Zwei Jesuiten. Eine Empfehlung

2. Januar 2016


Zwei Jesuiten, zwei Auszüge aus lesenswerten Stellungnahmen.

Erstens. „Eine Zukunftschance gebe ich den Kirchen, wenn sie zu einem Ort werden, an dem Menschen Spiritualität, Tiefe und Hoffnung erfahren können. Das bedeutet, dass Priester, Pfarrerinnen, Gemeindereferenten vor allem selbst spirituelle Menschen sein müssen. Man muss spüren können, dass sie aus einer tiefen Verwurzelung in Gott heraus leben. Wir brauchen in den Kirchen keine verhinderten Politiker, keine Sozialarbeiter, keine Moralisten, sondern vor allem , spirituelle Menschen, die anderen Menschen helfen können, ihre eigene innere Heimat zu finden. Damit so etwas nicht fundamentalistisch und frömmlerisch wird, braucht es noch ein zweites: Bildung. Aus einer solchen tiefen Spiritualität verbunden mit geistiger Auseinandersetzung heraus entspringt dann auch alles kreative gesellschaftliche Engagement. Die Nächstenliebe ist dann eine Antwort, keine ethische Forderung.“ Michael Bordt (in der Welt)

Zweitens. „Welche christlichen Prediger erklären den Gottesdienstbesuchern, dass der Unterschied zum Islam nicht in der Verschleierung oder der Burka, in der Geltung der Scharia oder anderen kulturellen Ausdrucksformen besteht, sondern im Gottesbild. Unter theologischen Gesichtspunkten ist der Islam nichts anderes als eine arianische Form der Gottesferne. Gott ist nicht Mensch geworden, sondern thront in einer fernen Welt. Jesus ist auch nicht am Kreuz gestorben, sondern ist mit Maria Magdalena nach Persien gegangen. Der Himmel ist nicht zuerst Erfahrung der Nähe Gottes. Das sexuelle Begehren bleibt deshalb die höchste Erfahrung und wird endlich erfüllt. Die verwaschene Form des europäischen Christentums ist offensichtlich nicht mehr in der Lage, den Dialog dort mit dem Islam zu suchen, wo es um die zentralen religiösen Fragen geht.“ Eckhard Bieger (in Hinsehen. Katholische Wochenzeitung)

Eine Leseempfehlung.

(Josef Bordat)

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: