Der Haushalt eines Bistums

20. Februar 2016


Woher kommen die Einnahmen eines Bistums? Wohin fließt das Geld? Wer auf diese Fragen immer schon mal detaillierte Antworten haben wollte, bekommt sie in diesen Tagen aus dem Bistum Münster. Das Bischöfliche Generalvikariat veröffentlichte den im letzten September beschlossenen Haushaltsplan 2016 in Gestalt einer Broschüre mit übersichtlichen Graphiken und genauen Erläuterungen.

Ich denke, dass die Münsteraner Diözese nicht untypisch ist, so dass sich die Analyse der Zahlen mit Blick auf die Finanzen der Kirche in Deutschland insgesamt lohnt. Zunächst: Die Kirche bestreitet ihr Geschäft vornehmlich aus Kirchensteuermitteln, also gewissermaßen aus den Beiträgen ihrer Mitglieder. Im Fall Münster liegt der Kirchensteueranteil bei rund 90 Prozent. Die restlichen zehn Prozent der Einnahmen ergeben sich aus realisierten Wertsteigerungen, Zinsen, Mieten, Pacht, Spenden und Zuschüssen der Öffentlichen Hand (etwa ein Prozent).

Was macht das Bistum Münster mit dem Geld – immerhin rund 470 Millionen Euro? Etwa die Hälfte (52 Prozent) geht an die Pfarreien, zum Teil zur Deckung der laufenden Kosten (vor allem des Personals), zum Teil als Zuschüsse für die Sanierung und die Instandhaltung von Kirchen und Gebäuden im Besitz der Gemeinde. Die andere Hälfte verteilt sich auf Bildung und Kultur (15 Prozent), Soziales und Karitatives (acht Prozent), weltkirchliche Aufgaben, Kategorialseelsorge und Förderung von Orden und Verbänden (neun Prozent), Verwaltungskosten und Aufwendungen für Dienstleistungen des Bistusms (acht Prozent) und schließlich Abgaben an den Staat für den Kirchensteuereinzugsservice (drei Prozent). Der vorläufige Überschuss, der zur Bildung von Rücklagen dient, beträgt mithin etwa fünf Prozent.

Extra aufgeführt wird der Etat des Bischöflichen Stuhls, der knapp eine halbe Million Euro ausmacht. Die Einnahmen kommen zu 80 Prozent aus Miete, Pacht und Erbbauzinsen. Zu etwa zwei Drittel fließt das Geld in die Rücklagen, der Rest dient zur Deckung der laufenden Kosten und der Grundstücks- und Gebäudeinstandhaltung.

(Josef Bordat)

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