„Sechs Millionen Tote: So gefährlich sind die Juden!“

31. März 2016


Stefan Meetschen analysiert in der Tagespost den Umgang des Magazins Der Spiegel mit dem Thema Religion, das dort zu Ostern und Weihnachten Konjunktur hat. Das heißt, dass der Spiegel zu den Hochfesten besonders hart „auf das Christentum einschlägt“ (Meetschen).

Zum diesjährigen Osterfest dadurch, dass er islamistischen Terror und Christentum unter den Begriff der monotheistischen Gewalt subsummiert und damit den islamistischen Terroristen, der mit einem Sprengstoffgürtel einen Freizeitpark stürmt, um Christen zu ermorden, und die christlichen Kinder, die am Ostersonntag in diesem Freizeitpark spielten, ehe sie die Detonation zerfetzte, zu einer unlöslichen Einheit im Geiste verbindet.

Besonders krude ist dabei die Auffassung, die Kirche habe aus Jesus (den der Spiegel wahlweise „Krieger“ oder „Terrorist“ nennt) einen Propheten des Friedens „gemacht“, indem sie dessen Botschaft „reingewaschen“ habe. So erfreulich es ist, dass die gerade umgekehrte These (die genauso falsch ist) einmal nicht bemüht wird, so erstaunlich ist dann doch diese Auffassung, die so ziemlich alles, was in 2000 Jahren Theologiegeschichte über Jesus von Nazareth geschrieben wurde, strategisch ausblendet. Und das Evangelium gleich mit.

Der Spiegel stellt die Dinge auf den Kopf, vermengt Islamismus und Christentum, macht Opfer zu Tätern und Täter zu Opfern. Wäre der Spiegel so antisemitisch wie er antichristlich ist, könnten wir dort wohl zum Gedenken an die Auschwitz-Befreiung demnächst die Schlagzeile lesen: „Sechs Millionen Tote: So gefährlich sind die Juden!“ – Es ist wirklich traurig, was sich im deutschen Qualitätsjournalismus abspielt. Sehr traurig.

(Josef Bordat)

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