Mer stelle alles op der Kopp

6. Februar 2016


„Mer stelle alles op der Kopp“ lautet das Motto der Karnevalssession 2016 in Köln. Alles auf den Kopf zu stellen – das ist das Karnevalsmotto schlechthin. Denn: Genau darum geht es beim Karneval – um Umkehrungen. Kostüme und Imitationen, Spott der Kleinen über die Großen, alles ist anders. Vor allem jeder Jeck.

Zugleich nimmt der Karneval in seiner Verkehrung der Verhältnisse jene diabolische Form ein, die ihn aus dem christlichen Jahreskreis heraushebt. Zeitlich verdichtet wird geduldet, was sonst verpönt ist. Selbst Witze über Kirche und Papst werden möglich. Narrenfreiheit.

Historisch lässt sich nachweisen, dass die Kirche sehr tolerant gegenüber Verfehlungen in den Karnevalstagen war – aber keine eigenmächtige Verlängerung über den Aschermittwoch hinaus erlaubte. Am Aschermittwoch muss alles vorbei sein und der Mensch wieder in die geordnete Welt der Glaubens an Gott und die Moral der Kirche zurückkehren.

In einem Text für die Tagespost bin ich diesem Motiv des „Mer stelle alles op der Kopp“ kulturgeschichtlich nachgegangen.

(Josef Bordat)

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