren sowie Notizen bei Thallus, Mara Bar Serapion und Lukian von Samosata. Sie alle berichten von Jesus, in je unterschiedlicher Absicht. Also: Wir können uns über Jesus ausreichend informieren.

Zweite Möglichkeit: Fragen wir Ihn selber, lassen wir Ihn von sich sprechen. Einschlägig sind hier die sieben Ich bin-Worte, die Jesus zu den Jüngern spricht: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nicht hungern und wer an mich glaubt, wird nie mehr dürsten (Joh. 6, 35); Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben (Joh. 8, 12); Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, so wird er errettet werden und wird ein- und ausgehen und die Weide finden (Joh. 10, 9); Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte läßt sein Leben für die Schafe (Joh. 10, 11); Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist (Joh. 11, 25); Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater als nur durch mich (Joh. 14, 6); Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Weingärtner (Joh. 15, 1).

Die Ich bin-Worte Jesu sind für das Christentum fundamental. Sie sind für das Bekenntnis zu Christus entscheidend – jenseits der Resultate der historisch-kritischen Leben-Jesu-Forschung. In den Ich bin-Worten erscheint noch einmal gebündelt all das, was den christlichen Glauben ausmacht: Die Gewißheit, daß Jesus Christus der Sohn Gottes ist, der unser Leben mit Brot, Wein und Licht nährt, der uns befähigt, die Welt zu speisen und zu erhellen und der uns zum Vater leitet, wenn wir diese Welt verlassen – nicht in den endgültigen Tod, sondern in die Auferstehung und das Ewige Leben hinein.<<

Soweit der kurze Auszug aus dem Manuskript. Zu dem Credo-Buch gibt es auch eine Facebook-Seite, auf der alles Wissenswerte zur Neuerscheinung zu finden ist.

(Josef Bordat)

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