Todesstrafe auf dem Rückzug. Und Vormarsch

6. April 2016


Immer weniger Länder exekutieren immer mehr Menschen. So ließe sich der Amnesty International-Bericht 2015 zusammenfassen. Denn obgleich sich in immer mehr Ländern durchsetzt, dass die Todesstrafe keine rechtstaatliche Option ist, und sich 2015 erstmals die Länder ohne Todesstrafe in der Mehrheit befanden, nahm die Zahl der Exekutionen zu.

1634 Hinrichtungen seien es im vergangenen Jahr gewesen, so Amnesty International – ohne China. Dort seien Schätzungen zufolge noch einmal so viele Menschen hingerichtet worden, wenn nicht sogar mehr. Vor allem in Pakistan (326), im Iran (977) und in Saudi-Arabien (158) ist die Zahl der Todesstrafen stark gestiegen. Damit entfallen auf diese drei Länder rund 90 Prozent aller nachgewiesenen Exekutionen.

In den Vereinigten Staaten setzt sich zumindest in der Rechtspraxis ein sukzessiver Abschied von der Todesstrafe durch. So gab es im vergangenen Jahr 28 Hinrichtungen, so wenige wie seit 1991 nicht mehr. Dennoch bleibt die Todesstrafe eine Option im US-Recht. In Europa hingegen ist die Todesstrafe abgeschafft – fast: Weißrussland verhängte sie 2015 zweimal. Die beiden Verurteilten warten nun auf ihre Hinrichtung.

(Josef Bordat)

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