Erzbistum Köln mit aktuellen Zahlen

19. Februar 2016


Das Erzbistum Köln hat gestern – um es mal so zu sagen – den Geschäftsbericht und die Bilanz zum Jahr 2014 vorgelegt. Daraus gehen die Tätigkeiten des größten deutschen Bistums und die damit verbundenen finanziellen Entwicklungen hervor.

Es wird deutlich, dass beides auch von der Flüchtlingshilfe geprägt wurde. Auf dem Gebiet der Diözese wurden etwa 400 Wohnungen für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt. In 72 Pfarrgemeinden fanden Sprachkurse statt. Zudem sind dort Kleiderkammern eingerichtet worden. Das Erzbistum Köln ist Träger von 30 Flüchtlingsheimen.

Das große Engagement in der Flüchtlingshilfe spiegelt sich auch in den Finanzzahlen wieder. Für die „Aktion Neue Nachbarn“ stellte das Erzbistum etwa 27 Millionen Euro zur Verfügung. Obwohl die Kirchensteuereinnahmen um ziemlich genau diesen Betrag stiegen, wies die Diözese für 2014 ein Minus von sechs Millionen Euro aus, was aber bei einem Jahresetat von etwa 800 Millionen Euro nicht so dramatisch ist.

Hauptgrund für das Defizit ist allerdings nicht die Flüchtlingshilfe (die im Jahr 2014 immerhin etwas über drei Prozent des Jahresetats beanspruchte), sondern ein verändertes Umlageverfahren im Rahmen des Finanzausgleichs zwischen den deutschen Bistümern. Das reiche Erzbistum Köln ist dabei einer der „Geber“ und zahlte im Abrechnungszeitraum fast 57 Millionen in den Topf, aus dem finanzschwächere Diözesen in der Diaspora des Nordens und Ostens Zuwendungen erhalten.

Für die Jahre 2015 und 2016 darf das Erzbistum Köln trotz Umlageverfahren und Flüchtlingshilfe (die „Aktion Neue Nachbarn“ läuft weiter) wieder mit einem zumindest ausgeglichenen Haushalt rechnen: Die Kirchensteuereinnahmen werden aufgrund der guten Wirtschaftslage weiter steigen – trotz nach wie vor sinkender Mitgliederzahlen.

(Josef Bordat)

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