Warum ich auch für „Der kleine Satanist“ schreiben würde

8. Januar 2016


Zwei geschätzte Kollegen, Michael Blume und Felix Honekamp, legen die Schmerzgrenzen ihres publizistischen Engagements fest: Blume will nicht mehr für Eigentümlich frei schreiben, Honekamp sehr wohl, nicht aber für (erdachte) Organe wie das „Magazin niedergelassener Abtreibungsärzte“ oder „Der kleine Satanist“.

Ich kenne Eigentümlich frei nur dem Namen nach, kann also inhaltlich nichts zu dieser Kontroverse sagen. Aber eines beschäftigt mich doch: Die Notwendigkeit einer Grenzziehung selbst.

Ich frage mich: Warum ist diese nötig? Warum nicht für die genannten Medien schreiben? Gerade dort erreicht man doch die Leute, die man erreichen will – als Vertreter einer Lebensschutzethik und als katholischer Christ. Die Frage ist doch: Was will ich mit einem Beitrag erreichen? Wie sehe ich meinen Beitrag in dieser feindseligen Umgebung – als Unterstützung ihres Anliegens? Selbst dann, wenn er kritisch ist?

Was spricht dagegen, in einer Zeitschrift für Abtreibungsärzte argumentativ sauber darzulegen, dass Abtreibung ethisch genauso vertretbar ist wie Totschlag oder Mord? Wenn diese den Text abdruckt, ist das doch prima! Das Problem beginnt für mich erst dann, wenn ich für „Der kleine Satanist“ anders schreibe als für „Ministrantenumschau“. Das Problem beginnt erst dann, wenn ich mich mit dem Medium inhaltlich gemein mache.

Also: Ich würde auch für „Der kleine Satanist“ schreiben, um der Leserschaft zu vermittelt, dass sie auf dem Holzweg ist, aber gehörig. Ich würde von der Freude des Glaubens schreiben, von der Kraft der Liebe, die nur scheinbar durch die Macht und Gewalt des Bösen aus der Welt gedrängt wird. Ich würde deutlich machen, dass Satanisten Verlierer sind – im Entscheidungsspiel.

Ob „Der kleine Satanist“ den Beitrag so annähme, steht freilich auf einem anderen Blatt. Auch, dass ich die persönliche Entscheidung der beiden Kollegen respektiere. Nur: Verstehen kann ich sie nicht.

(Josef Bordat)

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