Aldi macht’s möglich

29. Februar 2016


Oft genug ärgere ich mich über den Umgang von Unternehmen mit religiösen Themen. Oft genug werden diese auch grundlegend missverstanden, verzerrt, in ihr Gegenteil gedreht, marketingtauglich umgedeutet oder sonstwie in ungeeigneter bis respektloser Weise für den Vertrieb des eigenen Produktprogramms instrumentalisiert.

Anders Aldi. Die vielleicht bekannteste deutsche Firma erklärt ihren (kleinen) Kunden, zu denen ich selbst seit mindestens drei Jahrzehnten zähle, was es mit Ostern auf sich hat. In einer Broschüre (pdf) wird korrekt, kompetent und verständlich beschrieben, was Christen an Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag und an Ostern feiern. Dazu werden Osterbräuche erklärt – und mit dem christlichen Glauben in Beziehung gebracht.

Da stehen dann Dinge wie: „An Ostern feiern Christen auf der ganzen Welt die Auferstehung von Jesus Christus, dem Sohn Gottes.“ Oder – über die Kreuzigung Jesu: „Der Jünger Judas verriet dem Hohen Rat, wo sich Jesus aufhielt. Als Belohnung bekam Judas 30 Silbermünzen. Nachdem die Tempelwache Jesus gefangen genommen hatte, wurde er von Pilatus, dem römischen Statthalter und mächtigsten Mann der Gegend, zum Tod am Kreuz verurteilt. Sein schweres Kreuz musste Jesus selbst auf den Berg tragen, auf dem er wenig später gekreuzigt wurde und starb.“ Nein, das steht nicht in einer Handreichung für die Kommunionkinderkatechese – das steht in einem Aldi-Prospekt!

Es gibt sie also doch noch – die kleinen Zeichen und die großen Wunder. Manchmal eben zu Discountpreisen. Nein – ganz im Ernst: Hut ab, Aldi! Großes Kompliment! Und: Vielen Dank!

(Josef Bordat)

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