Wir stellen alles auf den Kopf

10. Februar 2016


Ich finde, das Kölner Karnevalsmotto („Mer stelle alles op der Kopp„) passt auch ganz gut zu Aschermittwoch bzw. zur Fastenzeit. Wir stellen alles auf den Kopf – das weist darauf hin, dass es um Veränderung geht; das Evangelium nennt es „Umkehr“. Alles auf den Kopf stellen bedeutet also, umzukehren und in Gegenrichtung des breiten Stroms der Zeit die Quelle zu suchen: Gott.

Christen stellen alles auf den Kopf: die Prioritäten in ihrem Leben ebenso wie die wohlgeordneten, aber ungerechten Verhältnisse in der Welt. Sie tun das, weil Jesus auch nicht anders handelte. Auch er stellte alles auf den Kopf: aus äußeren Regeln werden innere Überzeugungen, aus irdischer Gerechtigkeit wird himmlische Gnade. Aus Fischern werden Menschenfischer.

Alles auf den Kopf stellen. Das Motto des Kölner Karneval wird dann zu Ostern in der wohl eindrucksvollsten Weise verwirklicht, die überhaupt nur vorstellbar ist: aus Leid wird Heil, aus Tod wird Leben. So umspannt der Ruf nach Veränderung die vierzig Tage (und auch die Sonntage) der Fastenzeit, für die ich allen Leserinnen und Lesern Veränderungen wünsche, die sie näher an Gott heranführen.

(Josef Bordat)

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