Der Heilige Silvester

31. Dezember 2015


Am letzten Tag des Kalenderjahres gedenkt die Kirche des Heiligen Silvester I., ein Papst, dessen Amtszeit (314-335) in eine weltgeschichtliche Umbruchsphase fällt. 313 hatte der römische Kaiser Konstantin in der Erklärung von Mailand Religionsfreiheit garantiert und damit das Christentum, das sich überall im Reich ausgebreitet hatte, offiziell anerkannt, ehe dann am Ende des 4. Jahrhunderts unter Kaiser Theodosius das Christentum zur Staatsreligion erhoben wurde und aus der über viele Gemeinden des Reiches verstreuten Kirche eine einheitliche „Reichskirche“ entstand.

Über das Leben und Wirken Silvesters ist nur wenig bekannt; es fehlt jeder schriftliche Nachlass. Die Legenda Aurea berichtet davon, dass Silvester den kranken Konstantin geheilt und getauft und dieser der Kirche zum Dank zahlreiche materielle und immaterielle Privilegien zugesprochen habe (die so genannte „Konstantinische Schenkung“). Dies entspricht aber nicht der historischen Wahrheit, wie bereits im späten Mittelalter von Nikolaus von Kues und Lorenzo Valla nachgewiesen wurde.

Silvester starb am 31. Dezember 335. Sein Leichnam wurde in der Priscillakatakombe an der Via Salaria Nova in Rom beigesetzt. Silvester wurde 813 in den Kirchenkalender aufgenommen. In der sakralen Kunst wird er mit Attributen und in Situationen dargestellt, die der Legende entnommen sind, etwa mit Buch und Tiara als vom Kaiser verliehenem Ehrenzeichen, mit dem wiederbelebten Stier und dem gebundenen Drachen, bei der Taufe Konstantins, bei der Beisetzung der Petrusreliquien oder auch bei der Verehrung des von Helena, der Mutter Konstantins, aufgefundenen Kreuzes. Silvester ist Patron der Haustiere, für eine gute Futterernte und selbstverständlich für ein gutes neues Jahr.

Und das wünsche ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, von ganzem Herzen!

Ihr

Josef Bordat

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