Das Jahr 2015 im Vatikan: Sex, Sexualität, Homosexualität, Homo-Sex und Sex-Skandale

29. Dezember 2015


Also, ich weiß gar nicht, was die kritischen Beobachter des deutschen Nachrichtenoligopols immer haben. Da titelt die Tagesschau in weltanschaulicher Neutralität „Das Jahr 2015 im Vatikan: Sex und Barmherzigkeit“ und alle, alle regen sich auf! Naja, es läuft seit 8. Dezember nun mal das Jahr der Barmherzigkeit, da kann man nicht einfach schreiben: „Das Jahr 2015 im Vatikan: Sex“! Ich meine, das fiele zwar wieder nur den ewigen Nörglern auf, die von Journalisten so etwas wie Sachkenntnis erwarten, aber immerhin. Die Barmherzigkeit muss da schon mit rein. Irgendwie.

Aber es geht ja dann gleich mit einem Satz weiter, der allein schon die in 2015 gezahlten Gebühren rechtfertigt: „Es war ein bewegtes Jahr für die katholische Kirche: Ein neuer Skandal erschütterte den Vatikan.“ Und, haben es die öffentlich-rechtlichen Medienanstalten wirklich verdient, dass man ihnen – wie geschehen – die Gebühren kürzt, wenn darauf folgt: 1. „umstrittene Themen“, 2. „keine Öffnung“, 3. „die Ausgegrenzten“? Ich meine, was will man mehr?

Gut, ich sag’s ganz deutlich: Sex! Sex, Sex, Sex. Also: Sex, Sex, Sex, Sex, Sex, Sex, Sex. Zwar bemüht sich der Verfasser (nein, ich mache jetzt keinen Witz über dessen Nachnamen, obwohl es mir auf der Zunge liegt), das Thema Sex noch vor dem Thema Geld („Finanzgebaren“, „große Wohnung“) zu platzieren, aber was am Ende dabei rauskommt, ist doch mehr als dürftig: „Sexaffäre“, „Missbrauchsfälle“, „homosexueller Mitarbeiter“, „Coming Out“, „Sex“, „Verhütung“, „künstliche Verhütung“, „Skandal“, „Skandale“. Da geht noch was!

(Josef Bordat)

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