Vorschlag zur Güte

30. Dezember 2015


Jedes Jahr zu Silvester gibt es Diskussionen über die hohen Ausgaben für Knaller, Heuler, Böller und Feuerwerksraketen. Diese – in den letzten Jahren in Deutschland immer über 100 Millionen Euro – werden oft kontrastiert mit Finanzierungslücken im sozialen Bereich. Oder es wird einfach der „Hunger in der Welt“ als Spielverderber ins Feld geführt – Brot statt Böller. Als ob jenes knallen und diese schmecken würden!

Ich weiß: Ein Feuerwerk abzubrennen kann Spaß machen. Auch ich gucke am Beginn des neuen Jahres gerne in den erleuchteten Nachthimmel. Andererseits stören mich die Knaller, die in U-Bahnschächten losgehen und eine enorme Lautstärke erreichen. Sie auf Spaziergänger zu werfen, wie das in Berlin als eine Art Bundesjugendspiele des Winters durchgeht, steht ganz unten auf der Skala gelungenen Sozialverhaltens und ist nach Kakerlaken im Frühstücksmüsli das Letzte, was ich gebrauchen kann, es gehört aber zum allgemeinen Unbill der Saison. Aber dann, in der Nacht, schaue ich doch nach oben. Schön. Prosit, Neujahr!

Also, wie wär’s – für jeden Euro, den man verballert, spendet man einen Euro an die Sternsinger. Die erwarten in diesem Winter bundesweit wieder knapp 50 Millionen Euro an Spenden. Das heißt: die Hälfte dessen, was in der Silvesternacht verpulvert wird. Wenn sich nun jede und jeder etwas zurücknimmt und – mit der anteiligen Sonderspende – dennoch auf ihre bzw. seine Kosten kommt, dann könnten die Sternsinger am Ende so viel finanziellen Zuspruch bekommen wie die Sterne am Silversternachthimmel über Deutschland.

(Josef Bordat)

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